444 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1915.
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Biarritz ....
Neapel. . ... ‚40° 52' 14° 15’ O 149 j1.59:1.90 1.61 1.19 1.4111.29' 1,.23° 1.19 1.26 1.65 1.58 1.77 11.45
Von den Zahlen der Tabelle kommen für dieses Kapitel, wo es sich um
die Größe der interdiurnen Veränderlichkeit und deren geographische Verteilung
handelt, nur die Werte des Jahresmittels in der letzten Spalte in Betracht. Die
vorausgeschickten Betrachtungen geben die Möglichkeit, aus diesen Zahlen einen
Einblick über die Verteilung dieses meteorologischen Faktors zu gewinnen.
Für die Reihenfolge der angeführten Stationen war in erster Linie die
geographische Breite des Beobachtungsortes maßgebend, und zwar wurde mit
den höchsten Breiten begonnen, da die Veränderlichkeit vom N nach S abnimmt.
Wie schon vorher nachgewiesen, ist die Veränderlichkeit sehr von der kontinen-
talen oder maritimen Lage des Ortes abhängig und nimmt mit wachsender Ent-
{ernung vom Meere zu. Um diese Einflüsse in der Tabelle zum Ausdruck zu
bringen, habe ich die Orte mit annähernd gleicher geographischer Breite in
Gruppen zusammengefaßt und in diesen die Stationen der Reihenfolge nach von
O nach W angeordnet. Auf diese Weise treten die Verhältnisse, wie sie durch
die Lage eines Ortes bedingt werden, deutlicher hervor als in der Tabelle VII,
wenngleich man auch hier von einigen Abweichungen in den einzelnen Gruppen
absehen muß. Eine einheitliche Anordnung der Veränderlichkeit nach der Größe
wird eben durch den Einfluß der verschiedenen Faktoren unmöglich gemacht,
und jede Zusammenstellung der Werte muß zu einer teilweisen Aufgabe anderer
Forderungen führen. In Tafel 18 sind außer den Werten der interdiurnen Ver-
änderlichkeit der Temperatur um 0.5° fortschreitend die Linien gleicher Varia-
bilität eingetragen und der Benennung von H. Bahr!) entsprechend mit »Iso-
metabolen der Temperatur« oder »Thermo-Isometabolen« bezeichnet. Sie geben
die horizontale Verteilung der Veränderlichkeit in Europa an.
Ein Blick auf die Fig. 1 Tafel 18 zeigt uns, daß wir für das Jahr im NO
von Europa das Gebiet größter Veränderlichkeit zu suchen haben, sowohl unter
dem Einfluß der geographischen Breite als auch infolge des kontinentalen Klimas,
Wie weit die Variabilität nach O hin noch zunimmt, kann hier nicht angegeben
werden, da in dem bearbeiteten Gebiet Archangelsk in dieser Richtung die
äußerste Station ist. Es ist aber anzunehmen, daß die Veränderlichkeit hier
noch keineswegs ihren größten Wert erreicht hat.
Von hier aus nimmt die Veränderlichkeit nach Westen und Süden hin
ab. Die Abnahme nach W ist bereits vorher an einer anderen Stelle besprochen
worden, wo die Zunahme mit der Kontinentalität. nachgewiesen wurde. Legt
man nun einen größten Kreis durch die Orte Archangelsk und Neapel, so findet
man ungefähr folgende Werte: Neapel 1.45°, Lesina 1.80°, in der Nähe von
Budapest 2.0°, Lemberg 2.06°, zwischen Wilna und Gorki 2.50°, südöstlich von
Petersburg ungefähr 3.00°, bis schließlich Archangelsk mit 3.53° den größten
Wert besitzt. Dieser größte Kreis weicht von der Richtung der Längengrade
beträchtlich ab und erstreckt sich ungefähr von SSW nach NNO. Man erkennt,
daß die Veränderlichkeit als Resultante aus zwei Komponenten erscheint, einmal
aus der Zunahme von S nach N und ferner aus der Zunahme mit der Entfernung
vom Meere, für unser Gebiet also von W nach O.
Die Gebiete kleinster Veränderlichkeit werden wir unter dem Einfluß des
Meeres zu suchen haben. Diese Verhältnisse findet man durch die Lage der
1.5° Isometabole über der Nordsee gut ausgedrückt; Dasselbe ist am Eingange
+30 107.169 26°
130 46/.11° 18’
430 42'| 7° 10 UL
42042 29053 O
430999 1° 34 W.
u
oi0oj|0o| ol ©o 8 9 9, ©
2.192,37 1.87 1.44 1.4511.30° 1,29' 1.33 1,36 1.91 2.03 2.42 . 1.80
2.86.2.40.2.28.2.10/1.47 1.48 1.81. 1.54 1.74 2.15 2.43 2,36 ] 2.02
1.54:1.81:1.74'1.59/1.84/1.54' 1.39 1.42 :1.48 1.79 1.42 1.74 11,59
2.81'3.3712.68 1.6311.94:1.72 1.35 1.66 11.92 3.05 2.45 3.41 2,34
3.43:3.11/2.,39 1.9511.55 1.55 1.21' 1.56 1220 2.61 3.06. 2.79 2,29
\ H. Bahr. Die interdiurne Veränderlichkeit des Luftdrucks. Inauryural-Dissertation. Berlin 1910.