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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1915.
Die Mendozasche Tafel ist die erste, welche die Meridionalteile mit zwei
Dezimalen der Minute enthält. Zwar hatten schon E. Wright und W. Snellius
in ihren Tafeln vier Dezimalen gegeben. Aber, weil ihr Verfahren nur ein Annäherungs-
verfahren war, das bei größeren Breiten nicht einmal die ganzen Minuten richtig
lieferte, waren. diese vielen Dezimalstellen zwecklos. Und, wie schon oben gezeigt
wurde, waren die späteren Tafeln immer nur mit einer Dezimale berechnet. In den
Begleitworten der Tafel in der Conn. des temps pour 1793, S. 303, sagt Mendoza,
daß die bis dahin veröffentlichten Tafeln nicht die Ausdehnung und Genauigkeit
gehabt hätten, welche man für verschiedene Anwendungen in der Hydrographie
wünschen könne. Er habe darum eine neue Tafel in Hundertsteln der Minute berechnet,
sowohl für die Kugel als für das Sphäroid. Die letztere wird uns später noch be-
schäftigen.
Die von Mendoza für die Kugel berechnete Tafel der Meridionalteile hat im
19. Jahrhundert die weiteste Verbreitung gefunden. Sie ist in zahllose nautische
Bücher und Tafelsammlungen übergegangen und wird auch heute noch allgemein
gebraucht in allen Fällen, wo nicht die größte Genauigkeit erfordert wird. Im folgenden
sind. einige Werke (sämtlich in der Seefahrtschule in Bremen befindlich) genannt,
welche diese Tafel aufgenommen haben:
C. Guepratte, Problemes d’astronomie nautique et de navigation. 2. ed.
Brest 1823.
Handbuch der Schiffahrtskunde. Hamburg, 3. Aufl. 1832), Nur
mit einer Dezimale.
James Inman, Nautical tables. New ed. London 1846.
V. Caillet, Traite €lementaire de navigation. Brest 1846.
Vincenzo Gallo, Trattato di navigazione. Trieste 1851.
Carlo Zamara..., Manuale del capitano... Trieste 1855.
A. Breusing, Nautische Tafeln. (1. Auflage 1858.) 10. Auflage Leipzig 1913,
gibt die Meridionalteile in Zehnteln der Minute für jede zehnte Minute der Breite,
mit Angabe des Unterschiedes für 1’ bei jeder Minutendekade; von 80° an nur in
ganzen Minuten. N
G. Friocourt, Tables de logarithmes et tables de navigation. Edition
stereotype. 3. tirage. Paris 1903. Nur mit einer Dezimale.
Domke, Nautische, astronomische und logarithmische Tafeln. 11. Auflage
Berlin 1910. Nur mit einer Dezimale.
Ill. Die Meridionalteile für das Sphäroid.
14. Die Tafel von Patrick Murdoch (1741).
Die bisher erwähnten Tafeln der Meridionalteile sind für die als Kugel be-
trachtete Erde berechnet. Aber am Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts
brach sich allmählich die Erkenntnis Bahn, daß die Erde nicht die Gestalt einer
Kugel, sondern eines Rotationsellipsoides habe. Die Frage, ob sie ein abge-
plattetes oder verlängertes Ellipsoid sei, wurde durch die Gradmessung, welche
Maupertuis und seine Gefährten 1736 bis 1737 in Lappland und Bouguer und
seine Gefährten 1735 bis 1743 in Peru vornahmen, dahin entschieden, daß die Polar-
achse kleiner sei als die Äquatorialachse, während über die Größe der Abplattung
noch keine Einigung erzielt wurde.
Sogleich, nachdem das Ergebnis der Maupertuisschen Expedition bekannt
geworden war, begann man, die Tafel der Meridionalteile der sphäroidischen Gestalt
der Erde anzupassen. Der erste, welcher dies versuchte, war Patrick Murdoch*®).
Es erscheint angebracht, hier eine eingehende Darlegung seiner Leistung zu geben,
zumal da S. Günther (S. 381) bemerkt, ihm sei das Tafelwerk Murdochs unbekannt
geblieben”), und darum mit einer kurzen Bemerkung) über ihn hinweggeht,
57) In der ersten Auflage von 1819 und der zweiten von 1824 (auch in der Universitäts-Bibliothek
Göttingen befindlich) werden die Meridionalteile nur in ganzen Minuten gegeben,
58) Mercators Sailing, applied to the true Figure of the Earth. By Patrick Murdoch. London
1741. (Universitäts-Bibliothek Göttingen.)
59) Er zitiert die französische Übersetzung des Murdochschen Werkes von Bremond von 1742.
80) Vol. S. 496 dieser Arbeit.