Ann. d. Hydr. usw., XXXXUIL Jahrg. (1915), Heft VII.
Bericht über die achtunddreißigste, auf der Deutschen Seewarte
abgehaltene Wettbewerb - Prüfung von Marine - Chronometern
(Winter 1914/15).
(Amtlich})
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Die 38. Chronometer-Wettbewerb-Prüfung hat, wie in den Vorjahren, in der
Abteilung IV der Deutschen Seewarte unter der Leitung des Vorstandes derselben,
Professor Dr. Stechert, stattgefunden. Das Ergebnis der Prüfung ist in dem
nachstehenden Bericht enthalten. .
Die Beteiligung an der Prüfung war etwa die gleiche wie im Vorjahre; im
ganzen waren 73 Chronometer von sieben deutschen Firmen eingeliefert worden.
Sechs dieser Instrumente schieden in der Prüfung wieder aus. Die übrigen Chrono-
meter verteilen sich auf folgende Einlieferer:
Chronometer-Werke-Hamburg . . .
L. Kurtz-Münster 1, W. .....
A. Lange & Söhne-Glashütte i. Sa. ,
F. Lidecke-Geestemünde , . . .
Th. Schmidt-Nordenham. ;
Union-Glashütte i. Sa, .
5. Wiegand-Peine . .
Bei sämtlichen Chronometern waren die in der »Aufforderung zur Be-
teiligung an der 38. Wettbewerb-Prüfung« bekannt gegebenen Bedingungen er-
füllt. Der Bau der eingelieferten Instrumente war bezüglich der verwandten
Unruhe, Spirale und Hemmung bei der vorliegenden Prüfung völlig gleichartig;
es fand allgemein die Nickelstahlunruhe, Stahl-Spirale und Feder-Hemmung An-
wendung. Zum vierten Male seit Bestehen der Wettbewerb-Prüfungen waren alle
Chronometer rein deutschen Ursprungs und wurden deshalb sämtlich mit. der
Anwartschaft auf Preiserteilung eingestellt,
: Außer diesen Instrumenten wurden einige Chronometer in der gleichen
Weise wie die Wettbewerb-Chronometer mitgeprüft.
Für die vor Beginn der Wettbewerb-Prüfung übliche Besichtigung waren
folgende Sachverständige von der Deutschen Seewarte berufen worden:
Chronometermacher E. Sackmann- Altona,
5 G. Schlesicky-Frankfurt a. M,
C. Wiegand-Peine
und der Direktor der Uhrmacherschule in Glashütte i, Sa. Professor L. Straßer,
An Stelle des durch Erkrankung am Erscheinen verhinderten Uhrmachers der
Deutschen Seewarte E. Bröcking nahm der Leiter der Chronometer-Werke
W. Meier als technischer Beirat der Deutschen Seewarte und als Ersatzmitglied
an der Sitzung teil. Im Auftrage des Reichs-Marine-Amtes waren die Vorstände
der. beiden Observatorien in Kiel und Wilhelmshaven Korvettenkapitän a.D. Rottok
und Korvettenkapitän a. D. Capelle erschienen. Endlich beteiligten sich an
einer an die eigentliche Besichtigung sich anschließenden Besprechung über
Fragen aus dem Gebiete der Chronometrie Kommerzienrat E, Lange aus Glas-
hütte i. Sa. und der Chronometermacher G, Lidecke aus Geestemünde.
Den Sachverständigen lag eine doppelte Aufgabe ob; erstens war festzu-
stellen, ob bei sämtlichen Instrumenten die vorgeschriebenen Bedingungen über
die technische Ausführung erfüllt waren; sodann war zu entscheiden, ob die
Chronometer den Anforderungen genügen, die in der Aufforderung zu der Be-
teiligung an der 38. Wettbewerb-Prüfung über den »deutschen Ursprung« ent-
halten sind, d. h. ob die Instrumente, abgesehen von Palladium-Spirale und
Nickelstahlunruhe, »rein deutschen Ursprungs« sind. Nach einer eingehenden
Besichtigung durch die Sachverständigen wurde vom Vorsitzenden festgestellt,
Fortsetzung des Textes auf S. 292,
Ann. d. Hydr. usw. 1915. Heft VII.