450 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1915.
suchen, ob irgendwelche näheren Beziehungen zwischen diesen beiden Größen
bestehen. Zu diesem Zwecke habe ich nach den Angaben in den »Beobachtungen
der Stationen IL und III Ordnung« die Berechnung für Berlin (7° V) durch-
geführt. Die Temperaturmittel für die einzelnen Monate sind durch die Bear-
beitung der Jahrgänge 1889 bis 1908 entstanden; ebenso liegt für die Werte der
Veränderlichkeit dieselbe 20jährige Periode zugrunde. Dann erhält man die
Größen der folgenden Tabelle.
Tabelle XII
Gang der Temperatur und Veränderlichkeit um 7h V in Berlin,
Monate
£ | ML HL] DV. VOM VIEL VOL! XIX, XL XUL
Temperatur ,. ‚]-1.43°l_0.47° 1,909:5.59° 12.60° 15.03°:16.28° 15.19° 11.04°'7,40° 3.04° -0.13°| 7.119
Veränderlichkeit | 2,729) 243° 2.11°} 1.839; 1.95% 1.949 1.769, 1.69° 1.77°:2.12° 2,35° 2.44°] 2.099
Von den Temperaturmitteln wird keine absolute Genauigkeit verlangt, denn
hierfür ist die Periode zu kurz; ich habe diese 20 Jahre nur deshalb gewählt,
um eine sowohl an Dauer als auch an Gleichzeitigkeit übereinstimmende Periode
für jede Größe zu benutzen. Dieses Beispiel soll den Nachweis für den charak-
teristischen, gerade entgegengesetzten Verlauf der Temperatur und der inter-
5 diurnen Veränderlichkeit der
Kewberakur und 3 Kr 3, © Veränderlichkeit Temperatur liefern. Um die
un n 3 5 K 43 2A x
“der Temperatur zu Berlin 1889 bis 1908. Gegensätze noch klarer ‚her VOR
Monat I. IT. IIL IV. V, VL VII VIILIX, X, XL XI, I treten zu lassen, habe ich den
ae AT A Gang der beiden Größen in der
46.0° nebenstehenden Fig. 3 graphisch
Ma dargestellt.
13.09 Hierin ist die interdiurne
" Veränderlichkeit in einem zehn-
0° mal größeren Maßstabe als die
Temperatur eingetragen, um die
Übersicht zu erleichtern. Ferner
wurde für beide Größen die ge-
strichelte Linie als Jahresmittel
(für die interdiurne Veränder-
lichkeit allerdings um 0.02° ver-
schoben) gewählt.
Die Temperaturkurve zeigt
den charakteristischen Verlauf
mit den Extremen im Januar
und Juli. Ganz den entgegengesetzten Gang hat die Veränderlichkeit mit
den größten Werten im Winter und den kleinsten im Sommer. Das Maximum
der Variabilität stimmt hinsichtlich des Eintritts mit dem Minimum der Tem-
peratur überein; dagegen tritt das Minimum der Veränderlichkeit erst einen
Monat später als das Maximum der Temperatur ein. So hat also die Veränder-
lichkeit mit Ausnahme des sekundären Maximums im Mai den entgegengesetzten
Verlauf wie die Temperatur, Auf welche Gründe diese Teilerhebung im Spät-
frühjahr zurückzuführen ist, läßt sich nicht so ohne weiteres entscheiden. Es ist
möglich, daß die Ausführungen von L. Grossmann!) zur Erklärung herangezogen
werden können.
Ein zahlenmäßiger Zusammenhang zwischen dem Verlauf der Temperatur
und der interdiurnen Veränderlichkeit hat sich aber nicht gefunden,
(Schluß folgt.)
-}
L. Grossmann. a. a. ©