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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Wagner, H.: Kartometrische Analyse der Weltkarte G.:Mercators vom Jahre 1569. 385 
Für den Baseler Originaldruck fand W. Ruge durch eigene Messung 
2022 (2021) x 1234 (1236) mm, 
wobei sich die doppelten Zahlen auf die obere und untere, bzw. westliche und 
östliche Seite der Karte beziehen. Heyer führt für das Breslauer Exemplar den 
nicht unbeträchtlich kleineren Wert ; 
199 x 121 cm (= 1990 x 1210 mm) 
an. Leider lassen sich diese: Angaben durch Messungen auf der Berliner 
Lichtdruckausgabe nicht nachprüfen, da man allen Grund zu der Annahme hat, 
daß die Mehrzahl der 18 Blätter etwas zu klein gegenüber dem Original wieder- 
gegeben ist. Das Mittel: aus den 6 Parallelen, gemessen am oberen und unteren 
Rand der Karten; und der 12 Meridiane, gemessen je am linken und rechten 
Rand der Blätter, ergeben nämlich nur 
1979 x 1215 mm, ; 
und zwar schwanken die Parallelen zwischen 1976 und 1981, die Meridiane da- 
gegen zwischen 1205 und 1227 mm. . Die einzige Kontrollmessung, die mir hierbei 
zur Verfügung steht, ist das Ergebnis der von Professor Supan durchgeführten 
Nachprüfung der Länge. der Breitenskala längs des 350. Meridians auf dem 
Breslauer Originalabdruck. Danach mißt dieser 
1223.55 mm ; . 
gegen 1213 mm der Berliner Kopie.‘ Die Höhe der. Baseler Karte mit 1235 mm 
(W. Ruge) wird also auch hierdurch noch nicht erreicht. Vielleicht hat dieses 
Baseler Exemplar durch das Aufkleben der Blätter eine kleine Vergrößerung 
erfahren {(?). ; | 
c) Aber es bleibt noch übrig, die Abweichungen in den Maßen der 
einzelnen Blätter der beiden Reproduktionen der Weltkarte zu berühren, Sie 
sind auch in betreff der vier Seiten‘ ein und desselben Blattes nicht ganz un: 
bedeutend. Bei der Jomardschen Kopie schwankt die Breite der 8 Blätter 
zwischen 495 und 499 mm, die Höhe zwischen 610 und 615 mm — immer unter 
Ausschluß der übergreifenden Partien gemessen. Bei der Berliner Ausgabe sind 
diese Differenzen noch größer. Die Breite der Blätter, d.h. also das Spatium 
zwischen je 60° L., schwankt zwischen 320 und 330 mm, selbst beim Einzelblatt 
von 321 bis 328 mm,‘ je nachdem wir oben oder unten messen; die Höhe der 
Blätter . bewegt sich in der oberen Reihe zwischen 381 und 390, in der mittleren 
zwischen 437 und 447, in der unteren zwischen 382 und 392 mm, 
Hieraus geht mit Sicherheit hervor, daß wir es zum großen Teil mit 
Fehlern der Wiedergabe zu tun haben, die daher auch die Zusammensetzung 
der 18 Blätter der Berliner‘ Ausgabe zu einer Gesamtkarte sehr: erschweren, 
Einzelne Blätter müssen für die Ausmessung von vornherein ausgeschlossen 
werden. Die sechs östlichen Blätter der Berliner Ausgabe dürften die wahren 
Maßverhältnisse des Mercatorschen Originals besser als die übrigen wiedergeben. 
d) Aber ein Hauptfehler der Jomard-Kopie ließ sich durch diese 
Vergleiche aufdecken. Jedes der acht Blätter umfaßt neun zehngradige Meridian- 
streifen oder 90 Aquatorgrade. Nach meiner Messung ist also der Aquator 
oder sind - 
360° — 1994 mm, also durchschnittlich 10° des Äquators — 55.33 mm, 
während auf der Berliner Ausgabe - Ve ; 
360° = 1951 mm oder 10° des Aquators = 54.2 mm. 
messen. Diese Werte sind schlechterdings unvereinbar und lassen sich 
auch nicht durch Verzerrung des Papiers usw. erklären,- sondern nur durch 
einen Fehler der Abzeichnung. Denn es entfallen von der Differenz (= 43 mm) 
nicht weniger als 
28 mm 
auf den Umstand, daß die östlich und westlich des 180.° auf dem Original der 
Mercatorkarte übergreifenden Meridianstreifen von je 14 mm Breite vom Jomard- 
schen Zeichner versehentlich mit in das Spatium von -+ 180° == 360° hinein- 
gezogen sind, Diese Streifen fehlen auf der Jomardschen Kopie-über- 
haupt. Der 180.° W und O begrenzt hier die Karte; der Pariser Kopist hat 
offenbar die ganze Länge der Karte einschließlich ‚jener Streifen (d.h. etwa 2 m)
	        
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