336 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1915.
Folge auf seiner Rückseite, an der Nordsee bereits in der Nacht zum 4. Mai,
Südostwinde herbeiführte; innerhalb des Hochdruckgebiets herrschte trockenes
heiteres Wetter, und in der Nacht zum 4. wurden während des Vorüberganges des
Kernes vielfach die niedrigsten Temperaturen des Monats beobachtet. Eine kurze
Unterbrechung erfuhr das gute Wetter dann im Gefolge eines vom 5, bis 7. von
Nordfrankreich über die Unterelbe nach dem Südwesten der Ostsee fortschreitenden
flachen Teiltiefs, das am 5. zunächst an der Nordsee uns an den beiden folgenden
Tagen überall Regen brachte. Wieder zog jetzt ein Hochdruekgebiet von Westen
heran, das bereits am Morgen des 7. die Nordsee bedeckte und sich bis zum
9. über die Ostsee ausdehnte; bei meist schwachen Winden aus nördlichen Richtungen
war das Wetter heiter und trocken. Der Einfluß dieses Hochdruckgebiets,
das seinen Kern am 10. von Südschweden nach Westrußland verlagerte, erhielt
sich bei südöstlichen, durch heiteres Wetter ausgezeichneten Winden im Osten
bis zum 12, und 13., während die Küste ostwärts bis Mecklenburg am 12. unter
dem Einfluß eines flachen ostwärts schreitenden Ausläufers eines Tiefdruckgebiets
über Skandinavien Regenfälle bei schwachen umlaufenden Winden beobachtete.
Ein über Norddeutschland zur Entwicklung gelangendes Tiefdruckgebiet
brachte der ganzen Küste am 13. und 14. vielfach. sehr starke und am
15. schwächere Regenfälle, und insbesondere hatte ein von den Niederlanden
nach der mittleren Ostsee fortschreitendes Teiltief die für den 14. bis 16. angeführten
stürmischen Winde im Gefolge, da auf seiner Rückseite ein Hochdruckkeil
nach der Nordsee nachfolgte.
Nachdem am 17. auf der Südseite des nordostwärts abziehenden Tiefdruckgebiets
bei westlichen Winden zunächst trockenes Wetter an der ganzen Küste
geherrscht hatte, drang auf der Rückseite des nordostwärts ziehenden Hochdruckkeils
ein flaches Tiefdruckgebiet von Frankreich ostwärts vor und brachte
der Nordseeküste schon am 17, wie auch an den beiden folgenden Tagen, bei
Winden aus westlichen Richtungen Regenfälle. Das Hochdruckgebiet breitete
sich dann am 19. von Skandinavien über Mitteleuropa aus und drängte das Tiefdruckgebiet
auf seiner Südseite zurück, und es trat jetzt eine bis zum 28. Mai
währende lange Zeit meist heiteren und bis auf den 27. wo der Osten Regen
hatte, trockenes Wetter ein. Die Winde wehten in diesen Tagen bis zum 24.
meist aus östlichen Richtungen, in der Folge aber aus veränderlichen Richtungen,
da das Hochdruckgebiet zerfiel und sich ein am Morgen des 25. über dem Süden
der Ostsee gelegenes Teilhoch entwickelte, das südostwärts abzog. Während
dieser Tage wurden am 25, und 26. bei leichten Winden überwiegend aus südlichen
Richtungen die höchsten Temperaturen des Monats erreicht, bis auf den
äußersten Osten, wo die Winde nach nordwestlicher Richtung umgegangen waren
und Abkühlung gebracht hatten, Eine zwischen den beiden getrennten Hochdruckgebieten
entwickelte flache Tiefdruckfurche brachte dem Osten der Küste
die vorübergehenden Regenfälle am 27. Ein am 28. südostwärts über Skandinavien
vordringender Ausläufer eines im hohen Norden gelegenen Tiefdruckgebiets
[ührte nach trockener Witterung am 28. in den letzten Monatstagen wieder
Regenfälle für die ganze Küste bei überwiegend veränderlichen, am 31, Mai
nördlichen bis westlichen Winden herbei, so daß nach den zu Anfang der letzten
Pentade beobachteten warmen Tage am Ende des Monats wieder durchweg
kühles Wetter eintrat.
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