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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

358 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1915. 
Tiefe in der gegenwärtigen Meerenge von Calais, Die Abnahme der Kreidefelsen 
von Dover in historischer Zeit ist bekannt. Die Entstehung der Meerenge von 
Calais, die den im Englischen Kanal angehäuften Sand durchließ, ist also als 
zleichzeitig mit der Bildung der ersten Dünen und des Moores, das in dem 
früheren Haff erst entstehen konnte, als dieses durch die Entwickelung der 
Dünen Süßwasser erhielt, zu betrachten, 
Die Form der niederländischen Küstenlinie ist aus dem Entstehen des 
Küstenwalles und der darauf sich bildenden Dünenketten zwischen zwei festen 
Punkten zu erklären. In einem solchen Fall nimmt die Küstenlinie eine konkave 
Form an, während die Konkavität mit der Stromgeschwindigkeit zunehmen muß, 
wie diese Erscheinung Penck, der damit zu Unrecht die Erddrehung in Ver- 
bindung brachte, bereits vor 20 Jahren bewiesen hat. Das Widerstand bietende 
Diluvium von Texel, Terschelling und Ameland verursachte die Abrundung der 
Küstenlinie nach außen, also die konvexe Form, wie dieses an festeren Küsten 
allgemein beobachtet wird, u. a. auch an der von Ost-England. 
Die neuere geologische Geschichte gibt somit der Meinung keine Stütze, 
daß das niederländische Dünengebiet ständig durch die See zerstört wird. Die 
Vernichtung des »Huis te Britten« (die Arx Britannica) und des Calloost-Turms 
vor Katwyk ist für die allgemeine Abnahme der Dünen kein Beweis, weil daselbst 
gerade früher ein mächtiger Rhein-Arm in die See ausmündete, der infolge seiner 
Aufhöhungen die Küstenlinie an Ort und Stelle im Vergleich zu der jetzigen 
seewärts verschoben haben kann. Als dieser Stromarm vollständig versandet 
war, wurden die Aufhöhungen, auf denen diese Gebäude errichtet waren, eine 
Beute von Gezeitenströmungen und Wellen, Die Küstenlinie wurde mehr konkarv, 
und die Fundamente und die dazwischen vorhandenen Baumreste kamen in die 
See und gerieten durch die Senkung des Bodens unter den Wasserspiegel, H. 
Die Häfen der britischen Kolonie Neufundland. 
(Amtlich) 
2. Häfen am nördlichen Teile der Ostküste Neufundlands. 
Fortsetzung. ] 
Pilley Island Harbour. 
Dieselben Quellen und Karten wie für Roberts Arm S. 326. Außerdem Brit. Adm-Krt. Nr. 3217, 
Pilley Island Harbour. 
Pilley Island Harbour an der Südseite von Pilley-Eiland ist großen Schiffen 
zugänglich. Die Einfahrt in den inneren Hafen ist zwar eng, aber tief. Pilley 
Tickle bildet den nordöstlichen, Flat Rock Tickle den westlichen, Raft Tickle den 
südlichen und Pretty Tickle den südöstlichen Zugang zur Einfahrt in den inneren 
Hafen. Die geographische Lage des Beobachtungspunktes auf Graveyard-Eiland 
im innern Hafen ist 49° 30‘ 11” N-Br. und 55° 43’ 6” W-Lg. Die Mißweisung für 
das Jahr 1915 beträgt 31° W, ihre jährliche Abnahme 4. 
Landmarken. Im Pilley Tickle, südwestlich von Big-Eiland, liegt ein -mit 
Wald bestandenes Inselchen von 20 m (65’) Höhe, und südlich von diesem, in der 
Nähe der Einfahrt zum Heads-Hafen, ragt eine kleine Felseninsel 1.5 m (5’) aus 
dem Wasser. Eben nordöstlich von der engen Stelle von Pilley Tickle steht ein weißes 
zweistöckiges Haus mit einer kleinen Ladebrücke einige Meter nordöstlich davon. 
Bridges-Eiland an der Einfahrt zum inneren Hafen ist 12 m (40’) hoch, und 
Picnic- und Graveyard-Eiland kennzeichnen das Fahrwasser zum inneren Ankerplatz. 
An der Nordseite des inneren Hafens liegt für sich allein die Baracke der Heilsarmee, 
ein langes Haus mit einem roten Dache, östlich davon steht eine Methodisten-Kapelle. 
Fox-Eiland liegt vor dem Ostende von Flat Rock Tickle. Es ist 30 m (100°) 
hoch und bewaldet, eine kleine, 9.1 m (30°) hohe Insel liegt westsüdwestlich davon 
an der Südseite von Flat Rock Tickle, und Margesson-Eiland ragt südöstlich von 
Fox-Eiland 12 m (40‘) aus dem Wasser.
	        
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