Thraen, A.: Der Einfluß der Nord: und Ostsee auf den Niederschlag usw.
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Der Einfluß der Nord- und Ostsee |
auf.den Niederschlag. in..der: norddeutschen Tiefebene.
Von Oberlehrer ‚A. Thraen, Dinslaken.
(Hierzu Tafeln 19 und 20.)
I. Teil. . Niederschlag.
A. Material. ;
In Hellmanns großem Regenwerke!) sind die Niederschlagsverhältnisse
Deutschlands in der ausführlichsten Weise dargestellt. ; .
Nur in einem Punkte glaubte Hellmann ;-/der für seine Mittelwerte die Be-
obachtungen bis 1900 zugrunde legte, weitere Beobachtungen abwarten zu müssen,
nämlich in der Frage über den räumlichen Umfäng des Einflusses, den das‘ Meer
‚auf den Niederschlag in Deutschland ausübt?). .
Inzwischen sind ‚aber seit der letzten. großen ‚Verdichtung des Netzes nord-
deutscher Regenstationen (kurz vor 1890) zwei Dezennien verflossen, sodaß es nun-
mehr. möglich. ist, wenigstens. für’eine. 20jährige. einheitliche Zeitperiode (1891
bis 1910) an der Hand ausreichend zahlreicher Stationen, der Frage über den Einfluß
der deutschen . See auf den Niederschlag. wiederum .näherzutreten.. . . .
. ‚Diese ‚Aufgabe hat sich die onllaen Arbeit zum. Ziel gesetzt... Da.nun
aber eine. 20 jährige Beobachtungszeit, wohl im allgemeinen, . nicht. aber, in ‚jeder
Einzelfrage Normalwerte zu schaffen vermag; soll im Zweifel immer.auf, die gebräuch-
lichen 35jährigen und -— soweit möglich — auf 50jährige, 60jährige und 70jährige
Mittel zurückgegriffen werden. .. ..‘, .. .
‚WW eiterhin soll auch der Versuch gemacht werden, bei anderen meteorologischen
Hauptelementen, nämlich bei der. Wärme, dem. Luftdruck und der Windrichtung;
Erscheinungen abzuleiten, die eine tiefere Einsicht in die Niederschlagsvorgänge an
der See. eventuell zu, geben geeignet, sind... 8
Figur. 6: unserer Tafel 19. orientiert .über.. das. der. Untersuchung zugrunde
gelegte Gebiet. Während die östliche, nördliche und westliche Grenze. des. Be-
obachtungsgebietes durch die See selbst gegeben war, geschah die südliche Abgrenzung
in der Absicht, das Gelände der Mittelgebirge von unserer Untersuchung fernzuhalten,
da erfahrungsgemäß die Gebirge nach der Hinsicht der Niederschlagsverhältnisse mit
der See vieles gemeinsam haben, wie z. B. großen Regenertrag und die Neigung zu
Winterregen. .- SS "Fernhalten der Mittelgebirgszone aus unserem Gebiete hat dem-
nach den besonderen: Zweck, Unklarheiten vorzubeugen. . en
_ Als. südliche. Grenze. wurde der Breitengrad 52°_20’ gewählt, sodaß das
Gebirgssystem der mittleren Weser gerade noch ausgeschlossen blieb”).
Das nach erfolgter sorgfältiger Prüfung ausgewählte Material wurde dem
„Deutschen Meteorologischen Jahrbuch‘ der Systeme Berlin (K. Pr. M. I.) und Ham-
burg (D. S.) aus den Jakhrgängen 1891 bis 1910 entnommen. Im Zweifel wurde
zurückgegriffen auf die Original-Beobachtungstabellen dieser beiden Zentralen.’
ru B. Jährliche. Niederschlagsmenge, ;
Einer. der. wichtigsten Faktoren, ‚durch die die ‚jährlichen Niederschlags-
verhältnisse ‚eines Ortes “charakterisiert. werden, können, ist. der durchschnittliche
jährliche Ertrag ‚des Niederschlages.. .... A ;
Es möge däher von uns an erster Stelle untersucht werden, wie die jährliche
Niederschlagshöhe in der unmittelbaren und. weiter abgelegenen Umgebung der
deutschen See durch dieselbe beeinflußt wird. Lu . ;
Hierzu wurden aus der Tabelle III von jeder Stationsgruppe ein.paar Stationen
ausgewählt, die miteinander. verglichen, werden. sollen. ... Für jede dieser ‚Stationen
wurden, in der umstehenden "Tabelle Jahresmittel und Seehöhe besonders gegen-
übergestellt.”
„Die Niederschläge in den Norddeutschen. Stromgebieten.‘“... Bd. 1 bis 3.. Berlin 1906.
?) Ebenda, Bd. 1, S. 105; über eine neue Arbeit’ Hellınanns siehe S. 10 unserer Arbeit.
3) Daß tatsächlich schon der nur um einige Minuten mehr südliche Teutoburger Wald Neigung
zu Winterniederschlägen zeigt, wird der Verfasser im Anhang des »Meteorologischen Jahrbuches für
Aachen« vom Jahrgang 1912/13 zeigen.