Stat.
Die Witterung an der deutschen Küste im Juli 1915.
4923
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage)
Mittl. Wind-
stärke (Beaufort)
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2.4
3.1
29
2.2
3.6
3.0
25
2.0
2,3
In seinen Monatswerten kennzeichnete sich der Juli als ziemlich kühl und
niederschlagsreich, bei annähernd normaler Bewölkung, ganz überwiegend aus
westlichen. Richtungen wehenden Winden und etwas zu niedrigem Luftdruck,
Seit dem 7. brachte fast jeder Tag weit ausgebreitete Regenfälle an der Nordsee
und Ostsee, und ebenso war die Häufigkeit der Gewittertage ungewöhnlich groß:
Steife und stürmische Winde traten über größerem Gebiete auf am 8.
ostwärts bis Mecklenburg sowie am 9. und 16. an der westlichen Ostsee aus dem
Südwestviertel, am 18. ostwärts bis Mecklenburg sowie am 19, an der westlichen
Ostsee aus dem Nordwestviertel und am 830. von der Elbe bis Pommern aus
westlichen Richtungen. — Gewitter in großer Verbreitung stellten sich ein am
5. ostwärts bis Pommern, am 7. an der Ostsee, am. 10. an der Nordsee, am 12,
an der ganzen Küste, am 14. ostwärts bis zur Elbe, am 17. ostwärts bis Pommern,
am 18. von Rügen bis Pommern, am 25. und 26. an der ganzen Küste, am 27,
ostwärts bis zur Elbe, am 28. an der ganzen Küste und am 29. an der Ostsee, —
Heiter war das Wetter in größerer Ausdehnung an der Ostsee nur am 1. und
an der Ostsee nur von Rügen ostwärts am 3. bis 6. — Abgesehen von ausgedehntem
Nebel am 2. an der preußischen Küste, wurde Nebel im Juli nur ganz ver-
einzelt beobachtet.
Bis auf einen am 1. von Österreich nach Polen reichenden flachen Aus-
läufer, der an diesem Tage im Osten der Ostseeküste Regenfälle brachte und
ein flaches Teiltief westlich der Elbe, das am 2. im Westen der Nordseeküste
etwas Regen verursachte, hatte‘ die Küste bis zum 4, unter dem Einfluß eines
von Frankreich nach dem Skagerrak reichenden flachen Hochdruckausläufers
trockenes und vielfach heiteres Wetter mit schwacher Luftbewegung. Ein am 5,
von Frankreich her über Nordwestdeutschland nordostwärts fortschreitender
Tiefdruckausläufer hatte an diesem Tage von der Weser bis Pommern Regen-
fälle im Gefolge; auf seiner Vorderseite stellten sich bei leichten südöstlichen
Winden ostwärts bis Mecklenburg die höchsten Temperaturen des Monats ein,
Dann führte ein neuer von Frankreich her über Deutschland ostwärts hinweg-
schreitender Hochdruckkeil am 6. noch einen trockenen Tag herbei, worauf dann
alle späteren Tage bis auf den 19. ausgedehnte Regenfälle hatten.
Das nunmehr andauernde regnerische Wetter leitete ein neuer Tiefdruck-
ausläufer ein, der von Frankreich her am 7. Juli Nordwestdeutschland in nord-
östlicher Richtung durchzog. Auf seiner Rückseite breitete sich ein Hochdruck-
gebiet von Frankreich in einem Ausläufer über Süddeutschland aus, und diese
Zunge hohen Druckes erhielt sich bis zum 13., während eine Reihe von flachen
Tiefdruckausläufern vom Kanal nach der Ostsee fortschritten und die Küste
beeinflußten. Während dieser Zeit wehten die Winde meist aus südwestlicher
Richtung und wie angegeben am 8. und 9, teilweise steif bis stürmisch, im übrigen
vorwiegend schwach bis frisch. Weiter südwärts reichende Tiefdruckausläufer
brachten die Tage vom 14. bis 18.; zunächst schritt in einem Ausläufer ein Teil-