386 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1915.
in vier gleiche Teile geteilt und jedem 90° L. zugewiesen, jeden Längengrad
dadurch im Verhältnis von
360° + 2><2,6° 365.2°
360° 7 860°
vergrößert.
Einen weiteren Beweis für die Fehlerhaftigkeit der Pariser Kopie in
diesem Punkt liefert die Betrachtung des kleinen Netzes einer Mercatorprojektion,
welches als Organum directorium rechts unten auf der Weltkarte figuriert, Eine
Prüfung auf der Berliner Ausgabe ergibt, daB zwischen den Maßstäben dieses.
Netzes und der Hauptkarte ein einfaches Verhältnis besteht, Es sind, auf dem
Äquator gemessen,
50° L. des Organum = 20° L. der Weltkarte = 108.4 mm,
wovon man sich, mit dem Zirkel auf Blatt 18 messend, leicht überzeugen kann.
Prüft man das gleiche auf Blatt 83 der Jomardschen Kopie, wo das Organum in
den Maßen genau so groß wie auf der Berliner Ausgabe ist, so zeigt sich, daß
20° L. der Hauptkarte mit 110.66 mm wesentlich größer sind als 50° L. des Organum
(108.4 mm).
Nach Berichtigung dieses auffallenden Fehlers, den man der Jomardschen
Kopie ja nicht ansehen kann, ohne sie mit einem der Originaldrucke oder dem
Berliner Faksimile zu vergleichen, übertrifft die Länge des Aquators dort mit
1966 mm noch immer den der Berliner Ausgabe (1951) um 15 mm, aber diese
Differenz gleicht sich so ziemlich aus, sobald wir uns an die östlichen Blätter
der letzteren halten.
Wenn ich in meinem Aufsatz »G. Mercator und die ersten Loxodromen auf
Karten«, 8 7, der Jomardschen Kopie grundsätzlich glaubte den Vorzug vor der
Berliner Lichtdruckausgabe geben zu dürfen, so muß ich dies nach nunmehriger
genauerer Prüfung zurücknehmen.
. Wollte man den Maßstab der beiden Kopien in üblicher Weise auf den
Äquator beziehen, so müßte man ohne Berücksichtigung obigen Versehens
der Jomardschen Kopie bei 10° =— 55.33 mm den Maßstab 1:20 100 000,
der Berliner Ausgabe bei 10° =— 54.2 mm aber den Maßstab 1: 20 600 000
geben. Auch nach Berichtigung des Fehlers bleibt der Maßstab der ersteren
noch etwas größer als der der letzteren,
e) Die lithographierte Ausgabe zeigt im übrigen noch Einzelfehler, die
deutlicher in die Erscheinung treten. Dazu gehört z. B. der Abstand der Breiten-
parallelen zwischen 10° bis 20° S-Br., der um volle 2 mm kleiner erscheint als
der. entsprechende zwischen 10° bis 20° N-Br., ein Fehler, der sich auf dem
Berliner Faksimile nicht findet. Der Abstand der Meridiane von 10° zu 10° ist
mehrfach ungenau. Für unsere Frage spielt dieses Ausmaß der Abstände der
Parallelkreise natürlich die Hauptrolle. An sich ist auf einer Weltkarte eine
Kontrolle für die Vergrößerung der Breiten nördlich des Äquators durch das
Abbild südlich desselben von selbst gegeben. Indessen zeigten in diesem Punkte
beide Kopien einen auffallenden Widerspruch. Bis zum 60.° Br. sind die Zehn-
gradabstände der Breitenparallelen südlich des Äquators durchweg kleiner als
nördlich desselben, Längs der Breitenskala gemessen erhöht sich der Unterschied
auf 5 bis 6 mm oder einen Äquatorgrad.
Tabelle III (in Millimetern).
Pariser Ausgabe
Berliner Ausgabe .
Breite
Nordbreite ! Südbreite
Differenz
Nordbreite | Südbreite
Differenz
50—60° 93.0 92,8 +02
40—50° 75.8 74.3 +15
30—40° 65.3 64.5 +08
20—30° 59.8 58.6 +12
10—20° 56.9 54.8 +21
0— 100 RRQ ‘ ÄRA "u 4023
91.3 +09
73.3 +11
63.5 +15
57.7 +13
56.0 | +10
54,5 —05
1831 [| 40L6 | 3963 | 453
Suraoma | 406.1 l
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