Retzow, U.: “Die interdiurne Veränderlichkeit- der Lufttemperatur in Europa. 397
Einzelwerte vom zugehörigen: Mittel diese Grenzen nicht übersteigen, SO habe
ich mich auf die. Berechnung von fünf Jahrgängen beschränkt. Eine eingehendere
Untersuchung über die Fehlergrernizen hat ergeben, daß für einen: Ort mittlerer
Lage und Breite die Genauigkeit von 0.1° innegehalten wird.
Nach: der Theorie der Beobachtungsfehler erhält man den mittleren Fehler
des Resultats, indem man den mittleren Fehler der Einzelbeobachtung durch die
Quadratwurzel aus der Anzahl der Beobachtungen dividiert.. Bezeichnet also n
die-Anzahl der Jahrgänge, S = 36? die Summe der. Fehlerquädrate, wobei‘ .ö. die
Abweichung des Einzelwertes vom n-jährigen Mittel bedeutet, So äst-.der, mittlere
Fehler der Einzelbeobachtung Z= + VO und * der mittlere . Fehler des
Resultats f= + Vic . Hieraus ergibt sich dann der wahrscheinliche Fehler
des Mittels der Beobachtungsreihe w = 0.6745 -£. a | |
, Als Ort von mittlerer Lage und Breite wurde Berlin gewählt. Die Werte,
die sich für diese Station aus der letzten Formel ergeben, sind für die einzelnen
Monate und für das ganze Jahr berechnet und in der folgenden Tabelle zu-
sammengestellt. ‘ a
; Tabelle I. Berlin.
” Wahrscheinlicher Fehler der Resultate.
März
April:
Mai
Juni
Juli
Aug,
Sept.
Okt.
Nov: | Dez.
Jan.
Febr.
I. Jahr -
0.074 :| 0.051 | 0.048 | 0.052 | 0.044 0.041 1 0.056 | 0.060 | 0.058 | 0.050 | 0.103 | 0.088 | 0.056,
41 x 1 K
Sommerhalbjahr 0.052 ; | Winterhalbjahr 0.069 '
Aus diesen Zahlen geht. hervor, daß während‘ des Winterhalbjahres die
größten Fehler vorhanden sind; in‘ der‘ sommerlichen Jahreszeit aber treten die
kleinsten Fehler auf, welche nur ungefähr %, des Betrages ausmachen, der sich
für die Wintermonate ergibt. Somit wird auch die Zahl der Jahrgänge, die zur
Erreichung einer bestimmten Fehlergrenze notwendig ist, verschieden sein je
nach den einzelnen Monaten. Ebenso werden diese Fehler auch größer sein für
einen Ort mit größerer interdiurner Veränderlichkeit und eine längere. Beob-
achtungszeit erfordern. Dieser Mangel wurde allerdings unberücksichtigt ge-
lassen, um nicht die Forderung auf gleich lange Beobachtungszeit; die ungleich
wichtiger erscheint, aufgeben zu müssen. Hiermit im Zusammenhang steht auch
die Gleichzeitigkeit. der Beobachtungsreihe. . Es. sind daher für sämtliche Orte
die Angaben der Jahrgänge 1891 bis 1895 einschl. bearbeitet worden. Gileich-
zeitigkeit und gleiche Dauer der berechneten Jahrgänge waren Bedingungen, die
zur Erreichung ‚vergleichbarer Resultate erforderlich waren. :
n Dagegen ließ sich die Einheitlichkeit des Beobachtungstermins nicht durch-
führen, so sehr dies auch für eine Betrachtung über die geographische Verteilung
der Veränderlichkeit wünschenswert gewesen wäre. Es war für die Berechnung
der Morgentermin der Beobachtungen zugrunde gelegt worden. Von den 61 in
Betracht kommenden Stationen stellen 26, und zwar in Frankreich 8; Österreich-
Ungarn 4, Finnland: 5, Rußland 8 und als einzige der deutschen Stationen
Breslau, die Beobachtungen um 7% V an; alle übrigen veröffentlichen. den Stand
der Temperatur um 8%» V. Welchen Einfluß dieser Unterschied in der Beob-
achtungszeit auf die Resultate ausübt, soll in dem Kapitel. über den. täglichen
Gang der interdiurnen Veränderlichkeit untersucht werden,
Es liegt ein. Gebiet vor, das im Osten durch den. 40. Längen-, im Süden
durch den 43. Breitengrad begrenzt wird, während im Westen und Norden der
Atlantische Ozean und das Nördliche Eismeer die Grenze bilden. Von dem So
umschlossenen Teil Europas- wurde das Gebiet der Alpen ausgenommen, da
Freiherr v. Myrbach in der unten zitierten Abhandlung?) gezeigt ‘hat, daß in
1) Dr. 0. Freiherr v. Myrbach-Rheinfeld: „Über den Einfluß der täglichen Luftdruck-
änderung auf das Wetter in den nördlichen österreichischen Alpenländern.« Meteorol, Zeitschrift 1913.