544 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1915.
hat Hermann Wagner im Jahre 1870 im Ge braphischen Jahrbuch Bd. III, S. XLVI
und XLVII, veröffentlicht. Sie gibt die Werte der Meridionalteile in Äquatorgraden,
mit vier Dezimalen bis 10° Br., von 10° an mit drei Dezimalen, und ferner in Kilo-
metern mit zwei Dezimalen, und zwar fortschreitend nach halben Graden der Breite.
Da das Hauptglied nur mit siebenstelligen Logarithmen berechnet wurde (S. XX VIII),
konnten die Einer der Meter nicht verbürgt werden. Die Tafel war bestimmt®*’) für
die Landkartenzeichner, bei denen Teilkarten größeren Maßstabes in Mercator-
projektion kaum je in Betracht kommen.
Die Wagnersche Tafel ist die erste, welche die Meridionalteile in dem
metrischen Streckenmaß angibt; unter den neueren Tafeln wenigstens ist sie auch
die erste, welche die Meridionalteile in Graden mitteilt. Diese Spalte der Tafel ist,
wie A. Bludau hervorhebt, zu Vergleichen sehr geeignet.
Tabelle 13. Aus der Tafel von Hermann Wagner (1870).
Breite | Abstand der Parallelgrade vom Äquator
Tel BE a I EN
in Aquatorgraden 9%) in m (km)
Breite j Abstand der Parallelgrade ‚vom Äquator
in Äquatorgraden 91! in m (km)
“Oo
|)
4.9730
9.9848
15.075
20.288
25.671
31.281
37.186
413.466 |
30.9298
553.530
111.370
1677.980
2258.200
2857.420
3481.840
4138.970
4837.990
2390) 740
50°
55
60 |
65
70
75
50
85
57.614
65.819
75.124
85.966
99.072
115.802
139.209
179 029
6 412.880
7 326.090
8 361.840
9 568.600
i1 027.350
12 889.550
15 494.890
19 927.060
2
25
30
35
fe
15
i'
N
Die Wagnersche Tafel wurde später auf Minutendekaden erweitert von
Anton Steinhauser in Wien).
Im Auszug ist sie übernommen von A, Bludau in der dritten Auflage des
Zöppritz-Bludauschen Leitfadens der Kartenentwurfslehre, Leipzig und Berlin
1912. Hier findet sich eine Tafel (S. 166), welche die Meridionalteile für jeden 5. Grad
der Breite enthält, und zwar zunächst in Kilometern mit zwei Dezimalen, genau
mit Wagner übereinstimmend, dann in ÄAquatorgraden, -minuten, -sekunden!®),
Eine dritte nach Bessels Elementen berechnete Tafel der Meridionalteile
findet sich in dem schon mehrfach erwähnten Werke: Le projezioni delle carte geo-
graphiche per Matteo Fiorini. Bologna 1881. Diese Tafel (S. 398 bis 402), welche
sowohl der vom deutschen Reichs-Marine-Amt herausgegebenen, als auch der
Wagnerschen Tafel gegenüber kleine Unterschiede aufweist, enthält die Meridional-
teile in Äquatorminuten mit einer Dezimale für jede 10. Minute der Breite.
25. Tafeln für das Clarkesche Sphäroid von 1880 (x = 1:293.465).
1. Das United States Hydrographic Office gab im Jahre 1889 eine neue Tafel
der Meridionalteile!%) heraus, die nicht mehr, wie die Tafel von 1869, die Besselschen
Elemente benutzte, sondern den Clarkeschen Abplattungswert von 1880, nämlich
i: 293.465, zugrunde legte. Die Tafel, berechnet von G. W. Littlehales und
J. S. Siebert, enthält die Meridionalteile in Äquatorminuten mit drei Dezimalen
für jede Minute der Breite bis 80° Br. In den Begleitworten (S. 7) wird bemerkt,
die Rechnung sei bis auf vier Dezimalstellen ausgeführt worden; drei Dezimalstellen
%”) Nach einer Mitteilung des Herausgebers,
%) Die Zahl für 45° Br. entspricht einer Berichtigung, welche schon A. Steinhauser 1885 an-
gebracht hatte. Meinerseits habe ich die dritte Dezimale in den Werten für 55° und 80° berichtigt.
%) Anton Steinhauser, H. Wagners Tafeln der Dimensionen des Erdsphäroids auf Minuten-
dekaden erweitert. (Zeitschr. f. wiss. Geogr. V, 1885 S. 168 bis 171; die Tafeln sind auch separat in
Wien [Eduard Hölzel] erschienen, aber seit Jahren vergriffen.)
100) Entsprechend den Berichtigungen in der Wagnerschen Tabelle muß es bei Bludau heißen:
bei 45° Br. =. 50° 13’ 41” (statt 50° 13’ 44”),
bei 55° Br = 65° 49’ 8” (statt 65° 49’ 0”),
bei 80° Br. = 139° 12’ 32” (statt 139° 12’ 11”).
101) Table of meridional Parts for the terrestrial Spheroid, Compression 1: 293.465. By G. W. Little-
hales and J. 8. Siebert, U. S. Hydrographic Office. Under the direction of Lieutenant G. L. Dyer,
IT. 8. N.. Hydrographer. Washington 1889. (Königl. Bibliothek Berlin. }