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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Bathe, J.: Zur Geschichte der Tafeln der Meridionalteile. 
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E. Wright selbst‘ behandelt die Seekarte und die Einteilung ihres Meridians 
eingehend in seinem berühmten Buche: Certaine Errorsin Navigation, Arising 
either of the ordinarie erroneous making or using of the sea Chart, 
Compasse, Crosse staffe, and Tables of declination of the Sunne, and 
fixed Starres detected and corrected.. By E. W., London 15992). 
Wie er in der Vorrede auseinandersetzt, ist er zwar durch die Karte Mercators 
angeregt worden, hat dann aber selbständig den Weg gefunden, auf welchem durch 
Vergrößerung der Breiten die Fehler der gemeinen Seekarte verbessert werden könnten. 
Sein Gedankengang, den er im 2. Kapitel (1599, Blatt C 2 ff.; 1657, S. 8) darlegt, 
ist folgender. Er will eine Karte herstellen, auf welcher die Meridiane durch parallele 
gerade Linien dargestellt werden mit dem Abstande, den sie auf dem Äquator haben, 
die Parallelkreise durch gerade, dem Äquator an Größe gleiche, parallele Linien, aber 
so, daß die Fläche in der Breite in.demselben Maße vergrößert wird als in der Länge, 
so daß also, wie wir heute sagen, die Karte winkeltreu wird. Weil die Meridiane 
parallele Gerade werden, werden die Kurven, welche alle Meridiane unter demselben 
Winkel schneiden, die Rumblinien (die späteren Loxodromen), selbst durch Gerade 
dargestellt. . Da die Parallelkreise, ganz und in ihren Teilen, dem Äquator an Größe 
gleich sein sollen, während sie auf der Kugel mit dem Kosinus der Breite abnehmen, 
so werden sie auf der Karte im Verhältnis des reziproken Wertes des Kosinus der 
Breite oder im Verhältnis der Sekante der Breite vergrößert, und darum müssen 
auch die Meridiane in ihren Teilen mit der Sekante der Breite vergrößert werden. 
Wenn man den Abstand eines Parallels vom anderen zu so vielen Teilen annimmt, 
als die Sekante der Breite jedes Parallels enthält, so gewinnt man darum durch 
ständige Addition der den Breiten der Parallelkreise entsprechenden Sekanten 
eine Tafel der Teilpunkte auf den Meridianen der Seekarte, durch welche die 
Breitenparallelen gezogen werden müssen. . 
E. Wright hat auf diese Weise durch Addition der Sekanten eine Tafel 
hergestellt. Er nimmt als Abstand der Parallelen bereits eine Minute und 
will in der Karte den einen Parallel vom anderen um so viele Teile abstehen lassen, 
als die Sekante des vom Äquator weiter entfernten beträgt. Er setzt sec 1’ gleich 
10 000 000. Das ist der Abstand des 1. Parallels vom Äquator. Ferner sec 2’ gleich 
10 000 002. Also ist 20 000 002 der Abstand des 2. Parallels vom Äquator. Zu dieser 
Summe addiert er sec 3’ = 10000004 und erhält 30 000 006. als Abstand des 
3. Parallels vom Äquator usw.!). Er erkennt den Fehler, den er macht, indem er 
den Abstand zweier um je 1’ auseinander liegenden Parallelen mit der Sekante des 
weiter vom Äquator abstehenden multipliziert, wodurch die Breiten in einem etwas 
zu großen Verhältnis vergrößert werden. Er betont darum, er habe in seiner Tafel die 
letzten drei Stellen gestrichen, nicht nur der Bequemlichkeit, sondern auch der 
größeren Zuverlässigkeit wegen. Auch hält er es für ausreichend, in dieser Tafel 
eine solche Genauigkeit zu erzielen, daß dadurch ein merkbarer Fehler vermieden 
werde. Wer eine größere Genauigkeit wünsche, möge die gleiche Tafel nach Zehnern 
von Sekunden machen. Für Geometer, die genaue Richtigkeit verlangen, fügt er 
‘Blatt D 2) die Bemerkung hinzu, daß man zu diesem Zwecke die Breite kontinuier- 
lich in den kleinsten Teilen vergrößern müsse. 
Die auf die oben angegebene Weise berechnete Tafel hat Wright aber nicht 
sofort veröffentlicht. Er gibt vielmehr in der ersten Auflage (Blatt E1 bis E 3) 
— wozu er sich, wie er sagt, während des Druckes erst entschlossen hat — nur einen 
©) Die Widmung ist unterschrieben mit Edw. Wright. Die erste Auflage ist sehr selten ge- 
worden, Sie war in keiner deutschen Bibliothek vorhanden, wurde aber durch das Auskunftsbureau der 
Königl. Bibliothek zu Berlin in der Königl. Bibliothek in Kopenhagen festgestellt und mir von 
dieser bereitwilligst zur Benutzung überlassen. Mir lag außer der ersten Auflage auch die zweite, 
London 1610 (ebenfalls in Kopenhagen befindlich), und die dritte, London 1657, printed by Jos. Moxon 
in der Universitäts-Bibliothek Göttingen) vor. Die erste Auflage ist noch unpaginiert, enthält aber 
bereits genau die gleiche „The Preface to the Reader“ und „The summe of the Treatise following‘, welche 
in den beiden folgenden Ausgaben abgedruckt sind, außerdem die später weggefallene „The Voyage of the 
right Ho. George Earle of Cumberl. to the Azores, etc. (1589)‘, Die zweite Auflage „with many Additions“‘, 
die sämtlich besonders aufgezählt werden, erschien 1610 noch bei Lebzeiten Wrights, von ihm selbst 
besorgt. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, daß die dritte Auflage von 1657 ein vollständiger Abdruck 
der zweiten Auflage ist, nur vermehrt durch eine 20. Addition, The Haven finding Art. 
u) Wir würden heute sagen: sec 1’ = 1.0000000: sec 2’ — 1.0000002: sec 3’ — 1.0000004 usw.
	        
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