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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie. Januar 1915. 
kommende Eis und friert zusammen, Anfang Mai oder später, je nach den 
Witterungsverhältnissen, bricht die Eisdecke in der Bucht gewöhnlich wieder auf, 
Tiden. Die Hafenzeit für die Goose-Bucht ist 7b 13min, die Springhoch- 
wasserhöhe beträgt 1.5 m (5’), die Nipphochwasserhöhe 0.8 m (22/,’). 
Strom macht sich in der Einfahrt zur Bucht kaum bemerkbar und die 
Strömungen außerhalb der Einfahrt scheinen von den Tiden unabhängig zu sein, 
Sie folgen unregelmäßig der Richtung der Küste und erreichen selten mehr als 
1 Sm Geschwindigkeit in der Stunde, manchmal sind sie überhaupt nicht zu 
fühlen. Am stärksten sind sie immer vor Kap Goose, 
Ankerplatz, Östlich von der La Fourmi-Klippe wird der Hafen 2%, Kblg 
breit und bietet von Land eingeschlossenen Ankerplatz auf 9.1 bis 16 m (5 bis 
9 Fad.) Wasser über gut haltendem Grund, 
Wasser ist reichlich vorhanden, aber schwer zu bekommen, da die Boote 
nicht dicht genug an die Flußmündungen herankommen können. 
(Fortsetzung folgt.) 
Angaben über Ankerplätze und Strömungen im nordwestlichen Teile 
von Deutsch Neu-Guinea. 
(Amtlich) 
Nach Berichten von Kapt. 0. Prejawa, Führer des Motorschuners »Moewe«. 
1. Bericht über Reise- und Hafenverhältnisse, 
Auf einer Reise von Herbertshöhe westwärts längs der Nordküste von 
Neu-Pommern steuerten wir um Kap Lambert südwärts nach der Hixon-Bucht. 
Eben westlich von diesem Kurse, östlich querab von der Lolobau-Insel, hatte ich 
auf früheren Fahrten eine Sandbank gesehen, die mir eine gute Ansteuerungs- 
marke war, Diese Sandbank war im Oktober 1913 nicht zu finden, nur das 
nackte Riff mit der Brandung wurde gesehen, 
Auf derselben Reise ankerten wir in der Durchfahrt zwischen den Inseln 
Tiwongo und Lolobau auf 9 m Wasser, fanden dort während der ganzen Nacht 
einen Strom von 2 Knoten nach Osten. Die Riffe fielen bei Niedrigwasser 
trocken. 
Unser Ziel war die Commodore-Bucht. Steuerten in etwa 2 Sm Abstand 
vom Lande südwestwärts längs der Küste. Wir sahen viele Riffe, einigen mußten 
wir ausweichen. Auf der ganzen Strecke fanden wir mit 45 bis 55 m Leine fast 
immer Grund, Wegen zu unsichtigen Wetters wurde nahe der Vessy-Insel und 
dem Festlande auf 20 m Wassertiefe geankert. 
Commodore-Bucht. Morgens bei sichtigem Wetter steuerten wir, von 
der Thiel-Insel kommend, auf SW-Kurs mit 5 Knoten Fahrt in die Bucht hinein, 
ankerten dann bei Kap Hoskins auf einem Riffe mit 8 m Wasser. Hielten 
während der Fahrt das Lot in Gebrauch, fanden aber mit 30 m senkrechter 
Leine kein einziges Mal Grund, sahen auch nur weit nordwärts die Riffe mit 
Brandung darauf. Nahe unserem Wege bemerkten wir kein einziges Riff trotz 
gut besetzten Ausgucks. Unser Ankerplatz lehrte aber, daß sehr wohl versteckte 
Gefahren vorhanden sein, aber der olivengrünen Färbung des Wassers wegen 
erst sehr spät bemerkt werden können. Der zur Zeit unserer Anwesenheit tätige 
Vulkan Pago (Zweispitzberg) streute reichlichen Aschenregen, der von dem durch 
die Schluchten wehenden SO-Monsun über die ganze Luft getragen wurde, so 
daß uns die Augen schmerzten,.. Dieser Aschenregen bedeckt den Meeresgrund 
und läßt alles in gleichmäßigem Grün erscheinen, er verwischt die sonst heller 
erscheinenden, warnenden Stellen bei Untiefen. 
Der Vulkan, dessen Tätigkeit bei Tage nur durch dicken, stoßweise aus- 
tretenden Rauch erkennbar war, bot nachts ein prächtiges Schauspiel durch die 
großen glühenden Steine, die hoch in die Luft geschleudert wurden und beim
	        
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