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. Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1915.
drei Maxima vorhanden sind: das bereits erwähnte um 7% V, ein zweites um die
Mittagsstunde und ein drittes vor Mitternacht um 11% N, Diesen größten Werten
entsprechen auch drei Minima der Veränderlichkeit: das eine um 7®N, ein
anderes Minimum tritt um 3b V ein und das dritte um 10: V. Es hat also die
Veränderlichkeit der Temperatur im Winterhalbjahr einen sehr unregelmäßigen
Verlauf, Die Gründe hierfür können verschieden sein, Da nach der Einleitung
für die Genauigkeit während der Wintermonate mehr Jahrgänge erforderlich
sind als im Sommer, wäre es nicht ausgeschlossen, daß diese Unregelmäßigkeiten
dadurch hervorgerufen werden; anderseits kann aber auch die Örtliche Lage
auf einen derartigen Verlauf von Einfluß sein, Soweit sich dies aus dem vor-
liegenden Beobachtungsmaterial erklären läßt, soll später in diesem Kapitel
davon die Rede sein.
Eine analytische Betrachtung über den Gang in dem Sommer- und Winter-
halbjahre führt zu dem Schluß, daß die Veränderlichkeit an zwei Tagesstunden
den gleichen Wert besitzt, Um diese Zeit anzugeben, muß ein späteres Resultat,
wie es sich aus der graphischen Darstellung ergibt, vorausgenommen werden,
Die Tagesstunden, an welchen die Veränderlichkeit im Winter- und Sommer-
halbjahre den gleichen Wert besitzt, liegen vormittags um 10% und um 7%hb am
Nachmittage. Stunden, an denen die beiden Halbjahre zu Extremen der Ver-
änderlichkeit neigen, sind vor allem um 7 V und mittags um 3%, Aus diesen
Tatsachen ergibt sich leicht die Erklärung dafür, daß man zur Bildung des
wahren Temperatur-Tagesmittels aus drei Beobachtungen (morgens, mittags und
abends) die Ablesungen des Abendtermins wegen der gleichen und zugleich
relativ geringen Veränderlichkeit doppelt in die Formel einführt.
Die gleichen Betrachtungen, die in dem Vorhergehenden für die Station
Königsberg angestellt worden sind, sollen nun auch für Hamburg durchgeführt
werden, Das Material hierfür ist der bereits erwähnten Arbeit!) Kremsers ent-
nommen worden, dessen erklärenden Ausführungen ich auch bei dieser Betrachtung
folgen werde.
Das Zahlenmaterial ist aus nur zwei Jahrgängen gewonnen, zeigt aber
trotzdem einen sehr regelmäßigen Verlauf, Ich gebe die Werte aus der be-
treffenden Arbeit in der folgenden Tabelle wieder,
Tabelle III. Hamburg.
Der Gang der interdiurnen Veränderlichkeit zu den einzelnen Tagesstunden,
Vormittags
Nachmittags
ın| 20] an] an! 5m! 6nl ml sn) on 100 ul 12 ın| 20] 30! an | sul 60! mn] sn! on lı0nlımmlızef 3
—r
Sommer-Halbjahr
1.87{1.93:1.98 2.01!1.91|1.78;1.74 1.70:1.7611.92’2.06'2.09{2.11’2.11:2.16 2.132) 2.12’2.11’2.05'1.94'1.93:1.88'1.8711.87] 0.46°
Winter-Halbjahr
2.20:2.242.30 2.30 2.33 2.36’ 2.402.35 2.31!2.22 2.08: 1.97]1.94'1.911.,89. 1.S9 |1.91,1.94'1.96:1.98'2.04°2.12j2.14 2.16] 0.51°
Jahres-Mittel
2.03'2.09°2.14'2.16]2.12’2.07'2,0712,03/2.0312.06,2.07'2.03]2.0212.0112.02 2.01 '2.01’2.02’2.00]1.96;1.99j2.00 2.00°2,01| 0.209
Der Verlauf des Jahresmittels ist sehr regelmäßig bei einer Amplitude von
nur 0.2 Grad. Daher sind die Maxima und Minima nur sehr wenig ausgeprägt.
Den größten Wert erreicht die Veränderlichkeit um 4% V, sinkt dann gleichmäßig
zu einem Minimum zwischen 8 und 9%, um hierauf bis 11% V wieder anzusteigen.
Dann erfolgt ein langsamer Abfall zu dem kleinsten Wert, der um 8 N eintritt.
Auch hier sind zwei Maxima und Minima vorhanden, wenngleich sie wegen der
Dr. V. Kremser, »Über die Veränderlichkeit . ..« a. a. O.
%) Hier habe ich eine Änderung vorgenommen, da anscheinend infolge eines Druckfchlers der
Wert der vierten Nachmittagsstunde im Sommerhalbjahre zu klein angegeben ist; ein Vergleich mit
dem Jahresmittel und den übrigen Größen ergibt die von mir eingesetzte Größe.