478 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1915,
Teile des finnischen Meerbusens vordrang, sie zog sich sogar noch im November
zuweilen ganz von diesen Gewässern zurück. Anfang Dezember rückte sie jedoch
vor und schloß am 7. das ganze Gebiet mit Ausnahme der schwedischen Gewässer
südlich vom Alands-Haff ein. Zwar zog sie sich mit einer Dauer westlicher
Winde um die Mitte des Dezember wieder beträchtlich zurück, aber die Abkühlung
des Wassers und Vereisung der Häfen war nun doch so weit vorgeschritten, daß
am Jahresschluß nur noch solche Häfen erreicht werden konnten, die dicht an
der Ostsee, nicht hinter langen Schären liegen und die einen regen Verkehr oder
Eisbrecher zu Hilfe hatten.
Im Januar lag meistens das ganze Gebiet innerhalb der 0°-Grenze, sei es,
daß diese, wie bei der typischen Wetterlage vom 5. I. — Tief über der südlichen
skandinavischen Halbinsel, südliche Ostsee, Weststurm und 5°C, Haparanda
NO-Wind und — 25°C. —, über dem südlichen Teile des Gebietes verlief, oder
daß sie bei der umgekehrten Wetterlage — Gebiet hohen Druckes über Skan-
dinavien, wie am 12. I. — mit überall polaren Winden bis nach Frankreich vor-
gerückt war.
Die Beziehungen zwischen dem Wetter und der Vereisung oder der Schiff-
fahrt in den übrigen Wintermonaten sind schon bei den einzelnen Gebieten
besprochen.
II. Die Eisverhältnisse in den dänischen Gewässern.
Nach der Bearbeitung des Dänischen Meteorologischen Instituts »Isforholdene
i de danske Farvande i Vinteren 1913—1914« waren die Eisverhältnisse des Winters
1913/14 in den dänischen Gewässern im allgemeinen noch günstiger als in dem
ungewöhnlich milden Winter 1912/13. Denn läßt man zunächst die Störung der
Schiffahrt außer acht, so ergibt sich die folgende Zusammenstellung:
Zahl der Tage, an denen Fis vorhanden war:
Art der Gewässer
1 ! I ; !
1906/07 190708 1908/09 1909/10 1910/11 1911/12. 1912/13 1918 /'14
In Fahrstraßen . .... .,| 66
« Häfen an Fahrstraßen. . . 17.4
« teilweise geschlossenen Gewässern | 24,2
Häfen an geschlossenen Gewissen) 52,8
geschlossenen Gewässern . . .1 57.9
An allen Beobachtungsstellen . .} 30.3
0.2
2.9
6.7
25.5
32,2
10.1
18.6
28.4
41.0
69.2
66.3
38.8
1 00 17.7 0.3 0.1
22 05 204 3.2 2.1
21 02 351 62 4.6
142 96 49.1 184 150
20.7 5,6 | 529 19.1 | 166
57 | 24 | 315 | 7.4 | 6.0
Danach sind in den dänischen Gewässern im Winter 1913/14 weniger Tage
mit Eis vorgekommen als im Winter 1912/13 mit einer durchschnittlich höheren
Wintertemperatur. Ein etwas anderes Bild ergibt die Betrachtung der folgenden
Tabelle, wo wir in Kolding, Holbaek, Bandholm u. a, Eisschwierigkeiten finden,
wie sie im Winter 1912/13 dort nicht vorgekommen sind. Dies erklärt sich sofort
durch die Lage dieser Orte an nach Norden und Nordosten offenen Buchten, in
die das Eis in der Kälteperiode vom 14. bis 24. I. durch die nordöstlichen Winde
hineingeschoben wurde und aus denen es mit am 25. I. einsetzenden südwest-
tichen Winden schnell verschwand. Im Winter 1912/13 dagegen herrschten
während der Vereisungszeit südliche und westliche Winde, die Eis z, B. nach
Selskör und sogar nach Nysted trieben, aber nach Norden offene Buchten
rein fegten.
Die Eisverhältnisse in den dänischen Gewässern.
In dieser Tabelle bedeuten:
Die ersten Zahlen hinter den Namen: Zahl der Tage, an denen die Schiffahrt behindert gewesen ist.
” zweiten « < « « 2 2 < « 252€ x « <« Segelschiffahrt unmöglich war.
nicht eingeklammerten Daten: Nur die Segelschiffahrt geschlossen.
mit runden Klammern umschlossenen Daten ( ): Dampfschiffahrt behindert.
« eckigen € * [ ]: Schiffahrt geschlossen.