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schwindigkeiten der niederländischen und französischen Dampfer mit einander ver-
glichen, und es ergab sich auf der Strecke von Adern bis 80° O-Lg' in denselben
Monaten die Anzahl der Tage für die niederländischen und französischen Schiffe
bezw. 12,06 und 10,7 Tage. Nach diesem Verhältnis würden die niederländischen
Schiffe ungefähr 9,5 Tage gebrauchen für die Fahrt von Point de Galle bis
Aden, wenn sie den 1'/2°-Kanal passiren, oder 7,5 Tage von diesem bis Aden.
Die durchschnittliche Dauer der Reise von der Sunda-Stralse bis Aden auf der
Route südlich von don Malediven, welche stets von den niederländischen Schiffen
befolgt worden ist, beträgt 17,14 Tage; hiernach würde die Route durch den
1’/2°-Kanal günstiger sein, wenn die Fahrt von der Sunda-Strafse bis zu diesem
Kanal sich in 17,14 — 7,50 = 9,64 Tagen bewerkstelligen liefse.
Zur Beantwortung der Frage, ob es möglich ist, diesen 'Cheil der Reise
in kürzerer Zeit, als 9,64 Tage, zurückzulegen, hat Baron van Heerdt die zur
Zurücklegung von gleich langen Strecken zwischen den Meridianen von 95° und
80° Ost, von den französischen Schiffen nördlich vom Aequator, zwischen
6°—7° N-Br, und von don niederländischen Schiffen südlich vom Aequator,
zwischen 6°—7° S-Br, gebrauchten Anzahl von "Tagen mit einander verglichen;
die französischen Schiffe brauchten hierzu 3,5, die niederländischen 3,75 Tage;
mit Rücksicht auf das eben angegebene Verhältnils der mittleren Geschwindig-
keiten der Schiffe beider Nationen kann hiernach diese Strecke auf der süd-
lichen Route in kürzerer Zeit zurückgelegt werden, als auf der nördlichen.
Die mittlere Reisedauer der niederländischen Schiffe von der Sunda-
Strafe bis 80° O-Lg in 5° S-Br war 611 Tage; unter der Annahme, dafs die
540 Sm lange Strecke von dieser Stelle bis zu dem 1%%°-Kanal in 2,1 Tagen
zurückgelegt werden kann, so würde die Gesammtdauer der Reise von der
Sunda-Strafse bis zu diesem Kanal 8,2 Tage betragen, also einen Vortheil von
1% Tag für dio ganze Reise von der Sunda-Strafse bis Aden. Wir können
aber nicht entscheiden, ob die direkte Route von der erstgenannten bis zu dem
L'/2°-Kanal noch vortheilhafter sein würde. Diese Berechnung ist indessen nur
aus den durchschnittlichen Geschwindigkeiten der Schiffe hergeleitet, und so
ist es schwer zu bestimmen, ob vielleicht ein Dampfschiff auf dieser Fahrt nicht
durch starke Westwinde aufgehalten werden konnte.
Trotz unserer Bemühungen haben wir keine Auszüge von den Schiffs-
journalen der Dampfer der „Peninsular and Oriental Steamship Company“
erhalten können.“
4. September und Oktober (IV).
a) Von Aden bis Padang.
„Die von den verschiedenen Schiffen in diesen Monaten gemachten Routen
wichen so wenig von einander ab, dafs sich aus ihnen keine günstigste Route
herleiten liefs; es ist deshalb hierfür auf die Publikation von 1871 zu ver-
weisen.“ 9
b) Von der Sunda-Strafse bis Aden (16 D.-J.).
„Obgleich nur 16 Reisen für diese Route in den Monaten September und
Oktober vorliegen, so ist doch das Ergebnifs der Untersuchung derselben für
die Bestimmung der vortheilhaftesten Route ein sehr günstiges, wegen der
grofsen Verschiedenheit der von den Schiffen eingeschlagenen Routen. Man
kann diese in drei Gruppen theilen: die erste derselben verfolgt den Kurs
südlich von den Chagos-Inseln bis 70° O-Lg und von da bis zum Meerbusen
von Aden; — die zweite läuft nördlich von den Chagos-Inseln und südlich von
den Malediven und die dritte noch weiter nördlich mit dem Schnittpunkt von
80° O-Lg in 6° N-Br. Von diesen drei Routen ist die südliche die vortheil-
hafteste; als äufserste Südgrenze dieser Route ist der Parallel von 9° Süd zu
betrachten.“
1) In dieser heifst es: „Die beste Route für die Fahrt von Aden bis Pacdang im den Monaten
September und Oktober ist die nördliche, um soviel als möglich von den westlichen Winden Nutzen
zu ziehen, welche hier an Stärke zunehmen; diese Route läuft nördlich von Minıkur; man thut am
besten, den Aequator östlich von 95° O-Lg zu schneiden. Je nach dem Zustande des Wetters kann
man innerhalb oder aufserhalb der Mantawi-Insel passiren und in die Sunda-Stralßse längs der Küste
von Sumatra einsteuern,“ A. d. R.