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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Kleinere Mitteilungen. 
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Der Sommer ist aber viel kälter als in St. Petersburg, denn die mittlere 
Temperatur des wärmsten Monats, des Juli, beträgt auf Murman nur 8°, und je 
weiter man nach Osten kommt, um so ungünstiger wird das Klima. 
Die Bucht von Kola und viele andere, die sich für Hafenanlagen eignen, 
liegen am westlichen Teile der Murmanküste, wo der Golfstrom größeren Einfluß 
hat als im inneren Teile des Waranger-Fjordes, der dem abkühlenden Einflusse 
Lapplands viel mehr ausgesetzt ist, ähnlich wie das Innere des Murmanlandes 
viel kälter ist als seine Küste. 
Der nördliche Teil der Bucht von Kola friert überhaupt nie zu, der süd- 
liche Teil wird gelegentlich mit einer Eisdecke belegt, die aber so schwach und 
dünn bleibt, daß die Dampfer der Murmangesellschaft ihre monatlichen Fahrten 
stets unbehindert bis Kola, weit in die Bucht hinein ausdehnen, wiewohl sie 
keine Eisbrecher sind. 
Der südliche Teil der Kolabucht bildet einen natürlichen Hafen, der gegen 
Dünung und Wellenschlag vollkommen geschützt ist. Die größten Özeandampfer 
können bequem einlaufen und darin liegen, Katarinenhafen im nördlichen Teile 
der Bucht ist der größte aller Murmanhäfen und friert nie zu. 
Es gibt aber sehr wenig Seezeichen an der Küste und infolgedessen ist 
die Schiffahrt im Winter sehr beschränkt, während man an der nahen norwegischen 
Küste bei Nacht fast ebenso ruhig fährt wie bei Tage. 
Durch Einwirken des Golfstromes gehört die Murmanküste eigentlich zu 
der atlantischen, und es ist klar, daß Rußland keine norwegische Küste braucht, 
weil seine eigene eisfreie Murmanküste der benachbarten norwegischen in keiner 
Weise nachsteht. Rke. 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausiührliche Inhaltsangaben. 
Swoboda, Gustav: Die wissenschaftlichen Grundlagen der Wettervorhersage. 
{Nr. 439/40 der Sammlung gemeinnütziger Vorträge.) 23 Seiten mit 7 Abbild. 
Deutscher Verein zur Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse in Prag. 19153, 
Preis 30 Heller. 
Mit vorliegender Arbeit benutzt der Verfasser die Zeit der Erholun nach einer schweren Ver- 
wundung, um gegen ein Vorurteil des Laien anzukämpfen, der. sein Urteil Tezunlich der Meteorologie 
als Wissenschaft infolge der ihr gestellten Aufgabe und der Neuheit ihrer Probleme und Hilfsmittel 
noch nicht in dem Maße geändert hat, als ihre Methode und ihre Leistungen erwarten lassen. . Be- 
zinnend mit der Herkunft und Beschaffenheit der Atmosphäre, bespricht der Verfasser die haupt- 
sächlichsten, d. h. die dauernden, die jahreszeitlichen und die kurzfristigen Witterungserscheinungen, 
Besonders eingehende Berücksichtigung finden die letzteren als die eigentlichen Wetterbringer, wobei 
der Verfasser den Steig- und Fallgebieten des Imftdrucks, die zwar mit den Hoch- und Tiefdruck- 
gebieten in ursächlichem Zusammenhang stehen, im übrigen aber ein gewisses Sonderdasein führen, 
eine besondere Bedeutung beimißt. Die letzten Abschnitte beschäftigen sich mit der Aufstellung der 
Wettervorhersage selbst, ihrem örtlichen und zeitlichen Bereich und mit der Organisation des Wetter- 
dienstes in Österreich und dem Deutschen Reich. Ohne Zweifel wird das vorliegende Buch, das, auf 
zewissen elementaren Vorkenntnissen des Lesers weiterbauend, selbst den jüngsten Fortschritten der 
Wissenschaft gemeinverständlich gerecht wird, seinen Zweck in glänzender Weise erfüllen, Man kann 
daher dem Verfasser dankbar sein, daß er die Herausgabe des Buches ermöglichte. trotzdem er nach 
seiner Genesung neuerdings wieder im Felde steht. 
Dr. Robert Hennig.
	        
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