338 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1915.
worden sind, die allerdings bislang nicht bestätigt worden sind. Es ist dies einer-
seits die George Canning-Bank, die durch das Schiff gleichen Namens in 39° 40’
S-Br., 27° O-Lg. mit einer Tiefe von 88 Faden (und Bodenprobe) gefunden wurde,
andererseits Marion-Rock, durch das Schiff »Marion« 1853 in 37° 26’ S-Br., 26°
55’ O-Lg. als brandendes Riff gesichtet.!)
Die am Boden der Tiefsee festgestellten Temperaturen sind meist mittels
Maximum-Minimum-Thermometer oder Negretti-Zambra-Kipp-Thermometer ge-
messen worden. Diese Thermometer sind auch als Kontrollthermometer gleich-
zeitig mit den modernen Richter-Thermometern bei den Reihenmessungen abge-
lesen worden, und es ergibt sich, daß diese alten Thermometer in größeren Tiefen
zu hohe Temperaturen zeigen, Unter Berücksichtigung dieser Vergleiche erschien
es gerechtfertigt, die in Tiefen über 3000 m durch Thermometer alter Konstruktion
bestimmten Temperaturen um 0.83° zu erniedrigen. Die so erhaltenen Werte
stimmen alsdann auch gut mit den 1906 von »Planet« in diesem Gebiet ge-
wonnenen Temperaturen. Die nördlich des angenommenen Rückens gemessenen
Bodentemperaturen 1.2° bis 1.3° in Tiefen von mehr als 4500 m sind relativ
hoch gegen die südlich des Rückens festgestellten Temperaturen; hier ermittelte
»Planet« für 5053 m Tiefe 0.6°, für 5008 m (etwas südlicher) 0.4°. Die Temperatur-
unterschiede sind nicht beweisend für eine vollständige Trennung der tiefsten
Schichten zwischen den nördlich und südlich des Rückens befindlichen Tiefen-
becken; man wird die Höhe der Temperaturen, wenn man keinen durchgehenden
Rücken annimmt, sich auch durch die ziemlich beträchtliche Mischung der
untersten Wasserschichten infolge von Querschnittsänderungen erklären können.
In bedeutend nördlicherer Breite wurde von »Möwe« bei Station 75 in 26° 21’
S-Br. bei 4060 m Tiefe 1.10° gemessen; ähnliche Temperaturen in gleichen Tiefen
fand »Planet« an der Ostküste von Madagaskar. Dies läßt darauf schließen, daß
sich das Bodenwasser östlich vom Crozet-Plateau ziemlich frei nach Norden ver-
schieben kann.
Sehr dankenswert sind die Lotungen, die S, M. S. »Möwe« auf der Fahrt
von Durban bis Beira ausgeführt hat, da sie unsere Kenntnis über die Tiefen-
verhältnisse des Mozambique-Kanals wesentlich fördern, so daß die jetzt gezogenen
Tiefenlinien einen ziemlich hohen Grad von Wahrscheinlichkeit beanspruchen
können. Durch eine Reihe von Lotungen mit NO-Kurs wurde ein Profil quer
durch den südlichsten Teil des Kanals gewonnen, durch weitere Lotungen, an
der Ostseite des Kanals nordgehend, das Vorhandensein eines Verbindungsrückens
von 2000 bis 3000 m Tiefe zwischen dem afrikanischen Kontinent und Madagaskar
unter den geographischen Breiten 16° bis 21° S erwiesen. Allerdings liegen
einige der Lotungen noch reichlich weit voneinander entfernt, jedoch ist ein
Durchgreifen der 3000 m-Tiefen von Norden nach Süden nicht wahrscheinlich.
. Die Bestimmungen des Salzgehalts des Bodenwassers ergeben für die
Tiefen über 4000 m 34.75°% .,, für die.geringeren Tiefen etwa 34.82 %/,, im Mittel-
wert, andere sicher erkennbare Unterschiede treten nicht hervor.
Tabelle I. )
Lotungen und Oberflächenbeobachtungen S. M. S. »Möwe«.
Oberfläche
t0C|S% 0] 0, |SICHt| Farbe
50| 9. I.
61} 9.
62° 9.
63 9,
RA 10
81/„ Vi 36° 10
01/N| 36° 21’
4 °N|36° 26
31, N! 360 28
5 WW 360 26
Fapstadt—Durban,
239 131220312. 6 —
23° 32’ 223212. 6 ' —
23° 59’ 4223| — —
24° 27’ 4857 |(1. 3) | —
250 24’ 40111(1, 4) —
Fels
Glob. Schl.
Instr. verloren
Glob. Schl,
Spuren von
Glob. Schl.
21.2 [35.62/24.94' — 0
22,2 |35.34/24.44| — 0
22,7 |35.66/24.55| — 2
22.1 |35.66|24.71| — —
2321 — 1 — | —
;) Siebe hierzu: Findlay, Directory for the navigation of the Indian Ocean. 4, Ausgabe 1882
S& 2300 u. 301.