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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1915, 
Lastman, der seinem Werke ein Schreiben von seinem Landsmann Snellius 
vordruckt*), stützt sich in seinen Darlegungen auf diesen in keiner Weise. Abgesehen 
von der Tafel an sich, bedeutet sein Werk auch dadurch einen Fortschritt über 
Snellius hinaus, daß er die Tafel auch zur Zeichnung der Mercatorkarte benutzt 
and die nautischen Rechnungsregeln klarer und kürzer gibt. Es scheint, daß Snellius 
auf die französischen Nautiker einen größeren Einfluß ausgeübt hat, als auf seine 
Landsleute. 
A. de Graef®) übernimmt die Regel von Lastman, gibt dann aber für ihre 
Anwendung ein einfacheres Verfahren an, das er anscheinend empirisch gefunden hat. 
Die Tafel, welche er darnach berechnet hat, stimmt bis 50° Br. mit der Last- 
manschen überein, weicht dann aber in steigendem Maße so beträchtlich von ihr 
ab, daß es unnötig ist, näher auf dieses Verfahren einzugehen. 
Folgende Werke haben die Lastmansche Tafel übernommen: 
C. AH. Gietermaker, ’t Vergulde Licht der Zeevaert, ofte Konst der Stuer- 
lieden. Amsterdam, den derden Druck, 1677; den sesden Druck, 1693. (Seefahrt- 
schule Bremen.) 
A. C. Hellingwerf, Groote Hoornse Stuurmans-Konst. Amsterdam 1699. 
'Seefahrtschule Bremen.) 
H. Brarens, System der praktischen Steuermannskunde. Magdeburg, 
]. Auflage 1800; 3. Auflage 1819. (Seefahrtschule Bremen.) 2. Auflage 1807. 
{Universitäts-Bibliothek Göttingen.) 
Die nach Oughtreds bzw. Lastmans Regel berechneten Tafeln sind ohne 
Zweifel noch in viele andere nautische Werke übergegangen. Aber manche bringen 
die Meridionalteile nur in ganzen Minuten, so daß nicht festgestellt werden kann, 
woher die Tafel stammt. P. Bouguer*) gibt (S. 433) eine Tafel der Meridionalteile 
für die Kugel, von zehn zu zehn Minuten fortschreitend, in ganzen Minuten, die, 
wie er (S. 422) sagt, durch Addition der Sekanten von Minute zu Minute be- 
rechnet ist. (Fortsetzung folgt.) 
Die 
interdiurne Veränderlichkeit der Lufttemperatur in Europa. 
Von Ulrich Retzow, 
(Hierzu Tafel 18.) 
[Fortsetzung.] 
III. Das Jahresmittel der Veränderlichkeit und seine geographische 
Verteilung. 
Wie wir bereits in den vorhergehenden Ausführungen gesehen haben, 
besitzt die interdiurne Veränderlichkeit überall da Extreme, wo die Temperatur 
zu den größten Abweichungen vom Mittelwerte neigt. Dasselbe gilt auch bei 
Übertragung auf das Jahresmittel der Temperatur. — Es ist bekannt, daß in 
den Tropen in der Nähe des Äquators der jährliche Gang der Temperatur am 
gleichmäßigsten ist und nur eine sehr geringe Amplitude aufweist. Mit der 
Zunahme der geographischen Breite wächst zugleich die Größe der Amplitude 
dieses jährlichen Verlaufs, ganz abgesehen von der Verteilung von Wasser 
und Land. 
in den höchsten Breiten wird die Amplitude unter dieser Voraussetzung 
die größten Werte annehmen. Es liegt somit die Annahme nahe, daß die inter- 
diurne Veränderlichkeit in der Nähe des Äquators die kleinsten Werte besitzt, 
44) Dieses Schreiben ist ebenso wie das Privileg und ein Schreiben von Lastman selbst von 1621 
datiert, während das Titelblatt des Werkes die Jahreszahl 1652 trägt, ohne Angabe, daß hier vielleicht 
eine spätere Ausgabe vorliegt. — Die Lastmansche Tafel findet sich schon in einem früher erschienenen 
kleineren Werke desselben Verfassers: Lastmans Beschryvinghe van de Kunst der Stuer-Luyden door 
Cornelis Jansz Lastman. Amsterdam 1642. (Universitäts-Bibliothek Göttingen.) 
4%) A. de Graef, De seven Boecken van de groote Zeevaert. Amsterdam 1658, S. 65. (Seefahrt- 
schule Bremen.) 
46) Nouveau traite de navigation. Paris 1753. }
	        
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