294 Annalen der Hydrogaphie und Maritimen Meteorologie, Juli 1915,
erlassenen Bestimmungen (Aufforderung zur Beteiligung an der 38, Wettbewerb-Prüfung)
vorgenommen. Das Ergebnis dieser Rechnungen ist in der nachfolgenden
Tabelle enthalten. Die Bestimmungen selbst, nach denen diese Berechnungen
ausgeführt wurden, lauten:
„Nach beendigter Prüfung werden sämtliche Chronometer, soweit sie sich
überhaupt als brauchbar für die Schiffahrt erweisen, in vier Klassen eingeordnet,
für die die Höchstbeträge der weiter unten erklärten Gütezahlen folgendermaßen
festgesetzt worden sind:
Klasse £ IH II IV
A+2B+C 2.505ek 5.008sek 6.50sek 10.005ek
B 0.75sek 1.208sek 1.60sek 2.50sek
CC 0.010sek 0.01 55ek 0.0258sek 0.0505ek
Diese Größen A, B und C werden berechnet aus den mittleren täglichen
Gängen, die während der einzelnen Prüfungsabschnitte beobachtet worden sind.
— Zur Bestimmung der Größe A werden die bei gleichen Temperaturen erhaltenen
Gänge paarweise zu einem Mittelwerte vereinigt; es wird dann der größte Unterschied
dieser Mittelwerte gleich A gesetzt. — Bezeichnet ferner B’ den größten
Unterschied der täglichen Gänge von zwei aufeinander folgenden Prüfungsabschnitten,
z den Unterschied der Temperatur während dieser beiden Zeitabschnitte
und T den Unterschied der höchsten und niedrigsten während der
Prüfung überhaupt vorgekommenen mittleren Temperatur eines Prüfungabschnittes,
so ist
‚_—_F.
B=B m Ä.
In dieser Formel sind die algebraischen Vorzeichen von B’ und A zu
berücksichtigen. Bei der Ableitung von A und B’ werden die Vorzeichen in
dem Sinne: »Gangwert bei höherer Temperatur minus Gangwert bei niedrigerer
Temperatur« gewählt. — Endlich erhält man den Wert der täglichen Beschleunigung
(Akzeleration) C des täglichen Ganges, indem man den Unterschied der Gänge
bildet, die während zweier zur Mitte der Untersuchungszeit symmetrisch gelegener
Prüfungsabschnitte beobachtet worden sind, und diesen Unterschied durch die
Anzahl der zwischen der Mitte beider Abschnitte liegenden Tage dividiert. Da
das Ergebnis nur dann zuverlässig ausfällt, wenn der Divisor groß ist, so werden
ausschließlich die beiden äußersten Abschnittspaare (30° und 25°) in der angegebenen
Weise zur Berechnung der Beschleunigung herangezogen. Der Mittelwert
beider Bestimmungen ist gleich C zu setzen. — Innerhalb der einzelnen
Klassen werden die Chronometer nach dem Wert der Summe A-+2B--C geordnet,
wobei die Vorzeichen der Summanden nicht zu berücksichtigen sind.“
Nach Beendigung der Wettbewerb-Prüfung wurden die Chronometer in
der üblichen Weise einer Besichtigung unterzogen. An dieser Besichtigung nahm
außer den in Hamburg bzw. Altona wohnenden Fabrikanten E. Bröcking,
W. Meier (Chronometer-Werke) und E. Sackmann auch der Chronometermacher
C. Wiegand aus Peine teil. Ferner war der Chronometermacher F. Lidecke
aus Geestemünde bei der Sitzung zugegen. Besonders eingehend wurde auch in
diesem Jahre der augenblickliche Zustand des Öles, namentlich auf etwaige Veränderungen
hin, untersucht. Bei einigen Instrumenten wurden hierbei geringe
Farbenveränderungen des Öles festgestellt. ‘ Diese Farbenveränderungen waren
jedoch nicht anderer Art, als solche auch unter gewöhnlichen Verhältnissen im
Laufe der Zeit vorzukommen pflegen.
Die geprüften Instrumente verteilen sich prozentisch in folgender Weise
auf die einzelnen Klassen:
Klasse I H II IV ;
55% 33% 9% 3°
Zur Beurteilung des Gesamtergebnisses und zum Vergleich der Leistungen
während der vorliegenden Prüfung mit denen in früheren Jahren wird in der