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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Reinicke, G.: Das Barozyklonometer. 
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Aneroid-Barometers ist darauf eingestellt), B. und B, die Barometerstände bei 
der ersten und bei der zweiten Ablesung bedeuten. D, und D, bedeuten dann 
die Entfernungen von der Orkanmitte bei der ersten und bei der zweiten Ab- 
lesung. Da wir aber die wirkliche Entfernung der Orkanmitte nur annähernd, 
da. h. nicht genauer kennen als nach den Algu&schen Angaben auf dem Rande 
des Aneroid-Barometers und da wir zur Bestimmung der Orkanbahn auch nur 
genaue Winkel brauchen, so wird nach dem Satz: »In ähnlichen Dreiecken sind 
die Winkel gleich und die Seiten verhältnismäßig gleich«, die eine Seite D! = 100 
gesetzt (sie wird von der Doppelnadel dargestellt) und nun nach der obigen 
Gleichung die zweite Seite D, berechnet. Also ist 
B —B 100 ; 
BB. “DD, oder (B — Bo) : (B — B;) = 100 : D,. 
Der Abstand der kleinen Nadel auf der Doppelnadel vom Mittelpunkt ist 
gleich 100 Teilen der. Teilung auf der einfachen Nadel, und wenn man nun 
die kleine drehbare Nadel der Doppelnadel auf den errechneten Teilstrich der 
einfachen Nadel richtet, so hat man ein den wirklichen Verhältnissen ähn- 
liches Dreieck, in dem die Richtung der kleinen Nadel die Richtung der Orkan- 
bahn angibt, ; 
Beispiel. Man befindet sich im Oktober auf 11° bis 17° N-Br, und be- 
obachtet: 7!/, V. Bar. 739 mm, Wind W, 
8 » » 738 » » SW. 
Für Orkane zwischen 11° und 17° N-Br. ergibt sich nach der Tabelle auf dem 
Aneroid-Barometer der Barometerstand an der äußeren Grenze eines Taifuns, 
das ist die Einstellung des roten Pfeiles am Aneroid-Barometer zu 755 mm, 
dann haben wir nach der obigen Formel 
755 — 738 100 1600 
7565 — 789 — D, oder 17:16 = 100 : D, oder D,y = 17 = 94. 
Die Einstellung des Zyklonometers würde sich folgendermaßen vollziehen, 
Aus der Monatskarte für Oktober entnehmen wir, daß die Taifune zwischen 11° 
und 17° N-Br. nach NzW ziehen. In diese Richtung der durchsichtigen Wind- 
rose drehen wir den doppelt gefiederten Mittelpfeil der Taifunscheibe. Die 
Barometerablesung um 71/,h ist 739 (Feld D), die Windrichtung W. Wir suchen 
im Felde D der Taifunscheibe einen Pfeil, der von Westen her fliegt, und stellen 
das glatte Ende der Doppelnadel auf diesen Pfeil, dann zeigt das andere Ende 
der Doppelnadel nach NOZzN, d. h. in dieser Richtung hatten wir um 7*/,h die 
Taifunmitte von uns, Um 8% ist das Barometer auf 738 mm (Feld D) gefallen 
und der Wind SW; dem entsprechend stellen wir das glatte Ende der einfachen 
Nadel auf den Pfeil im Felde D, der von SW her fliegt, und finden, daß nun 
ihr Ende mit der Teilung nach etwa NzW zeigt, d. h. wir haben die Orkan- 
mitte um 8h NzW von uns. Richten wir nun die kleine Nadel nach der Rech- 
nung von vorhin: 
755 — 738 100 . . 1600 
755 — 789 — D, oder 17 : 16 = 100 : D, oder a7 94 
auf den Teilstrich 94 der einfachen Nadel, so gibt die kleine Nadel an, in 
welcher Richtung sich die Mitte des Orkans von 71/,h bis 8% fortbewegt hat, 
nämlich nach NzW, Natürlich gilt die Richtung immer von der ersten nach 
der zweiten Peilung zu, und wenn man zuerst immer die Doppelnadel einstellt, 
auch immer von der Doppelnadel nach der einfachen Nadel hin. 
Da ein Schiff in so großer Nähe eines Taifuns keine nennenswerte: eigene 
Fortbewegung gehabt haben würde, würde die Einstellung auch einem auf See 
befindlichen Schiffe die Fortpflanzungsrichtung des Taifuns richtig angeben. 
Befindet sich ein Schiff aber noch weit vom Orkan, sagen wir 500 bis 120 Sm 
davon, im Felde A, wo in unserm Beispiele das Barometer zwischen 755 und 
751 mm stehen würde und wo sich die Peilung der‘ Orkanmitte noch langsam 
verschiebt oder anders ausgedrückt, wo sich die Windrichtung langsam ändert, 
und wo das Barometer langsam fällt oder steigt, so muß ein größerer Zeitraum
	        
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