Wagner, H.: Gerhard Mercator und die ersten Loxodromen auf Karten, 311
Stevin bereits 1605 nachzuweisen gesucht?) »Nonius concludit sinus arcuum a
polo ad loxodromiam interceptorum esse in proportione continua«), indem er
seinerseits die Breitenlage der Punkte A, B, C .:. auf den Meridianen aus den
rechtwinkeligen Dreiecken berechnet, welche die Loxodromenstücke zur Hypo-
tenuse und die von den benachbarten Halb-Meridianen abgeschnittenen Stücke der
Parallelkreise zur einen Kathete haben,
Es würde nun nicht uninteressant sein, einige der von Nonius gewonnenen
Rechnungsresultate zu prüfen. Er druckt auch (p. 172) das Schema einer Tabelle
ab, in deren Kolumnen die Koordinatenwerte für die sieben Loxodromen eines
Quadranten eingetragen werden können — aber seltsamerweise bleibt das Schema
leer; er selbst teilt nicht einen einzigen Zahlenwert mit, überläßt vielmehr die
Berechnung jüngeren Kräften, Mit einer gewissen Naivität heißt es kurz vor
dem Schema: »Sequitur dispositio tabulae in septem partes distinete: numeros
uerd qui intra ipsius tabulae aream scribendi sunt, studiosi adolescentes in-
venient secundum praecedentes demonstrationes, et quantum libuerit, extendent.«
Kurz eine Tafel der Rumblinien erhalten wir von Nonius nicht. Eine solche hat,
wie es scheint, Edward Wright 1599 zuerst veröffentlicht.
Wir geben diese Einzelheiten aus den Werken von Nunes, um den Nachweis
zu führen, daß Mercator, selbst wenn ihm dessen Opera vorgelegen hätten, er
die erforderlichen Koordinaten behufs Auftragung der Loxodromen auf seinem
Globus nicht hätte daraus entnehmen können. Das Kapitel 24 enthält daneben
eine rein schematische Figur einer Halbkugel in Polarprojektion mit zwei bis in
mittlere Breiten eingetragenen Loxodromen; wegen der Kleinheit der Figur und
des Mangels der Einzeichnung von Breitenkreisen. mit bestimmter Ordnungs-
ziffer, aus der man auf die Wahl der Projektion schließen könnte, wird jeder
Versuch, die Richtigkeit der Konstruktion zu prüfen, vereitelt.
Im übrigen handelt es sich hier, um dies nochmals hervorzuheben, um eine
zuerst 1566, später 1573 und 1592 gedruckte Schrift des Nunes, so daß die
Ausgabe von 1566 höchstens für die Weltkarte Mercators vom Jahre 1569 von
Einfluß gewesen sein könnte, während für unsere Frage ja der Globus vom Jahre
1541 allein in Betracht kommt,
Nun heißt es, wie oben ($ 12) dargelegt, daß die lateinische Fassung der
Schrift »De arte navigandi« in der gleichen Form wie 1573 bereits in Coimbra
1546 erschienen sei. Bis jetzt hat aber niemand den Inhalt dieser Ausgabe
genauer zu analysieren vermocht; wir wissen, falls sie überhaupt existiert hat,
nicht, ob darin bereits jene Kapitel 21 bis 27 der späteren Auflagen enthalten
waren. Aber da Mercators Globus unzweifelhaft bereits 1541 ausgegeben ist,
so könnte auch diese ältere Ausgabe von 1546 keinen Einfluß auf die fünf Jahre
früheren Darstellungen von Loxodromen auf jenem Globus gehabt haben,
(Schluß folgt.)
Über oszillatorische Bewegungen der Luft.
Von Th. Hesselberg.
In der letzten Zeit haben Gold!), Sandström?) und Exner®) gewisse
Oszillationen der Luftbewegung behandelt, die ohne entsprechende Oszillationen
im Luftdruck auftreten: sollten. Exner behandelt sie etwa in folgender Weise.
23) Hypomnemata mathemat. II Geographia Lib. IV, Lugd. Bat. 1605, p. 151. Appendix
loxodromiarum Cap. IL. De erratis Petri Nonii super numeris loxodromiarum. — Les oeuvres math6-
matiques de Simon Stevin, augment6es par Albert Girard. Leyde 1634, IV, Livre de la gEographie
p. 166. Appendice des Rombs Chap. II. Des fautes &s nombres des rhombes; faites par Petrus Nonius,
1) E. Gold: The Relation between Wind Velocity at one Thousand Meters Altitude and the
Surface Pressure Distribution, Proe. Roy. Soc., Vol. 80, May 25th, 1908.
2) J. W. Sandström: Über die Beziehung zwischen Luftdruck und Wind, Kungl. Svenska
Vetenskapsakademiens. Handlingar, Band 45, Nr, 10. Stockholm 1910,
Mr 3) F. M. Exner: Über oszillatorische Bewegungen der Luft, »Ann, d. Hydr. usw.«.
März 1913.