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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

30 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1915, 
veranlaßt mich, hier nach einer Untersuchung festzustellen, daß auch Rügen- 
waldermünde im März 1894 den enormen Betrag von 87 mm aufweist, während 
schon Colbergermünde nur noch 35 mm zu verzeichnen hat. Es handelt sich 
demnach nicht etwa um einen Beobachtungsfehler, vielmehr scheint am 16. und 
am 17.1II. über dem Ostflügel des pommerschen Landrückens ein lokaler intensiver 
Regenfall stattgefunden zu haben, 
April. Die beiden Stationen der Nordsee zeigen im ganzen eine Parallelität 
der Schwankungen. Bezüglich der Ausnahme vom Jahre 1898 sei hier festgestellt, 
daß auch andere Stationen in der Nähe von Hamburg, z. B. Cuxhaven, ungefähr 
den doppelten Regenertrag in diesem Monate aufweisen wie die Stationen in 
der Nähe von Wilhelmshaven, z. B. Karolinensiel, 
An der Ostsee ist die Übereinstimmung in den gleichzeitigen Schwan- 
kungen eine geringere, ganz entprechend den lokal und sehr plötzlich auf- 
tretenden Böen dieses Monats (»Aprilwetter«). Den extremsten Gegensatz zwischen 
Swinemünde und Neufahrwasser zeigt das Jahr 1884. Hier scheint es an einer 
lokalen Zyklone vom 13, April gelegen zu haben, die z. B. auch in Thorn den 
größten täglichen Niederschlag für diesen Monat ergeben hat, während Wustrow, 
Kiel usw, an diesem Tage gar keinen Niederschlag verzeichnen. 
Mai, Wie im April zeigt die Nordsee eine weitgehende Parallelität der 
Schwankungen, wogegen die Ostsee viele krasse Abweichungen aufweist. Die 
stärkste dieser Unparallelitäten finden wir für das Jahr 1885. Das gewaltige 
Plus für Neufahrwasser gegenüber Swinemünde scheint begründet zu sein in 
einem lokalen starken Regenguß am 16. d. M. in der Umgebung der Danziger 
Bucht, da Thorn für diesen Tag genau wie Neufahrwasser den höchsten Tages- 
betrag für diesen Monat verzeichnet, während Wustrow, Kiel usw. ebenso wie 
Swinemünde für denselben gar keinen bzw. einen ganz unerheblichen Niederschlag 
aufweisen, 
Juni. Die Stationen der Nordsee zeigen gute Analogien im Verlaufe der 
gleichzeitigen Schwankungen. 
Die Ostseestationen hingegen zeigen nur geringe Beziehungen zu den 
gleichzeitigen Abweichungen an der Nordsee, noch weniger untereinander, Die 
gewaltigste der positiven Abweichungen von Swinemünde gegenüber Neufahrwasser 
im Jahre 1885 scheint zu resultieren aus großen Regengüssen während der 
letzten Tage dieses Monats in der Gegend der Odermündung, während Memel 
z. B. genau wie Neufahrwasser derartige Regengüsse in dieser Zeit nicht ver- 
zeichnet. 
Juli, Die Stationen der Nordsee zeigen im ganzen eine gute Parallelität 
ihrer aperiodischen Schwankungen, 
Die Stationen der Ostsee schwanken zwar zueinander im ganzen parallel, 
zeigen aber geringe Beziehungen zu den gleichzeitigen Abweichungen an der 
Nordsee, 
August. Einzelne Analogien im Verlauf der Schwankungen bei den 
Stationen der Nordsee sind nicht zu verkennen; indes zeigen sich fast ebenso 
oft krasse Gegensätze, 
‚ Ähnlich, nur im verschärften Maße, lehren uns die Diagramme der beiden 
Ostseestationen urteilen. 
Für den August scheint also in ganz besonderem Maße die Tatsache zu 
gelten, daß der Niederschlag dasjenige meteorologische Element ist, das von Ort 
zu Ort am schnellsten seine Eigenart wechselt. 
September. Die Stationen der Nordsee zeigen im ganzen eine gute Pa- 
rallelität der Schwankungen, die zum Teil auch von den Stationen der Ostsee 
beibehalten wird, während Neufahrwasser und Swinemünde zuweilen auch krasse 
Gegensätze aufweisen. 
Das große Plus für Neufahrwasser gegenüber Swinemünde für das Jahr 
1901 scheint begründet zu sein in einem starken lokalen Regenguß am 17. d. M., 
der auch für Memel bedeutend war, während Wustrow genau wie Swinemünde 
an diesem Tage keinen Regen verzeichnet.
	        
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