accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 1986

Meereskunde 
39 
Bezüglich der ozeanographischen Einflüsse auf die Sedimentation des NOAMP-Ge- 
bietes ergab sich mit Hilfe der oben erwähnten Stratigraphie, daß im Bereich von 
Tiefsee-Bergen strömungsbedingte Umlagerungen eine wichtige Rolle spielen. Da 
bei ließ sich sehr gut der Einfluß der sogenannten „Taylor-Säulen“ nachweisen. Es 
wird resuspendiertes Sediment durch Auftriebserscheinungen über Berge geho 
ben. Von dort sinkt es an den Flanken der Höhen ab und lagert sich am Hangfuß 
ab. 
Die sedimentechographische Kartierung ergab in den Tiefsee-Ebenen des NOAMP- 
Gebietes stärkere Einflüsse durch Suspensionsströme (Turhidity Currents) als bis 
her angenommen wurde. So wurden u. a. Erosionsformen bis 30 m Tiefe festge 
stellt. Mit Hilfe der bereits entnommenen Kerne ist so eine detailliertere Beschrei 
bung des inneren Aufbaus von Suspensionsströmen als bisher möglich. 
Die Kooperationen mit den Universitäten Hamburg, Göttingen, Tübingen, Kiel, 
Zürich und Neuchâtel wurden weiter ausgebaut. 
Verschiedenes: 
Es wurden Auskünfte über den Meeresboden erteilt und mehrere meeresgeo 
logische Gutachten angefertigt. Im Herbst wurde in der Unterelbe eine Trassenun- 
tersuchung für einen Düker vorgenommen. 
2.2.3 Stoffliche Umweltfragen 
2.2,3.1 Chemie des Meerwassers 
Chemische Ozeanographie: 
Vom 18. April bis zum 11. Mai nahm das DHI mit dem FS „Gauß“ an der internatio 
nalen Patchiness-Expedition (PEX 86) teil. Dieses Unternehmen wurde vom Inter 
nationalen Rat für Meeresforschung (ICES) koordiniert. Es beteiligten sich zwölf 
Forschungsschiffe der Ostsee-Anliegerstaaten. 
Mit Patchiness bezeichnet man die ungleichmäßige Verteilung von kleinen Meeres 
organismen (Plankton), von Nährstoffen und anderen chemischen Verbindungen 
im Meerwasser. Wie es zu dieser ungleichmäßigen Verteilung kommt, wurde süd 
östlich von Gotland durch gleichzeitige Messungen von allen Schiffen aus unter 
sucht. In dem 20 sm mal 40 sm großen Untersuchungsgebiet wurde ein dichtes 
Stationsnetz täglich einmal aufgenommen. 
Bei beginnender Sonneneinstrahlung und allmählicher Erwärmung des Oberflä 
chenwassers entwickelte sich das Plankton zu voller „Blüte“; bereits nach einer 
Woche waren an einigen Stellen der Oberflächenschicht Nährstoffe, z. B. Nitrat, 
aufgezehrt. Die Intensität der biologischen Produktion zeigte sich auch in hoher 
Sauerstoffkonzentration und hohen pH-Werten. 
Außer der Aufklärung der chemischen, biologischen und physikalischen Vorgänge 
im marinen Ökosystem hat dieses großangelegte Experiment besondere Bedeu 
tung für die Überwachung der Meeresverschmutzung. Die Überwachungsmessun 
gen, die im Helsinki-Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt der Ostsee 
regelmäßig von allen Anliegerstaaten durchgeführt werden, kann man nur dann 
richtig bewerten, wenn die zeitliche und räumliche Veränderlichkeit der Stoffkon 
zentrationen genau bekannt ist.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.