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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1915. 
Die größte an der Westseite der Adria aufgetretene Geschwindigkeit er- 
reichte 18 Seemeilen, 
3. Von den in der mittleren Adria zwischen den Linien Porer—Ravenna 
und Punta d’Ostro und Gargano ausgesetzten Flaschenposten zeigen die Mehr- 
zahl (65 Prozent) eine südwestliche Strömungsrichtung im Mittel S37°W mit 
3.1 Seemeilen pro Tag; 35 Prozent weisen auf eine südöstlichere Triftströmung 
mit einer mittleren Richtung S15°0 und 5.3 Seemeilen pro Tag. Die südwest- 
liche Strömung ist in beiden Jahreshälften die häufigere. Die ausgesetzten 
Flaschenposten wurden fast alle an der italienischen Küste aufgefischt, Es ist 
sehr wahrscheinlich, daß die in diesem Teile der Adria ausgesetzten Flaschen- 
posten eine krummlinige Bewegung ausführen, indem die Strömungen: vorerst 
eine mehr westliche Richtung einschlagen, bis sie in den Bereich der längs der 
italienischen Küste setzenden Strömung nach Südosten zum Fundort umbiegen. 
Mazelle hat den Versuch gemacht, für sämtliche hier in Betracht kommenden 
Fälle gekrümmte Bahnen einzuzeichnen.‘ Die dadurch bedingte Verlängerung der 
Triftwege erhöht auch die Geschwindigkeit, doch erscheint in den meisten Fällen 
die Vergrößerung der Geschwindigkeit als möglich; sie ergeben im Mittel 5 See- 
meilen pro Tag, im Winter 6, im Sommer 4 Seemeilen pro Tag. Ganz deutlich 
zeigt sich jedoch, daß die Geschwindigkeiten im nördlichen Teile der mittleren 
Adria mehr ’als doppelt so groß sind als im südlichen Teile dieses Gebietes, Diese 
Eigentümlichkeiten führt Mazelle auf die in der Adria am häufigsten wehenden 
Winde, Bora und Seirocco, zurück, die ja einen bedeutenden Einfluß auf die 
Oberflächenströmungen des Meeres besitzen müssen !). Ein Grund für eine Zunahme 
der Geschwindigkeit im südlicheren Teile der mittleren Adria kann entweder in 
der Abnahme der Bora von Norden nach Süden oder in der im Süden größeren 
Stärke des Scirocco gesucht werden. Die Flaschenposten würden dadurch eine 
noch größere Krümmung erhalten; sie müßten zunächst nach NW setzen, dann 
gegen Italien umbiegen und gelangen in den Bereich der italienisehen SO- 
Strömung. Die Verlängerung der Bahn müßte so zu größeren Geschwindigkeiten 
auch im südlicheren Teile der Adria führen. ; 
4. In der nördlichen Adria, nördlich der Linie Porer— Ravenna, scheint ein 
zyklonales Strömungssystem vorhanden zu sein: längs der Küste Istriens nach 
Norden, auf der Höhe von Salvadore nach Westen, längs der italienischen Küste 
nach Süden und schließlich in der beiläufigen Breite von Primaro und Porer nach 
Osten. Die ermittelten drei geradlinigen Flaschenposttriften SWzW, NWzN, NzO, 
lassen sich im obigen zyklonalen System am besten einordnen. Die mittlere 
Geschwindigkeit in der gekrümmten Bahn würde mit 3 Seemeilen pro Tag an- 
zunehmen sein. Ein Einfluß der Winde konnte in diesem nördlichen Teile nicht 
erkannt werden. Aus der Verteilung des Salzgehaltes und der Meerestemperatur 
und namentlich aus der Verlagerung der Isothermen konnte Prof, Grund ein 
System der Oberflächenströmungen bis zu 50 m Tiefe in der Adria festlegen; 
es besteht nach ihm aus’ mehreren im’ entgegengesetzten Sinne des Uhrzeigers in 
der Längsrichtung der: Adria verteilten Kreisläufen. Der nördlichste dieser Kreis- 
läufe würde mit dem von Mazelle aus den Flaschenposten abgeleiteten zyklonalen 
Strömungssystem im nördlichen Teile der Adria entsprechen., 
; 5, Im. südlichen Becken .der Adria, von der Straße von Otranto bis zur 
Linie. Punta d’Ostro—Gargano, findet man längs der .östlichen Küste die nach 
NNW gehende Strömung, die über Punta d’Ostro nach Norden weitergeht; süd- 
lich Punta zweigt aber ein Teil gegen Westen zur italienischen Küste hin ab, 
der dann in der längs. der italienischen Küste gegen Südosten ziehenden Haupt- 
strömung einmündet. Die Geschwindigkeit dieser ehenfalls entgegengesetzt dem 
Sinne des. Uhrzeigers gehenden Bewegung beträgt 5. Seemeilen pro, Tag. 
„+, ; 6, Die bei oder zwischen den Inseln der österreichischen Küste aufgefundenen 
Flaschen lassen in überwiegender Zahl die direkt nach NNW gehende Haupt- 
strömung erkennen; sie sendet zwisehen den Inseln Stromzweige gegen:.die Küste 
——— 
015. & 3 che auch Ed, Mazelle: Meeressträmungen und Winde.in der. Adria, Meteor. Zeitschrift 
15. £& .
	        
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