306 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1915,
105.5 (Meridianstreifen Nr. 7, 8, 9) und 107.8 mm (Meridianstreifen Nr. 4, 5, 6),
welche Differenzen auf Fehler der Wiedergabe durch den Lichtdruck zurück-
geführt werden können, da sie im gleichen Sinn je bei drei auf einem Blatt ab-
gebildeten Meridianstreifen auftreten, Erst der Wert von 107.5 mm führt zu
einem Umfang des Globus von 129 cm. Halten wir uns an diesen, so folgt als
natürlicher Maßstab für den Globus rund
1:32 000 000.
Ähnliche Unterschiede wie im Querdurchmesser von 30° im Äquator zeigen
sich in der Längserstreckung der von 70° N-Br. bis 70° S-Br. reichenden Meridian-
streifen der Ausgabe von 1875. Sie sind durchschnittlich im Mittelmeridian ge-
messen 483.3 mm lang (10° also = 34.5 mm), die kürzesten messen jedoch nur
477 (Meridianstreifen Nr. 7, 8, 9), die längsten 488 mm (Meridianstreifen Nr. 4, 5, 6).
Die Kugelkappen von 70 bis 90° sind unabhängig von den Meridianstreifen in
äquidistanter Polarprojektion entworfen, Auch auf diesen sind 10° Br. = 34.5 mm,
wie in den geraden Mittelmeridianen der Einzelstreifen, Der Meridianumfang
betrüge danach nur 124.3 cm. Jedoch ergibt eine weitere Nachmessung un-
zweideutig, daß diese Verkürzung absichtlich bei den geraden Mittelmeridianen
durchgeführt ist. Auf den schwach gekrümmten Randmeridianen entsprechen
10° Br. genau 10 Äquatorgraden der Einzelstreifen (durchschnittlich = 35,5 mm).
; Indessen auf diesen allgemeinen Kartenmaßstab, der nur zur Kennzeichnung
des Objekts im Verhältnis zu anderen Globen dienen soll, — es handelt sich
also um einen Globus von rund
41 cm Durchmesser, —
kommt es uns bei unserer kartometrischen Aufgabe nicht an. Da wir die
Durchschnittspunkte der Loxodromen mit den Gradnetzlinien möglichst genau
durch Abmessungen zu bestimmen suchen, müssen wir ihre Abstände von den
nächsten Meridianen oder Breitenparallelen ausmessen und dann in Erdgrade
und deren Teile umwandeln, Die technische Ausmessung verbürgt allerdings an
sich bei Benutzung eines geprüften Transversalmaßstabes das Zehntel der Milli-
meter; das sind bei dem Maßstab von 1:832000000 noch 3.2 km oder fast
2 Breitenminuten. Indessen sind die Linien auf der Karte oft mehrere Zehntel
Millimeter dick, und bei dem persönlichen Fehler der Einzelmessung und den
mannigfachen kleinen Fehlern der Zeichnung selbst hat es kaum einen Sinn,
mehr als Zehntelgrade (= 6’) verbürgen zu wollen. Da auf jenen Kugelstreifen
durchschnittlich 10 Breitengrade = 35,5 mm lang sind, so ist !/,4° = 0.355 mm.
Für die Längengrade, die mit dem Kosinus der Breite polwärts abnehmen, so
daß auf dem 40° Br. 10 Längengrade nur 27.3 mm, auf dem 70° Br. nur 12,5 mm
messen, ist eine Genauigkeit bis auf Zehntelgrade sehon kaum mehr erreichbar.
9. Prüfung der Loxodromen. Legen wir also allen Ausmessungen möglichst
die Lichtdruckausgabe von 1875 in betreff derjenigen drei Meridianstreifen,
welche auf Tafel 14 auf ?/, verkleinert wiedergegeben sind, zugrunde, so zeigt sich
das Folgende:
1. Die Lage des Schnittpunkts zweier (mit gestrichelten Linien angedeuteter)
Loxodromen von 45° Azimut, die vom Aquator in 60° Längenabstand auslaufend
sich im mittleren Meridian treffen, findet sich auf
28.75° Br.,
während sich die Linien nach der Theorie in
28.71° Br.
schneiden müßten. Differenz also‘ +0.04°,
2. Die Mittelpunkte der Kompaßscheiben im Süden Amerikas sehen wir
auf der Karte auf
51.4° S-Br.
Die Theorie erfordert für eine Loxodrome von 45° als Schnittpunkt mit
ainem je 60° L. östlich und westlich gelegenen Meridian eine Lage von
51.33° Br.; Differenz + 0.07°.