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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

378 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Septeinber 1915. 
Kopie der Karte veröffentlicht (s. u.). Das Pariser Exemplar scheint aus den 
Einzelblättern zu einer großen Wandkarte zusammengesetzt zu sein, da z. B. 
d’Avezac*t) von einer »grande mappemonde, large de 2 mötres sur 126 centi- 
möetres de haut« spricht, während J. van Raemdonck®°) sagt »La dimension 
de Vimmense mappe-monde est de 2 mötres de longueur sur 1 möfre 32 centi- 
mötres de largeur«, Die Karte galt Jahrzehnte als Unikum, 
b) Im Jahre 1889 hat dann Alfred Heyer ein gut erhaltenes Exemplar 
in der Stadtbibliothek in Breslau aufgefunden und dasselbe kurz dahin be- 
schrieben‘), daß die Karte ursprünglich nicht aus acht Sektionen bestand, wie 
mehrfach, offenbar auf Grund der Jomardschen Kopie (s, u.), angenommen ward, 
sondern aus 24 Sektionen, nämlich 18 Hauptblättern in drei Lagen von je 
6 Stück übereinander und je drei schmalen Sektionen für den rechten und linken 
Rand. Das Breslauer Exemplar ist eine Zusammensetzung der Blätter zu einer 
Karte, auf Leinwand gezogen, aber durch einen quer durch die Mitte längs des 
O-ten (360.) Meridians gezogenen Schnitt in zwei Hälften zerteilt, Es wird auf- 
gerolit im Futteral aufbewahrt. 
c) Im Jahre 1899 wurden zwei weitere Abdrucke bekannt. Das eine 
findet sich in der Bibliothek des Grafen v. Mirbach auf Schloß Harff an der 
Erft (Rheinprovinz, Kreis Bergheim’). Nach einer kurzen Beschreibung des 
Archivars Leonh. Korth®) soll es aus mehreren zerschnittenen Karten zu einem 
Atlas in handlichem Folioformat mit Blättern von durchweg gleicher Größe 
zusammengesetzt sein, 
d) Etwas mehr ist von dem Baseler Exemplar bekannt. Es ward 1899 
von Gabriel Marcel® in einem großen Sammelband von Karten auf der 
Universitätsbibliothek zu Basel entdeckt, dessen Einzelkarten C, Chr. Bernoulli'°) 
später aufgezählt hat. Eingehender und für den Historiker der Kartographie 
wertvoller ist die Beschreibung jenes Bandes und mithin auch der Mercator- 
Karte, die W. Ruge in dem vierten »Bericht über älteres kartographisches Material 
in deutschen Bibliotheken« 1!) gab. Danach sind die 18 Blätter der Karte in 
drei Reihen zu je 6 Blatt mit zwei schmalen am Ost- und Westrand ge- 
ordnet und so dem großen Foliobande wohl zum Herausklappen der drei Lagen 
einverleibt. 
2, Die Kopien. Kartometrische Untersuchungen von älteren Karten sollten 
womöglich immer die erhaltenen Originale zur Grundlage nehmen, wenn nicht 
etwa die Kupferstichplatten oder Holzstöcke erhalten sind, was allerdings höchst 
selten der Fall sein wird. 
Zur Zeit hat sich mir die unmittelbare Einsicht in alle vier Original- 
abdrucke leider entzogen, welche hinsichtlich der Pariser und Baseler wohl nur 
an Ort und Stelle hätte stattfinden können. Die gräflich Mirbachsche Schloß- 
bibliothek verleiht grundsätzlich keinen ihrer Schätze nach auswärts, und leider 
glaubte auch der Magistrat der Stadt Breslau in dieser unruhigen Kriegszeit 
die Erlaubnis zur Entleihung des Breslauer Exemplars nach Göttingen nicht 
erteilen zu können. Doch verdanke ich der Liebenswürdigkeit meines Kollegen 
Alexander Supan in Breslau und des Herrn Dr. Paul Sarasin in Basel, 
die einiges auf den dortigen Originalen ausmaßen, wenigstens die Beseitigung 
gewisser Zweifel. In der Hauptsache war ich, wie meine Vorgänger, bei meinen 
Untersuchungen auf die beiden Reproduktionen angewiesen, die wir zum Glück 
4) Coup d’oeil hist, sur la projection des cartes gEogr. Bull. Soc, de g6ogr. de Paris. 
IV. Ser. T. XV. 1863, p. 313. 
5) Gerard Mercator, sa vie et ses oeuvres. St, Nicolas, 1869, p. 126. 
$) Drei Mercator-Karten in der Breslauer Stadtbibliothek, Zeitschr. f, wiss. Geogr., hrsg. 
Kettler, Weimar VII. 1890, 517 ff. 
7) Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, herausg, v, P. Clemens, Bd. IV. 3. Kreis Berg- 
Köln 1899, 82, 
8) Frankfurter Zeitung vom 21. Juni 1902, Nr. 170. S. 1. 
*) Bull. Soc, de g6ogr. Paris VII Ser. Vol. XX. 1899, 85. 
10) Verhandl, d. Naturforsch. Gesellsch. zu Basel XVIIL 1, 1905, 61. 
'1) Nachrichten der k. Gesellsch. d. Wiss. zu Göttingen. Phil-hist. Klasse 1911, 106, 
v. J. I.
	        
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