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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

380 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1915, 
Tabelle I. ' A. Abstände der Breitenparallelen vom Äquateor (in Graden). 
Berechnete Werte nach der 
Gemessene Werte 
Breiten 
Theorie | Näherungsformel 
| Breusings | Nordenskiölds 
Breusing | Norden- | Müller-Reinhard 
(d’Avezac) | skiöld | Weltkarte ! Organum 
109 10 05° 
200 20.42 
300 31.47 
09 43.71 
109° 57.91 
60° 75.45 
700 99.43 
800 139.59 
10.05° 10.04° a9 
20.41 20.39 20.7 
31.46 31.42 31.8 
43.69 43.63 44.1 
57,87 57.77 58.2 
75.39 75.20 75.4 
99.29 | 98.56 98.9 
139.02 ! 137.50 138,7 
10.1° 10.0° 
203 20.35 
31.0 | 31.25 
42.8 43.15 
56,5 56.95 
73:3 73,9 
| 1,963 97:3 
| 1352 1365 
10.09 
20.3 
31.3 
43.1 
57.2 
74.0 
97.6 
Tabelle II. B. Breitenabstände für 10° (in Graden), 
Gemessene Werte 
Breusing Norden- | Müller-Reinhard 
(d’Avezac) | skiölds Weltkarte | Organum 
Berechnete Werte nach der 
Breiten 
Theorie | Näherungsformel 
Breusings | Nordenskiölds 
0—10° 10.05° 
10—20° 10.37 
20—30° 11.05 
30—409 12.24 
40—509 14.20 
50—60° 17,54 
60—70° 23.98 | 
70—809 40.16 
10.059 10.04° 10.29 
10,36 10.35 10.5 
11.05 11.03 ıL1 
12,23 12.21 12.2 
14.18 14.14 14.1 
17,52 17.43 17.2 
23.90 23.66 23.5 | 
39.73 38.64 39.8 
10.1° 
10.2 
10.7 
11.8 
13.7 
16.8 
23.0 | 
389 
10.09 10.0° 
10.35 10.3 
10.9 11.0 
11.9 11.8 
13.8 14.1 
16.95 16,8 
23.4 23.4 
39 2 
Aus dieser Gegenüberstellung erkennt man sofort, daß sich die nach der 
Breusingschen Näherungsformel berechneten Werte den theoretischen noch enger 
anschließen als die nach der Nordenskiöldschen. Das ist selbstverständlich, da 
Breusing die zehngradigen Breitenabstände wenigstens aus der Summe zweier 
Sekanten von je 5° bildet, Nordenskiöld dagegen gleich von 10° zu 10° fort- 
schreitet. Breusing sagt weiter an der betreffenden Stelle (a. a. 0. S. 36): »Dem 
Leser, der einmal in der Lage sein sollte, sich, ohne Tafeln zur Hand zu haben, 
ein annähernd genaues Gradnetz nach Mercators Entwurf zeichnen zu müssen, 
würde diese Zeichnung (gemeint ist obige Fig. 1, vgl. S, 380) ein bequemes Hilfs- 
mittel sein.« Ähnliches ließe sich von einer nach der Nordenskiöldschen Formel 
zu entwerfenden Hilfsfigur sagen, aber es wird dabei von Breusing außer acht 
gelassen, daß man in jeder Mercatorkarte behufs Einzeichnung der Positionen 
doch auch der Einzelgrade bedarf, Diese aber können nach obigen Formeln 
nicht unmittelbar gefunden werden, 
Was aber die gemessenen Werte betrifft, so stimmen die von d’Avezac 
gewonnenen besser mit denen der Breusingschen Formel überein, wie die Müller- 
Reinhardschen mit denjenigen, welche aus der von ihm bevorzugten Norden- 
skiöldschen hervorgehen. . Jene bleiben insgesamt nur um 0.32° (== 139.02°—138,7°), 
diese um 1.0° (==137.50 — 136.5°) hinter den berechneten Werten zurück, 
während die von Nordenskiöld selbst gemessenen volle 2.3° weniger ergeben, als 
seiner Hypothese entsprechen würde. Er fügt seiner Gegenüberstellung die 
Schlußbemerkung hinzu: »Even the agreement is not so complete as might have 
been expected but the differences can be explained by engraving-errors or by 
stretchings in the paper.« Danach konnte Müller-Reinhard allerdings aus- 
sprechen, daß sich nach seinen Messungen auf der Berliner Kopie die Breiten- 
abstände der Mercatorkarte mehr der Nordenskiöldschen Näherungsformel an- 
passen, als dessen Messungsresultate auf der Jomardschen Ausgabe, 
. Hier liegt aber m. E. jene beträchtliche Täuschung über den Grad der 
Übereinstimmung zwischen den gemessenen und berechneten Werten vor, welche 
mich veranlaßt hat, der ganzen Frage diese kartometrische Studie zu widmen, 
Breusing kommt dabei insofern weniger in Betracht, als er ja die Weltkarte
	        
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