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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

536 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1915. 
lich Regenfälle beobachtete. Unter der Einwirkung dieses Tiefs und des am 
Morgen des 5. von Frankreich nach der Nordsee ragenden Hochdruckkeils waren 
die Winde an der ganzen Küste nach nördlicher Richtung gedreht und wehten 
an diesem Tage weit verbreitet steif und stürmisch, 
Vom 6. bis 13. war das Wetter durchweg trocken und dabei überwiegend 
heiter. Das Tiefdruckgebiet im Osten wich zurück, und das von Westen vor- 
dringende Hochdruckgebiet breitete sich zunächst über Skandinavien und dann 
auch über ganz Mitteleuropa aus; die Winde nahmen schnell ab und drehten 
langsam nach östlicher Richtung zu, wehten späterhin aber leicht aus veränder- 
lichen Richtungen; die Temperaturen hoben sich nur wenig und lagen erst am 
12. und 13. am Morgen ein wenig über den vieljährigen Werten, erreichten aber 
vielfach an diesem Tage wie am 14. ihre höchsten Werte im Monat. 
Einen Wetterumschlag führte ein in der Nacht zum 14. von dem Norden 
der Nordsee schnell über Südnorwegen vordringendes und im Laufe des 15. 
nach Finnland abziehendes Tief herbei, das seinen Einfluß vorübergehend bis 
an die Alpen erstreckte und bereits in der Nacht zum 14. im Westen, an diesem 
Tage an der ganzen Küste und noch am 15. im Osten bei vorübergehend auf- 
frischenden rechtdrehenden Winden aus -westlichen Winden fast überall Regen 
brachte, Nachdem ein am 15. im Rücken jenes Tiefs längs der Küste fort- 
schreitender flacher Ausläufer des sich über Kontinentaleuropa ostwärts aus- 
breitenden Hochdruckgebiets trockenes Wetter gebracht hatte, führte ein am 16. 
vom Nordmeer vordringendes Tiefdruckgebiet bereits am 16. an der Ostsee und 
durch die Entwicklung eines am Morgen des 17. vor dem Rigabusen gelegenen 
Teiltiefs über dem zweiten Gebiet einen Wetterumschlag herbei, indem sich an 
diesem Tage überall Regenfälle einstellten. Da im Rücken des Tiefdruckgebiets 
ein Hochdruckkeil von der Nordsee über Skandinavien vordrang, entwickelten 
sich über der Ostsee auf der Rückseite des nur langsam zurückweichenden Tief- 
druckgebiets stürmische Winde aus nördlichen Richtungen, die im Osten teil- 
weise bis zum 21. anhielten und hier von täglichen Regenfällen begleitet waren, 
während diese an der Nordsee wesentlich auf den 17. beschränkt blieben. Im 
Gefolge der starken nördlichen Winde erfolgte wieder ein starker Rückgang der 
Temperatur, 
Vom 21. bis 24. hatte sodann die ganze Küste wieder trockenes und vor- 
wiegend heiteres Wetter im Bereiche des von Westen vordringenden Hochdruck- 
gebiets, das sich am Morgen des 21. vom Nordmeer bis Südosteuropa erstreckte 
und in dieser Lage allmählich an Höhe und Ausdehnung abnahm. In diesen 
Tagen traten bei schwachen, aus dem Inland wehenden Winden die niedrigsten 
Nachttemperaturen des Monats ein. 
Ein am 25. von Frankreich nordostwärts vordringender Ausläufer eines 
vom Ozean nach der Nordsee reichenden Tiefdruckgebiets brachte wieder einen 
Wetterumschlag, zunächst am 25, Regenfälle an der Nordsee und am folgenden 
Tage an der ganzen Küste, Die Regenfälle traten sodann bis Monatsschluß fast 
überall täglich auf, bis auf den äußersten Osten, der am 29. und 30. trocken 
blieb. In jenem Ausläufer entwickelte sich ein über den Süden der Ostsee nach 
Rußland abziehendes Teiltief, und ihm folgten während dieser Tage zwei andere 
in östlicher Richtung über Jütland schreitende Teilminima nach, zwischen Hoch- 
druckgebieten über Nordskandinavien und Frankreich, von denen das erste die 
angeführten stürmischen Winde am 28. im Gefolge hatte; die Winde wehten im 
übrigen in diesen Tagen meist leicht bis mäßig aus südlichen und westlichen 
Richtungen. 
Druck und Verlag von E. S. Mittler & Sohn, Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei, 
Berlin SW, Kochstraße 68—71.
	        
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