Bathe, J.: Zur Geschichte der Tafeln der Meridionalteile.
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recourse may be had to Dr. Inmans, or Mendoza Rios’s tables.“ Im Sinne der
heutigen Approximationsmathematik wendet sich Erwin Knipping*) ent-
schieden. gegen die überflüssigen Dezimalstellen und gibt die Meridionalteile gleich-
falls nur in ganzen Minuten für die Kugel. Die folgende Zusammenstellung enthält
einige der zahlreichen nautischen Werke der neueren Zeit, welche außer den drei
genannten die Meridionalteile nur in ganzen Minuten für die Kugel geben (sämtlich
in der Bibliothek der Seefahrtschule Bremen).
J. H. Moore, The practical Navigator. London, 9. ed. 1791; 12. ed. 1796;
15. ed. 1801; 17. ed. 1807.
_E. Bezout, Trait& de navigation; nouvelle edition par M. de Rossel.
Paris 1814108), 7
P. Caillet, Le manuel du navigateur. Nantes 1818. ;
Handbuch der Schiffahrtskunde. Hamburg, 1. Auflage 1819; 2. Auf-
lage 1824.
J. W. Norie, A new and complete Epitome of practical Navigation. London,
5, ed. 1817; 9. ed. 1828; 11. ed. 1835. ; ” |
Nath. Bowditch, The new American practical Navigator. 12, ed. New
York 1841. .
Edward Riddle, A treatise on Navigation and nautical Astronomy. London,
1842. ;
Eduard Bobrik, Handbuch der praktischen Seefahrtskunde. Leipzig 1848.
William Thoms, A new Treatise on the Practice of Navigation at Sea. New
York 1854, ;
J. W. Norie, A complete Epitome of practical Navigation and nautical
Astronomy. London 1889,
28. Anwendung der Tafel der Meridionalteile für die Aufgaben der nautischen Astronomie.
Die Tafeln der Meridionalteile haben in neuerer Zeit eine große Ausdehnung
ihres Anwendungsbereiches erfahren. Während sie früher nur zur Herstellung der
Seekarten und zur Lösung der Aufgaben der terrestrischen Besteckrechnung ge-
braucht wurden, hat man in den letzten Jahrzehnten begonnen, sie auch für die
Aufgaben der nautischen Astronomie anzuwenden. Der Ausgangspunkt dieser
Entwicklung war die Einführung der von dem amerikanischen Kapitän Sumner
im Jahre 1837 entdeckten Methode, aus Gestirnshöhenbeobachtungen den Schiffsort
zu bestimmen. _
Wie E. Guyoul®) berichtet, ist in dem Trait6 de navigation de Mm.
Yvon-Villarceau et de Magnac und in der Arbeit über die Höhenkurven,
welche Hilleret in der Revue maritime im Jahre 1874 veröffentlicht habe, zum
ersten Male der Gedanke aufgetaucht, die Tafeln der wachsenden Breiten auf
die nautisch-astronomischen Rechnungen anzuwenden. Während aber (nach
Guyou, S. 4) in den durch diese Verfasser angegebenen Methoden die Tafeln der
wachsenden Breiten zusammen mit den trigonometrischen Tafeln gebraucht werden,
sieht Guyou in der genannten Arbeit von der Benutzung der letzteren ganz ab und
gebraucht nur die Tafeln der Meridionalteile,
Näher auf diese Methoden und die Arbeiten, welche zu ihrer Entwicklung
beigetragen haben, einzugehen, würde den Rahmen dieser Studie zu sehr über-
schreiten. Man findet nähere Angaben in folgenden Aufsätzen:
E. Geleich, Zur Lösung der nautisch-astronomischen Probleme mit den
Tafeln der vergrößerten Breiten (Mitteilungen aus dem Gebiete des Seewesens.
Pola 1896. 58. 677 £.).
C, Börgen, Über die Auflösung nautisch-astronomischer Aufgaben mit Hilfe
der Tabelle. der Meridionalteile (der „Mercatorschen Funktion‘). (Aus dem Archiv
der Deutschen Seewarte, XXI. Jahrgang, 1898.)
C. Börgen, Über die Berechnung von Monddistanzen mit Hilfe der
Mercatorschen Funktion. (Ebenda, XXVI. Jahrgang, 1903.)
07) Seetafeln von Erwin Knipping. Hamburg 1903.
08) Gibt aber zugleich eine Korrektionstafel für das Sphäroid. Vgl. oben Anm. 82, .
10) E. Guyou, Les problömes de navigation et la carte marine. Paris 1895, 5. 4. (Universitäts-
Bihliothek Göttingen.)