288 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1915.
lichen Richtungen eintraten. Während der Zeit vom 16. bis 22. schritten ver-
schiedene Tiefdruckausläufer über Skandinavien in östlicher Richtung hinweg,
die sich aber nur teilweise über Norddeutschland ausbreiteten, so daß das Wetter
bei überwiegend westlichen Winden trocken blieb bis auf Niederschläge am 16.
und vom 20. bis 22. im Osten. Bei südöstlichen Winden auf der Vorderseite
eines der weiter südwärts reichenden Tiefdruckausläufer erreichte die Temperatur
an der Ostsee am 20. und 21. vielfach die höchsten Temperaturen des Monats.
Ein in der Nacht zum 23. von Westen her über Skandinavien vordringender
Hochdruckkeil leitete eine vom 23. bis 27. währende Zeit vorwiegend nordöst-
licher Winde ein, während der sich der Hochdruckausläufer wiederum langsam
südwärts verlagerte,. Bis auf Niederschläge am 23. und 24. im Gefolge eines
Tiefdruckausläufers, der sich von einem Tiefdruckgebiet über dem Mittelmeer
bis Ostdeutschland erstreckte, war das Wetter trocken und in dem angegebenen
Umfang heiter; an der Nordsee, wie auch teilweise an der Ostsee traten in
diesen Tagen die höchsten Temperaturen des Monats ein,
Am 28. wurde der Hochdruckausläufer wieder nach Kontinentaleuropa
gedrängt, während ein Tiefdruckausläufer auf seiner Rückseite über Skandinavien
südostwärts vordrang; dieser führte zusammen mit einem nachfolgenden Aus-
läufer vom 28. bis 30, wieder Winde aus westlichen Richtungen herbei, unter
deren Einfluß sich ein Rückgang der Temperatur einstellte, das Wetter aber
blieb trocken und im Osten noch bis Monatsschluß teilweise heiter.
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