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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1915.
Nach längeren Beobachtungen (Tabelle IV) ist der Dezember für manche
Stationen mehr, für manche weniger regenreich,
E. Zweiteilung des Jahres in Rücksicht auf den Niederschlag.
Unsere vorstehenden Betrachtungen über den relativen Regenertrag der
einzelnen Monate in Rücksicht auf die deutsche See haben ergeben, daß das Regen-
jahr sich zwanglos in zwei zusammenhängende Monatsgruppen zerlegen läßt,
und zwar I. Die Zeit vom August bis zum Februar,
IL. „ März „ „Juli. .
In der ersten Gruppe folgen lückenlos Monate aufeinander, in denen der
Niederschlag an der See überwiegt... Während der Monate der zweiten Gruppe regnet
es dagegen auf dem Lande relativ mehr.
Wir werden deshalb unsere bisherigen Resultate nach Inhalt und Form zu-
sammenfassen und vertiefen können durch das Entwerfen einer Karte, die die erste
Gruppe der Monate — die Zeit des positiven Einflusses der See auf den Niederschlags-
betrag — in ihrer Regenintensität gleichsam vereinigt.
Tabelle V.
„Relative pluviometrische Koeffizienten“ für die Zeit vom August bis zum Februar.
(Seeregenzeit.)
Station
Memel (H)
Memel (B)
Barsenicken
Königsberg
Pillau
Baumkrug
Tilsit
Lindenberg
Norkitten
Insterburg
Grünthal
Wöterkeim
Ballupönen
Groß-Pelledauen
Angerburg
Osterode ;
Tolkemit
Neufahrwasser
Hela
Rixhöft
Berent
Wassergrund
Thiergarth
Groß-Rosainen
Graudenz
Schneidemühl
Sienno
Tremessen
Nadolnik
Schwartow
Leba
Koeff.
1.15
1.15
1.06
1,03
02
01
1,99
0.07
5
34
87
0,86
0.88
0.91
9,91
189
- a6
“91
a8
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8
"7
%
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En
JS
1.08
Station
Stolpmünde
Rügenwalderm.
Kolbergermünde
Swinemünde
Koserow
Thiessow )
Putbus
Arkona
Wittower Posth.
Darsser Ort
Schivelbein
Ueckermünde
Bütow
Groß-Karzenburg
Bärwalde
Wusterwitz
Greifenhagen
Triebsees
Pammin
Gramzow
Prenzlau
Fürstenwerder
riesen
Wriezen
Liepe
Michaelisbruch
Wittenberge
Lenzen
Müncheberg
Blankenburg
Berlin
Koeff.
111
1,06
1.01
0.99
0.96
0.99
1,02
02
‚01
‚03
1,98
9,97
3.94
0.97
9,93
3.97
2,93
00
6
4
“6
4
A
199
„a9
„95
93
39
‚1
3.92
Station
Westend
Pichelswerder
Wustrow
Warnemünde
Alt-Gaarz
Kirchdorf a. P,
Wismar
Travemünde (H)
Iravemünde (B)
Laage
Gustrow
Bernitt
radebusch
Rothenhusen
uübeck
Dargun
Teterow
Goldberg
Friedrichsmoor
Zarrentin
Reecke
Nusse
Neustrelitz
Eldenburg
Plau
Vierkrug
Salzwedel
Seehausen
Zichtau
Tangermünde
‚ Eutin
Koeff
0.92
0.90
0.98
0.98
0.98
0.96
0.95
0.99
1.97
1,98
1,93
198
2,99
0.98
1.00
5.96
0.95
0.93
1.96
0,97
0.99
(09
54
BD
nQ
IE
93
3.04
0,95
0.92
1.00
Station
Kiel
Friedrichsort
Schleimünde
Schleswig
Flensburg (H)
Flensburg (B)
Keitum
Helgoland
Husum
Tönning
Meldor£
Glückstadt
Wilhelmshaven
Jever
Emden
Nesserland
Borkum
Artlenburg
Tamburg
3remervörde
Borgfeld
Bremen
Brake
Elsfleth
Lüneburg
Wildeshausen
Löningen
Hannover
Celle
| Koeff.
1.07
1.07
1.04
1.08
OT
1,06
14
1.15
1.08
4.11
1.07
02
‚03
‚05
"04
1.03
1.09
0.99
0,98
1.01
0.95
5.96
0.99
0.97
0.94
0.98
0.98
0.91
0.96
Unsere Tabelle V weist die Koeffizienten für diese Zeit nach. Das nach ihr
entworfene Kärtchen (Tafel 19) ergibt wirklich eine im allgemeinen wunderschön
gleichmäßige Abnahme des relativen Regenertrages nach dem Lande hin.
Sie zeigt uns noch einmal deutlicher als alle vorstehenden Betrachtungen den
Rang, den die einzelnen Meeresteile nach ihrer Regenbegünstigung einnehmen. Vor
allem steht uns hier deutlich die Prävalenz der Nordsee gegenüber der Ostsee vor
Augen: Wie schnell sehen wir in Ostpreußen die regenspendende Kraft der Ostsee
erlahmen!