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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

316 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1915. 
Für irgendein Zeitdifferential werden also die Amplituden die Zuwächse 
2Kk F d?(« G.) SS 
9) r d? {a G,) d?(« G,) 
| AO = za A er Hk za [dt KO dt 
8 
erhalten. 
Mit Hilfe dieser Gleichungen werden wir zeigen, daß die Amplituden ge- 
wöhnlich unmerklich klein werden, Wir können dabei das letzte Glied in den 
Gleichungen vernachlässigen, denn durch dieses Glied können die Amplituden 
nie vergrößert werden. Wir erhalten dann für alle Zeitdifferentiale: 
9ık d?(« G,) d? (x GG.) 
LE an 4 SE dt 
2k d? (@ 6) d? (a A| 
AO = A | de Ok ge ld 
Die Amplituden zur Zeit t werden dann: 
[eG d? (« G.) 
ka m An 
L 
2k | (eG) A? (« G.) 
Ge Ama Hk ae 
N ” («GG d’(«G . 
indem Mittelwerte von Zn) und a außerhalb des Integralzeichens ge- 
setzt sind. 
Über dem Land in mittleren Breiten hat man etwa k=2 107*sek.“* und 
1=10 *sek, 7*, Wählen wir weiter t -— t;= 383 Stunden, so wird 
d?(aG) di{aG 
1 11 EN „R 
CO =1,6 10 [2 ee de 
"P(«@G,) d? (« G,) 
de Hl — 
Über 3 Stunden genommen hat [SS gewöhnlich eine Größenordnung 
—12 —13 * 
von 10—10 m/sek.4,!) und man bekommt für C, und C, die Größenordnung 
—1 —2 
10—10 m/sek, Die im Laufe von 3 Stunden erzeugten Amplituden werden also 
nur auf Hundertstel bis Zehntel Meter pro Sekunde zu berechnen sein, 
In Zeiträumen, die länger als 3 Stunden sind, wird | ! kleiner, so 
daß unter gewöhnlichen Umständen die Amplituden nie mehr als einige Hundertstel 
bis Zehntel m/sek. werden, 
Wegen der Druckänderungen werden also über dem Lande nur ganz 
unmerkliche Schwingungen erzeugt, deren Schwingungscharakter überdies sehr 
schwierig erkennbar ist, weil die Amplituden sich fortwährend ändern, sowohl 
durch Dämpfung wie dadurch, daß die Gleichgewichtslage sich immer ändert. 
Nur in reinen Ausnahmefällen werden freie Schwingungen mit merklichen 
® x 
Amplituden erzeugt werden, z. B. wenn Sn plötzlich einen sehr großen Wert 
erhält, und dann gleich wieder klein wird. 
1) Über Größenordnung siehe: Th, Hesselberg und A, Friedmann: Die Größenordnungen der 
meteorologischen Elemente und ihrer räumlichen und zeitlichen Ableitungen, Veröff, des geophys. 
Inst. Leipzig. Serie II. Heft 6. 1914.
	        
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