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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Hesselberg, Th.: Über oszillatorische Bewegungen der Luft, 
Über dem Meere bekommt man entsprechend, indem man k=2 10 —5 und 
i=107* setzt: 
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1“ d?(@ G,) d? (a G_) 
C, =4,10 (02 7 ge“ 
u (eG) d?(@G„J)\ 
CO = 4.10 (A 
und man erhält, wie über dem Lande, das Resultat, daß wahrnehmbare freie 
Schwingungen wegen Druckänderungen nur ausnahmsweise auftreten werden. 
Wir wollen zur Veranschaulichung des Resultates noch eine Analogie aus der 
Mechanik heranziehen. Bei einem Pendel, dessen Aufhängungspunkt bewegt wird, 
treten bekanntlich keine merklichen freien Schwingungen auf, so lange die .Be- 
wegung des Aufhängungspunktes einigermaßen gleichmäßig vor sich geht, Wenn 
sie aber ruckweise geschieht, so wird das Pendel anfangen freie Schwingungen 
auszuführen. Entsprechend werden keine merklichen Schwingungen in der Luft- 
bewegung auftreten, sofern die Änderungen des Gradienten einigermaßen gleich- 
mäßig vor sich gehen. Merkliche Schwingungen werden nur dann auftreten, 
wenn größere Gradientänderungen ruckweise erfolgen, 
Wir haben bisher vorausgesetzt, daß A und k Konstanten waren. Das ist 
aber nicht der Fall, denn sie ändern sich beide während der Bewegung der Luft- 
masse. Wenn die Änderungen von i und k ganz langsam vor sich gehen, können 
durch die Änderungen keine freien Schwingungen mit merklichen Amplituden 
erzeugt werden, aber bei sehr raschen Änderungen werden sie auftreten können. 
Der Koeffizient 4 ändert sich nur langsam, dagegen kommen große und plötz- 
liche Änderungen in k oft vor. Wenn die Windbahn die Grenze zwischen Wald 
und Wiese oder zwischen Stadt und Land kreuzt, wird k plötzlich verändert 
werden. Schwingungen werden dann auftreten, diese aber werden wegen der 
großen Reibung über dem Land nie als solche wahrgenommen werden, nur als 
eine Abweichung von u, die allmählich kleiner wird, und bevor die Abweichung 
verschwunden ist, wird eine neue Diskontinuität in k eine neue Abweichung 
hervorgerufen haben. Der ganze Vorgang ist also über Land so, daß der 
Schwingungscharakter nicht erkennbar ist, 
Über dem Meere kann man keine Diskontinuität in k annehmen, und freie 
Schwingungen mit größeren Amplituden werden also über den großen Ozeanen 
nur ausnahmsweise wegen plötzlicher größerer Gradientenänderungen auftreten. 
Wenn der Wind vom Land auf das Meer hinausweht, ändert sich aber k plötzlich 
bedeutend, und freie Schwingungen werden auftreten, die wegen der geringen 
Reibung über dem Meere nur langsam gedämpft werden, In einem zeitlich stark 
veränderlichen Bewegungsfeld wird man sie aber schwierig erkennen können, nur 
in dem Falle, daß « & während der Bewegung sich nicht ändert. Das ist der 
Fall, wenn der Gradient über einem großen Areal denselben Wert hat und dieses 
Druckfeld angenähert stationär bleibt. Nur dann wird man die freien Schwingungen 
leicht beobachten können, und dann ebenso gut in den Stromlinien wie in den 
Trajektorien. Eben ein solcher Fall ist es, für welchen Exner auf der Wind- 
karte von Sandström die Schwingungen über der Ostsee nachweist. 
In der Ekmanschen Stromtheorie!l) treten auch Schwingungen auf, mit 
einer Schwingungsdauer gleich der Umlaufszeit der Schwingungsebene des 
Foucaültschen Pendels. Sie haben denselben Charakter wie die oben behandelten 
Schwingungen. Sie treten einmal da auf, wo Ekman eine diskontinuierliche 
Änderung der Kraft voraussetzt?), und ferner dort, wo die Derivierte der Kraft. 
in bezug auf die Zeit diskontinuierlich vorausgesetzt ist®. Wenn man berück- 
sichtigt, daß die Kräfte sich gewöhnlich nur langsam und allmählich ändern, so 
wird man wahrscheinlich finden, daß die Schwingungen unter gewöhnlichen Um- 
ständen fortfallen, Geophysikalisches Institut, Leipzig. 
1) V. Walfrid Ekman: On the Influence of the Earth Rotation on Ocean-Currents, Archiv 
för Mathematik, Astronomi och Fysik utgivet af K, Svenska Vetenskapsakademien i Stockholm. 
Bd. 2 Nr. 11. Stockholm 1905. — 2) S. 15 und S. 22, — 83) 8, 24,
	        
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