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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

132 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1915, 
of Table of colleeted Secants‘. In dem soeben erwähnten, von W. Snellius ins 
Lateinische übersetzten Werke Stevins wird von „Canones collectarum secantium“‘ 
gesprochen, während der Übersetzer Stevins ins Französische, Girard, sie „Table 
de la somme des secantes‘‘ nennt. W. Snellius%®) selbst bezeichnet sie 1624 als 
„Tabulae canonicae parallelorum‘‘. 
Aber schon vorher tritt der Name einer „‚Tafel der Meridionalteile‘‘ in England 
auf. Es scheint?), daß er auf Raphe Handson (1614) zurückzuführen ist. Er findet 
als Table of Meridional parts dann in England allgemein Eingang. Und auch die 
Franzosen (Parties meridionales; vgl. Connaissance des temps), Spanier (Partes 
meridionales; J. Juan, 1757), Italiener (Tavola delle parti meridionali; V. Gallo. 
1851) nehmen ihn gelegentlich auf. 
Von Holland dagegen scheint der Ausdruck der ‚Tafel der wachsenden oder 
der vergrößerten Breiten‘ ausgegangen zu sein (z. B. U. J. Lastman, 1652, Tafel 
der vergrootende breede), der dann auch bei anderen Seevölkern des Kontinents 
gebräuchlich wird. Von „Table des latitudes croissantes‘‘ sprechen z. B. P. Bouguer 
(1753), ferner A. Germain (1882), von „Latitudes crecientes‘‘ der Spanier J. de 
Mendoza y Rios (1787), von „Tavola delle latitudini crescenti‘“ M. Fiorini (1881). 
In der nautischen Literatur Deutschlands wird meistens ein Doppelname gebraucht. 
L. H. Röhl (1778) nennt noch etwas umständlich die Tafel „Tabelle für die Länge 
der Grade in den ausgestreckten Breiten oder sogenannter Meridional-Teile‘‘. Bei 
C. Rümker (1844), A. Breusing (1858), in den Formeln und Tafeln, herausgegeben 
vom Reichs-Marine-Amt (1904) heißt es „Meridionalteile oder vergrößerte Breiten‘ 
(auch wachsende Breiten). Über einen neuen Namen vgl. den Schlußabschnitt 
dieser Arbeit. 
4. Die Tafel von W. Snellius (1624). 
Während Stevin nicht über Wright hinausgeht und die Tafel der Meridional- 
teile nur für die Berechnung der Strichtafeln gebraucht, macht sein Landsmann 
Willebrordus Snellius a Royen?) den weiteren Schritt und löst mit Hilfe 
der Tafel der vergrößerten Breiten unmittelbar die Aufgaben der 
nautischen Rechnung. Die Bedeutung der Tafel für die Herstellung der Mercator- 
karte erwähnt er gar nicht. Seine Tafel („„‚Tabulae canonicae parallelorum‘‘) jst, 
ebenso wie die Wrightsche, eine Tafel der Sekantensummen, berechnet von Minute 
zu Minute, und zwar wieder die Aquatorminute gleich 10000 Teilen gesetzt, also mit 
vier Dezimalstellen; sie reicht jedoch nur bis zum 70. Grad. Von der Wrightschen 
Tafel unterscheidet sie sich dadurch, daß der Äquator mitgerechnet wird. Der Anfang 
der Tafel sieht folgendermaßen aus: 
Tabelle 3. Aus-der Tafel des Snellius (1624), 
Aa 
1.0000 
2,0000 
3.0000 
1.0000 
80.0020 
61.0031 
62.0033 
63.0034 
64.0036 
' = 1920.0249 
121.0247 
122,0253 
123.0259 
12.4.0266 
1S0.US16 
151.0530 
152.084 
153.0858 
1S84.08572 
240.1940 
241.1964 
242,1950 
243.2013 
2411 20385 
20.3706 
Die Ziffern der oberen Horizontalreihe geben die Grade der Breite an, die 
der ersten Vertikalreihe innerhalb der einzelnen Grade die aufeinander folgenden 
Parallelkreise, so daß Nummer 1 dem Äquator entspricht, Nummer 2 dem ersten 
Parallel, im Abstande von einer Minute vom Äquator, Nummer 3 dem im Abstande 
von zwei Minuten vom Äquator gezogenen, usw. Demnach ist sec 0’ = 1.0000: 
%) Die Einzeltitel finden sich im folgenden angeführt. 
2) Vgl. oben S. 431. ; 
2) Willebrordi Snellii a Royen Tiphys Batavus, sive histiodromice, de navium cursibus, 
et, re navali. Lugd. Bat. Anno 1624. (Universitäts-Bihliothek Göttingen.)
	        
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