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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Retzow, U.: Die interdiurne Veränderlichkeit der Lufttemperatur in Europa. 
. Tabelle II. Königsberg (Pr.). ; . 
Der Gang der interdiurnen Veränderlichkeit zu den einzelnen Tagesstunden, . 
399 
Vormittags - Nachmittags m 
——_—7 Be —— 7 TE as 
nl lalan sn len! ru len on roplırnl ren an kon lan | an lan len lm ler ton laonlımlım dl ZB 
Frühlin 
2.21/2.25/2.19/2.29/2.23/2.19]2.09/2.03/2.20/2.24/2.46|2.50 | 2.6112.842.852.71 12.57[2.54]2.43/2.32/2.24|2.26/2.22/2.17 | 0.82° 
. $ # . Sommer . . . 
2.42/2.50/2.57/2.57/2.4012.01]1.78|1.81]2.02]2.17|2.53|2,64 | 2.81|2.89|2.92/2.86]2.74/2.6112.43|2.26/2.15]2.25/2.292.37 | 1.19° 
. a Herbst 
2.31/12.20/2.27 [2.32]2.33/2.36/2.32/2.03|2.02|1.99/2.15|2.29 | 2.38/2.57/2.49/2.28/2.16/2.02/2.08]2.08|2.14/2.2312.27]2.33 | 0.58° 
; . Winter . ] . 
2 83/2.7712.70/2.85/2.93/3.10[3.09/8.05|8.01 |2.87|2.7512.62 | 2.4412:41/2.35/2.4612.50]2.62|2.59/2.67/2.78/2.74/2.81/2.79 ] 0.75° 
Sommer-Halbjahr | . 
2.3112.37]2.38/2.43]2.32/2,10]1.91/1.92/2.1012.26/2.55|2.59 | 2.71/2.872.89/2.8012.65/2.52/2.4412,20/2.16]2.24]2.26|2.27 ] 0,98° 
2 ' Winter-Halbjahr ; 
2.57/2.4912.48/2.55/2.64/2.68/2.7 1/2.54/2.50/2.42/2.45|2.55 | 2.58|2.53/2.49[2.34|2.37|2.34]2.32/2.37/2.44/2.48/2.6012.59] 0.89° 
a Jahresmittel a ; ; 
2.44/2.43/2.43/2.40/2.4812.39[2.31/2.23/2.3012.34/2.50/2.57 | 2.62/2.7012.69/2.57/2.51/2.43|2.38/2.33/2.30/2.36]2.43/2.43} 0.459 
Der Gang der interdiurnen Veränderlichkeit im Jahresmittel ist während 
der einzelnen Tagesstunden ein ziemlich regelmäßiger bei einer Amplitude von 
nur 0.47°, Zwei Maxima und zwei Minima sind deutlich ausgeprägt. Das 
Hauptmaximum liegt um 2° N und tritt also um die Zeit der höchsten Tempe- 
ratur ein, Von hier aus erfolgt ein regelmäßiger Abfall bis zum Nebenminimum 
um 9b N; ebenso gleichmäßig steigt dann die Veränderlichkeit bis zum Neben- 
maximum um 4b V in den. frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang, um von 
hier aus etwas schneller zum Hauptminimum um 8% V herabzusinken. 
Trotzdem in diesem täglichen Gang die Extreme gut hervortreten, so ist 
doch die Verteilung der Veränderlichkeit auf die einzelnen Tagesstunden sehr 
gleichmäßig. Wenn hierbei nur schwache Undulationen auftreten, so läßt .sich 
dies daraus erklären, daß das Jahresmittel durch den verschiedenen Gang der 
einzelnen Monate abgeschwächt und ausgeglichen wird. 
In der Tabelle II habe ich die Werte des Frühlings (März, April, Mai) 
und des Sommers (Juni, Juli, August) zum Sommer-, diejenigen des Herbstes 
(September, Oktober, November) und des Winters (Dezember, Januar, Februar) 
zum Winterhalbjahr zusammengefaßt. N 
Im Sommerhalbjahre findet sich hier eine große Ähnlichkeit mit dem Gang 
des Jahresmittels: Das Hauptmaximum liegt. mittags um 3 Uhr, von hier aus 
nimmt die Veränderlichkeit bis zum Nebenminimum um 9*N sehr gleichmäßig 
ab; der Anstieg zum Nebenmaximum um 4% V vollzieht sich ebenso gleichmäßig, 
dann erfolgt ein rascher Abfall zum Hauptminimum um 7bV. Der Gang der 
Veränderlichkeit der Temperatur besitzt also ein gut ausgeprägtes Maximum 
und Minimum und ein weniger großes, aber doch leicht erkennbares Neben- 
maximum und -minimum. Die Amplitude ist beträchtlich größer als beim Jahres- 
mittel und beträgt hier 0.98°. 
Nicht so einfach ist der Gang der Veränderlichkeit während des Winter- 
halbjahres zu behandeln, Hier läßt sich ein derartig markanter Verlauf, wie er 
im Sommer vorhanden ist, nicht herausfinden. Rein äußerlich betrachtet steht 
der Gang der Veränderlichkeit im Winterhalbjahre ‘in direktem Gegensatz zu 
dem Verlauf in der sommerlichen Jahreszeit. Zu den Stunden, wo bei diesem 
z. B. im Sommer ein Maximum vorhanden ist, besitzt der Gang im Winter ein 
Minimum oder trägt wenigstens‘ abnehmenden Charakter. Den größten Wert 
nimmt die Veränderlichkeit um 74V an, während sie den tiefsten Stand um 7? N 
erreicht. . Dazwischen lagert sich. nach jeder Seite hin. ein Maximum, ‚so daß hier
	        
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