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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

33421 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1915, 
IV. Schlußbemerkungen. 
27. Die Tafeln mit beschränkter Genauigkeit in der nautischen Praxis 
(Tafeln für die Kugel in ganzen Minuten). 
Für die Praxis kommen fast nur die Unterschiede der Meridionalteile für zwei 
verschiedene Breiten, die sogenannten Meridionaldifferenzen, in Betracht. 
Diese sind in den verschiedenen Tafeln der Meridionalteile, sowohl der sphärischen 
als auch der sphäroidischen, namentlich für kleine Breitenunterschiede sehr wenig 
voneinander verschieden. Zur Illustration sind in der folgenden Tabelle die Meridional- 
differenzen für je 5° der Breite für die oben zusammengestellten Tafeln angegeben. 
Tabelle 15. Meridionaldifferenzen in Äquatorminuten. 
Breiten- 
Differenzen 
)— 
ö—10 
10——15 
15—20 
20—25 
2520 
30—35 
35—40 
10-45 
15—50 
50—565 
55—60 
50—65 
65—70 
10—75 
75—S0 
SO —NS5 
11 
300.4 
302,7 
307.4 
314.6 
324,9 
335 4 
208,5 
300.8 
305.0 
312.9 
323.1 
296.8 
378.4 
407.2 
144.6 
493,5 
558,6 
651.4 650.6 
787.1 786.4 
10044 ‚10038 
11049 2} 14065 
29289 .4 93880.2 
354.3 
376.9 
105.9 
443,3 
492,3 
538.41 
II 
298.4 
300,7 
305.5 
312,8 
523.0 
336.6 
354.2 
376.9 
405,7 
443,2 
492,3 
358.4 
650.5 
756,3 
1003.9 
1404 .4 
23859.1 
IV 
298.4 
300.7 
305.4 
312,85 
323.0 
396.6 
354.2 
376,8 
405,8 
443,2 
492.2 
558.4 
650.5 
786,3 
1003,85 
1404,44 
2389.22 
298.3 
300.7 
305.4 
312,8 
322,9 
336.6 
354.2 
376,5 
405.7 
443,2 
492,2 
358.3 
650.5 
756.4 
1003,8 
14044 
9384 1 
VI 
298.3 
300,7 
305.4 
312,7 
323.0 
896 0) 
354.2 
376.7 
405.5 
443,1 
492,5 
53653 
650,5 
786,3 
1003,55 
1404.4 
DKL) 2 
Bei kleineren Breitenunterschieden sind die Meridionaldifferenzen der ver- 
schiedenen Tafeln noch näher gleich. Und darum unterliegt es keinem Bedenken, 
überall da, wo es nicht auf die höchste Genauigkeit ankommt, die sphärischen 
Meridionalteile anzuwenden. Tatsächlich werden darum auch heute noch*®) in den 
nautischen Lehrbüchern und Tafelsammlungen vorwiegend die Meridionalteile für 
die Kugel gebraucht, während die für das Sphäroid berechneten Tafeln hauptsäch- 
lich beim Entwurf von Seekarten großen Maßstabes verwandt werden. 
In vielen nautischen Werken beschränkt man sich sogar darauf, die Meridional- 
teile für die Kugel in ganzen Minuten, ohne Dezimalen, zu geben, weil man die dabei 
erzielte Genauigkeit für ausreichend hält. So heißt es in den vom deutschen Reichs- 
Marine-Amt herausgegebenen nautischen Tafeln!) in den Begleitworten zu der Tafel 
der Meridionalteile (S. VIII): „Die Tafel enthält die Meridionalteile auf ganze See- 
meilen abgerundet, weil das Verfahren des Mercatordreiecks ausschließlich bei großen 
Entfernungen Verwendung findet und bei ihnen die Genauigkeit auf eine Seemeile 
genügt‘“1®), In demselben Sinne spricht sich Henry Raper in seinem im vorigen 
Jahrhundert in England weit verbreiteten und oft neu aufgelegten nautischen 
Werke!®%) aus. Auch er bringt die Meridionalteile nur in ganzen Minuten für die 
Kugel und sagt in einer Anmerkung (S. 373): „The nearest unit is, of course, enough 
in navigation. In the construction of charts two decimals may be necessary, and 
18) Vgl. die Zusammenstellung der Tafeln S. 488. 
104) Nautische Tafeln, herausgegeben vom Reichs-Marine-Amt und von der Inspektion des 
Bildungswesens der Marine. Berlin 1903, 
165) Es wird hinzugefügt: Die Tafelwerte folgen aus der Formal: Meridionalteile = 2.30259 + 10800 
log tg (45° + 4 4) sm (= Seemeilen). Auch in der Tafel selbst haben die Zahlen die Benennung Seemeilen. 
Die genannte Formel liefert aber die Meridionalteile in Äquatorminuten, und als Seemeile bezeichnet man 
heute meistens die mittlere Breitenminute. Vgl. H. Wagner, Zur Geschichte der Seemeile. Ann. d. 
Hydr. usw. 1913. 5. 404 ff. 
6 ei 1860 The Practice of Navigation and nautical Astronomy by Henry Raper. London, 1. ed. 1840, 
‚ed.
	        
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