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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1915.
Ist die deutsche Seeküste ein einheitliches Niederschlagsgebiet?
Von A. Thraen, Dinslaken (Niederrhein).
(Hierzu Tafel 5.)
An vier über die deutsche Seeküste ungefähr gleich verteilten Normal-
stationen der Deutschen Seewarte soll im folgenden untersucht werden, ob und
inwieweit man berechtigt ist, die deutsche See, die sich um den nicht unerheb-
lichen Betrag von über 14 Längengraden vom Westen nach dem Osten erstreckt,
als eine in sich gleichartige Niederschlagsprovinz aufzufassen,
Das Material wurde den deutschen meteorologischen Jahrbüchern vom
Beobachtungssystem der Deutschen Seewarte und, soweit diese über einzelne
Fragen im Zweifel ließen, den Hamburger Original-Beobachtungstabellen ent-
nommen.
Für Wilhelmshaven mußte für die Zeit vor 1887 auf die Original-Beob-
achtungstabellen des Kaiserlichen Meteorologischen Observatoriums in Wilhelms-
haven und zum Teil sogar auf die monatlichen Notizbücher der Beobachter
zurückgegriffen werden. Hierbei war zudem für die Jahre von 1880 bis zum
November 1886 einschließlich eine Umrechnung vorzunehmen, um eine strenge
Homogenität in der Notierungsweise zu erzielen. Denn in dieser Zeit war zwar,
wie allgemein bei den Stationen der Deutschen Seewarte üblich, um 8% V und
8h N gemessen worden; indessen waren die Beträge dieser beiden Messungen
dem Beobachtungstag zugeschrieben worden, während sonst im System der
Deutschen Seewarte der Betrag der Abendmessung mit dem Betrag der folgenden
Morgenmessung zusammen dem Datum der Abendmessung zugeschrieben werden.
Die hierdurch für Wilhelmshaven im Vergleich zu den späteren Veröffent-
lichungen in den Ann, d. Hydr. usw. und der Jahrbücher entstandene Inhomogenität
wurde vom Verfasser in der Weise gehoben, daß der Morgenbetrag eines jeden
Monatsersten von der Summe desselben Monats abgezogen und zur Summe des
vorhergehenden Monats addiert wurde.
Der jährliche Gang des Niederschlags.
Tabelle 1 gibt die 35jährigen monatlichen und jährlichen Normalmittel
für die Zeit von 1876 bis 1910 übersichtlich an. Um die ungleiche Länge der
Monate zu eliminieren, wurden hier neben den absoluten Mitteln in der Rubrik B
die monatlichen und jährlichen Niederschlags-Koeffizienten berechnet vorgelegt,
und zwar in der Weise, wie es besonders Woiekof und Köppen empfehlen
(Quotient aus dem Monatsmittel und der Zahl der Tage des betreffenden Monats).
Tabelle 1.
35jährige Niederschlagsmittel und -koeffizienten (B).
5} 8 ; - 3 | Si
2)Els = ins E83 85|8
a)S Em | El3 2/2213 53|4
SEE 14.5 [51821313812 [18718
) % SA 1 LS 1 1A
Wilhelmshaven ...
B
Hamburg ......
PR
Swinemünde. .,..
R
Neufahrwasser ,
11.2 [38.0 !41.5 |37.1 "51.2 57,5 87.9 82,7 55.8 173.9 ' 52,7 | 18,8 668.3
1.33. 1.35, 1.34 *124 1.65 1.02 284 2.67 186 238 1.76 157 183
48.9 "47.1 151.4 |45,3 ‚52,9 67.7 89.0 !80.6 !58.4 /us.9 ‘49.0 155,5 ) 714.7
1.58 1.67 1.66 *151' 171, 2.26 287 2.60 1.95 2.22 163 1.79 1.96
E
36.4 "31.7 37,5 !36,3 '46.6 53.5 |79.6 167.5 | 51.8 57.0 ! 41,5 | 48.2 jös2.6
L17:#112 1.21 1.21 150 1.78 257 2.18 1,73, 1.84 1.38; 1.39) 1.60
1, 27.5 24.1 181.9 35.9 '51.5 58,3 |73,8 |69.7 |49.9 lazs [441 [38,9 [5484
Bı 0.589*0.85 103 120 1.66 1.94. 238 2.95 1.66. 1.54 147: 109] 1.50
Die Jahresmittel unserer Stationen, besonders die der Ostseestationen,
dürften in Rücksicht auf die Meeresnähe auf den ersten Blick sehr niedrig er-
scheinen; indes darf nicht übersehen werden, daß unsere Stationen, mit Ausnahme
von Hamburg, der deutschen Flachküste angehören und somit nach Hellmanns