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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1915. 
ec) In diesen Schriften von 1537 gibt Nunes aber noch keine Anweisung 
zur Berechnung von Rumbtafeln oder Zeichnung von Rumblinien auf Globen und 
entwickelt in Text und Figur noch falsche Vorstellungen über den Verlauf der 
Loxodromen, Er läßt sie noch im Pol zusammenlaufen. 
Nun noch eine Schlußbemerkung. Kein Einsichtiger wird leugnen, daß, 
wenn auch Mercator zuerst das Prinzip für die wahre Seekarte aufgestellt und 
1569 im Beispiel seiner Weltkarte im Maßstab von 1: 20,600000 im Äquator 
durchgeführt hat, damit doch die allgemeine Einführung der neuen Projektionsart 
in den verschiedensten, für die Nautik erforderlichen Maßstäben noch nicht 
gewährleistet war. Erst mußten richtige Tafeln der Meridionalteile ersonnen 
und berechnet werden. Das ist die große Tat Edward Wrights, des Verfassers 
der »Certain errors in Navigation corrected«, London 1599, gewesen. Ander- 
seits werden Wrights hohe Verdienste durch eine richtige Würdigung seines 
Vorgängers, durch den Wright sich nach eigenem Geständnis angeregt gefühlt 
hat, gewiß nicht beeinträchtigt. Und doch hat es durch die Jahrhunderte an 
einer objektiven Abwägung der beiderseitigen Anteile an dem wichtigsten Fort- 
schritt, über den die Geschichte der Seekarten zu berichten hat, jenseits des 
Kanals selbst bis in die neueste Zeit gefehlt. 
In der Biographie Edward Wrights, welche Professor J. K. Laughton in dem 
Dietionary of National Biography %) seinem berühmten Landsmann 1900 widmete, 
sagt er, nicht gerade hervorragende Bekanntschaft mit den einfachen historischen 
Tatsachen verratend: »Now a year or two before Wright was borne, Mercator in 
Holland (sie!) had attempted to draw such a chart 1556 (sie!) by lengthening 
the degrees of latitude in some rough (sic!) proportion to the lengthening of the 
degrees of longitude, apparently by noting on the sphere where the rhumbs cut 
the meridians.« 
R. v. Sterneck, Über Seiches an den Küsten der Adria. 
Von Dr. A. Defant. 
Die reichgegliederte istrische und dalmatinische Küste mit den zahlreichen 
Buchten und Kanälen läßt an vielen Stellen deutliche, kurzperiodische Schwan- 
kungen des Meeresspiegels in Erscheinung treten. Durch äußere Impulse reagiert 
die in einer Bucht bzw. in einem Kanal zum Teil abgeschlossene Wassermasse 
mit stehenden Schwingungen, deren Schwingungsdauer von den Dimensionen und 
der orographischen Konfiguration des Beckens abhängt. Prof. R, v. Sterneck 
hat das für das Adriatische Meer vorliegende Material von Mareogrammen, das 
sich auf 31 Stationen erstreckt, in dieser Richtung verarbeitet, die in jeder 
einzelnen Station zur Beobachtung gelangten Seiches festgestellt und eine 
theoretische Erklärung derselben versucht, indem die wahrscheinlichste Schwin- 
gungsform der einzelnen Buchten und Kanäle erörtert wurde. Vor allem ist 
hervorzuheben, daß solche kurzperiodische Meeresspiegelschwankungen in der 
Adria nur bei windigem Wetter mit größeren Amplituden auftreten, daß sie bei 
ruhigem, windstillem Wetter völlig fehlen. Sie scheinen somit ausschließlich 
durch die bei Wind auftretenden Horizontalverschiebungen von Wassermassen 
angeregt zu werden und mit den Gezeitenschwingungen in keinem Zusammen- 
hange zu stehen. Besonders kräftig ausgebildet sind die Seiches bei Scirocco, 
bei dem sich auch die stärksten horizontalen Verschiebungen und Aufstauungen 
an der österreichischen Küste der Adria einstellen. Die Hubhöhe der beob- 
achteten Schwankungen ist meistens sehr gering und beträgt 1 bis 2 cm; bei 
bewegtem Meer erreichen sie nicht selten 5 bis 10 cm, und nur ausnahmsweise 
traten bei besonders stürmischen Tagen auch solche von 20 cm und mehr auf, 
3) Vol. LXII, London 1900, p. 101.
	        
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