354 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1915,
Verhältnis zur Länge sehr großen Mündungsbreite etwa 1.3 betragen. Dadurch
wird die Übereinstimmung schon wesentlich besser, Die Amplitude dieser Seiches,
die sich nicht oft einstellt, ist manchmal außerordentlich groß; sie überstieg in
einzelnen Fällen 100 cm.
Die zweite in Triest beobachtete Schwankung hat 0.78 Stunden Dauer; sie
ist durch die Schwingungen der Bucht von Muggia zu erklären, wenn auch Triest
nicht unmittelbar zur Bucht selbst gehört; doch scheinen sich nach den Er-
fahrungen der Japaner die Schwingungen einer Bucht nach beiden Seiten der-
selben noch teilweise bemerkbar zu machen.
Die zwei weiteren Schwankungen von 0.24 und 0.08 Stunden Dauer mit
kleinen Amplituden sind wohl Schwankungen der Wassermassen im äußeren und
inneren, eigentlichen Hafen von Triest. Die Abgrenzung der in Schwingungen
geratenden Wassermasse ist nicht leicht durchzuführen, da wenig Anhalts-
punkte vorhanden sind,
Auffallend ist die Erscheinung, daß auch Stationen, die ganz am offenen
Meere oder auf Inseln liegen, wie Pelagosa, S. Andrea, Ragusa, seichesartige
Erscheinungen aufweisen. v.Sterneck glaubt, daß in diesem Falle nicht stehende
Wellen vorliegen, sondern daß die Schwankungen durch fortschreitende, sehr
lange Wellen hervorgerufen werden. Unterstützt wird diese Ansicht durch die
Tatsache, daß die an pelagischen Stationen beobachteten Seiches meist recht
unregelmäßig sind.
Die österreichische Küste der Adria ist reich an Kanälen, die durch Halb-
inseln. oder der Küste vorgelagerten, langgestreckten Inseln gebildet werden.
Zur Untersuchung der Schwingungsformen von an beiden Enden offenen Kanälen
oder auch langgestreckten Buchten (Kanälen mit einem offenen Ende) ist die
Adria besonders geeignet. Zur Festlegung der Schwingungsform sind jedoch
nach meiner Ansicht zahlreiche Schwingungsdauermessungen, die auch gleich-
zeitig an mehreren Stellen des Kanals ausgeführt werden müssen, unbedingt
notwendig; sonst wird man leicht verleitet, Schwingungsformen anzunehmen,
die gekünstelt erscheinen. Die nicht besonders zahlreichen Messungen, die
R. v. Sterneck zur Verfügung standen, lassen wohl deshalb die Untersuchung
in dieser Richtung als einen ersten Versuch erscheinen, die beobachteten Schwin-
gungsperioden zu erklären. Weitere Untersuchungen müssen die bisherigen
Ergebnisse bestätigen. Der einfachste Typus der Schwingungen eines an beiden
Enden offenen Kanals ist, daß an beiden Enden Knotenlinien sich ausbilden,
während ungefähr in der Mitte des Kanals ein Schwingungsbauch auftritt. Dieser
einfachste Fall ist meistens realisiert. Zwischen den äußeren fixen Knotenlinien
können noch weitere Knotenlinien im Innern des Kanals eingeschaltet werden;
die Schwingungsdauer reduziert sich dann je nach der Zahl derselben auf die
Hälfte, ein Drittel usw. In folgender Übersicht sind die Schwingungsformen in
einzelnen Kanälen an der Ostküste der Adria und die Erklärungsmöglichkeiten
derselben nach R. v. Sterneck zusammengestellt.
Kanal
1. von Mor-
lacco
2, von Zara
und
di Mezzo
Gebiet desselben
und Schwingungsform
zwischen Voloska und Novigrad;
beiderseits geschlossen. 2 Knoten,
3 Schwingungsbäuche (bei Novi und
Carlopago).
zwischen den Inseln Pontadura und
Zuri; beiderseits offen.
a) 2 Knoten an den Enden,
b) 3 Knoten, zwei an den Enden,
einer in der Mitte.
[Schwingungs:
dauer Ten
in Stunden
und Beob-
achtungsort
Fiume 2.21
Zengg 2.21
Konträre
Schwingungen
ja)Eso 2,39
Zara 2.43
]b)Eso 1.09
Zara 1.04
ı Zaravecchia
103
Theoret. |
‚Mittlere Titel Ange dos (Gemessen
| des Kanals | Kanals, a. Kanal
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