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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

384 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1915. 
II. Prüfung der Maßverhältnisse der Pariser und Berliner Ausgabe. 
8. Als notwendige Vorbedingung weiteren Vorgehens drängt sich nach den 
bisherigen Betrachtungen eine allgemeine Durchprüfung der vorliegenden Repro- 
duktionen auf, . Breusing war aus oft hervorgehobenem Grunde dazu nicht in 
der Lage, da er die Jomardsche Kopie nicht selbst gesehen. Nordenskiöld, 
der sie benutzte, übergeht diese Vorfrage. Müller-Reinhard beschränkt sich 
ohne nähere Beweise auf die Bemerkung, daß bei einem Vergleiche der Netze 
es sich gezeigt habe, daß die Berliner Ausgabe der Pariser vorzuziehen sei 
(a. a. O. S. 132). Den Hauptfehler der letzteren scheint er aber nicht entdeckt 
zu haben (S. 385). 
a) Was nun zunächst die Gesamtdimensionen der uns erhaltenen Exem- 
plare betrifft, so interessieren sie uns insofern, als möglicherweise durch einen 
Vergleich mit den Kopien auf etwaige Fehler in den Maßverhältnissen der letzteren, 
z. B. infolge Zusammenschrumpfung des Papiers, geschlossen werden könnte. 
Leider ergibt die Untersuchung keine geeigneten Anhaltspunkte hierzu. Sie läßt 
mich die Unmöglichkeit, zur Zeit geeignete Messungen an den vier Original- 
drucken zu machen, besonders bedauern. 
Für den Pariser Originaldruck liegt, so viel mir bekannt, nur eine Angabe 
vor. Van Raemdonck!®) entnimmt einem Briefe des Ministers Duruy die An- 
gabe, die Karte sei 
=2m X 132 cm 
groß. Stellt man daneben die Mitteilungen über die anderen Originaldrucke, so- 
weit sie sich bestimmt auf die Dimensionen mit Einschluß des Rahmens 
beziehen — Heyer spricht dies ausdrücklich aus —, so zeigt sich ein um 8 bis 
12 cm größeres Ausmaß in der westöstlichen Ausdehnung der Karte. 
Bernoulli gibt für das Baseler Exemplar 
211.8 X 134.1 cm, 
Heyer für das Breslauer Exemplar 
208 X 131 cm 
an. Hieraus geht wohl mit Sicherheit die Schadhaftigkeit des Pariser Abdrucks 
am West- und Ostrande hervor. Es fehlt dort offenbar der schön verzierte, 
4 bis 5 cm breite Kartenrand oder es finden sich nur noch Rudimente desselben 
vor, während er oben und unten ganz erhalten zu sein scheint. Damit stimmt 
auch, daß der in einfachen Linien gehaltene Kartenrand der Jomardschen Kopie 
oben und unten je 18 mm, rechts und links dagegen nur je 6 mm breit ist, 
Wenn van Raemdonck unmittelbar neben die Duruysche Angabe die- 
jenige d’Avezacs setzte: 
2m X 126 cm, 
welche mit meinen Messungen auf dem Göttinger Exemplar der Jomard-Kopie 
(200.4 X 126.3 cm) sehr genau stimmt, so ist ersichtlich, daß sich diese d’Avezacsche 
Zahl nur auf die Lithographie in Jomards Monuments, nicht auf den Pariser 
Originaldruck beziehen kann. Im übrigen dürften alle diese Messungen nicht 
derartig verbürgt sein, um aus ihnen einen Vergrößerungsfaktor für die etwa 
eingeschrumpften, etwas kleineren Abdrücke abzuleiten. Bei gefalteten (Basel) 
und gerollten (Breslau) Karten von so großer Ausdehnung sind Fehler der Messung 
von 1 bis 2°%, nicht so leicht zu vermeiden, 
b) Indessen haben für unsere kartometrischen Zwecke die Maße inner- 
halb des Rahmens (Kartenrandes) weit größere Bedeutung. Über das Pariser 
Original liegen meines Wissens keine Messungen vor. Für die Jomardsche Kopie 
gab van Raemdonck seinerzeit (>cadre non compris« a. a. O. S. 114) 
1995 X 1229 mm 
an, was mit meinen Messungen auf dem in Göttingen befindlichen Exemplar 
1992 X 1226 mm 
ausreichend genau übereinstimmt. 
16) (. Mercator 1869, 126.
	        
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