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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1915.
Nach längeren Beobachtungen sind die Januarmittel durchweg kleiner
(Tabelle IV).
Februar. Die 0.75-Linie auf unserem Februarkärtchen auf Tafel 20 zeigt uns
die charakteristischen Verhältnisse des deutschen Nachwinters:
Der noch im KEise starrende Osten steht im schroffen Gegensatz zu dem Gebiete
etwa westlich der Oder, wo der Einfluß der Nordsee etwas mehr Regen veranlaßt.
Dieser schroffe Gegensatz zwischen Ost und West richtet die Linien gleicher Regen-
intensität steil auf. Einen gewissen Grad der Milderung erfährt die nähere Umgebung
des Kurischen Hafls.
Nach längeren Beobachtungen (Tabelle IV) sind die Februarmittel fast durch-
weg etwas geringer.
März. Nach unserem Kärtchen (Tafel 20) findet schon im März die Umkehr
der Niederschlagsverhältnisse statt, wie sie auch auf unserem Frühjahrskärtchen
zu bemerken war. Auf dem Lande ist schon mehr Regen zu verzeichnen als an der
See, besonders regelmäßig bis zur Oder, während der zu dieser Jahreszeit teilweise
noch im Eise starrende Osten nur langsam folgt. Besonders charakteristisch ist daher
das Umbiegen der 0.86-Linie östlich der Oder.
Nach längeren Beobachtungen (Tabelle IV) scheint die Nachbarschaft der
Nordsee etwas größere, die der Ostsee kleinere Mittel zu haben, so daß also der
erwähnte Gegensatz zwischen Ost und West noch schärfer in die Erscheinung
treten würde.
April. Unser Kärtchen (Tafel 20) zeigt wieder eine Zunahme der Regen-
intensität landeinwärts. Es entspricht wohl dem böigen und unberechenbaren
Charakter der Aprilniederschläge (‚‚Der April macht es wie er’s will‘), daß zeichnerisch
gute Kurven im Westen unseres Gebietes nicht zustande kommen, wohingegen die
Gegend östlich der Oder einige brauchbare Linien auf unserer Karte aufweist, die
den Einfluß der See auf den Niederschlag veranschaulichen.
Nach längeren Beobachtungen (Tabelle IV) stellen sich die Aprilmittel durch-
weg als kleiner heraus. .
Mai. Unser Kärtchen (Tafel 20) zeigt wiederum eine deutliche Zunahme des
Niederschlags von der See nach dem Lande hin, und zwar wieder am schnellsten
an der Ostsee, wodurch sich der mehr kontinentale Charakter des östlichen Festlandes
wiederum zu erkennen gibt.
Nach längeren Beobachtungen (Tabelle IV) zeigen unsere Stationen zum "Teil
größere, zum Teil kleinere Mittel.
Juni. Im Juni zeigt sich fast durchweg eine relative Zunahme des Nieder-
schlags von der See nach dem Lande hin. Hierfür einige Zahlenbeispiele in der
folgenden Tabelle:
u} Juni-
Station / Soehühe | Niederschlags-
koeffizient
Station
hi Juni-
Sechöhe | Niederschlags-
(m} WA
koeffizient
Triebsees
Eldenburg
Müncheberg
Helgoland |
Bremen
1 Hannover
Bei diesen Zahlen fällt um so mehr ins Gewicht die Tatsache, daß die see-
abgelegenen Stationen hier gewöhnlich größere Seehöhe haben und trotzdem größere
Regenintensität, obwohl nach sonstigen Erfahrungen die größere Seehöhe den rela-
tiven Niederschlagskoeffizienten der Sommermonate verkleinert.
. Die Regelmäßigkeit der Regenabnahme zur See hin ist indessen nicht so groß,
daß das Kärtchen einer Veröffentlichung würdig wäre.
Nach längeren Beobachtungen (Tabelle IV) sind die Junimittel zum Teil
größer, zum Teil kleiner, im ganzen unwesentlich.
Juli. Unser Kärtchen (Tafel 20) zeigt den ausgesprochenen Sommertypus,
also eine regelmäßige Zunahme des Niederschlags landeinwärts, die im Osten
schroffer ist.