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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Die Witterung an der deutschen Küste im (April: 1915. 
287 
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage) 
Mittl. Wind- 
stärke (Beaufort) 
Stat. 
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In seinen Mittelwerten kennzeichnete sich der Monat April als verhältnis- 
mäßig heiter, trocken und ein wenig zu warm bei etwas zu hohem Luftdruck; 
Winde aus ONO bis SSO waren selten, die anderen Windrichtungen ziemlich 
gleichmäßig verteilt, die aufgezeichnete mittlere Windgeschwindigkeit blieb unter 
den vieljährigen Werten, Stürmische Winde wurden nur ganz vereinzelt 
beobachtet. — Heiteres Wetter in großer Ausdehnung wurde am 11., 17. 
bis 20. an der ganzen Küste, am 23. an der Nordsee, am 25. von der schleswig- 
holsteinschen Küste ostwärts, am 26. bis 28. an der ganzen Küste, am 29. an der 
Ostsee und am 30, östlich von der Odermündung beobachtet. — Nebel trat in 
größerer Ausdehnung an der Küste auf am 5. an der Nordsee und östlichen 
Ostsee, am 12, ostwärts bis zur Oder, am 13. an der Nordsee, und am 15. ost- 
wärts bis Pommern, — Gewitter stellten sich ein am 6. östlich von der Öder, 
am 8, vor der Odermündung, sowie mehr vereinzelt am 8, an der Nordsee und 
am 21. und 23. an der östlichen Ostseeküste. 
Bei andauernd hohem Luftdruck über der Biscayasee, der sich in wechselnder 
Ausdehnung nord- und ostwärts erstreckte, schritter. vom 1..bis 10. in schneller 
Folge fünf Tiefdruckausläufer von Großbritannien her, unter teilweiser Ent- 
wicklung von Teilminima, über Jütland bis Finnland und erstreckten ihren Be- 
reich vom 3. ab vorübergehend meist bis nach den Alpen, Am 1. herrschten 
noch bei schwachen aus dem über Kontinentaleuropa lagernden Hochdruckgebiet 
wehenden Winden, weit verbreitet schwache Nachtfröste, dann führten die west- 
lichen Winde wärmeres Wetter herbei, und Nachtfröste stellten sich auch weiterhin 
im Laufe des Monats nur noch ganz vereinzelt ein; nachdem am 1. an der ganzen 
Küste, wie noch am 2. und 3. an der Ostsee, unter dem Einfluß eines ostwärts 
fortschreitenden, bis Nordskandinavien reichenden Hochdruckkeils vorwiegend 
trockenes Wetter geherrscht hatte, stellten sich bis zum 10. und noch am 11, 
täglich fast über dem ganzen Gebiet Regenfälle ein, die am 6. und 8. an der 
Ostsee teilweise von Gewittern begleitet waren. Ein am Morgen des 9. in einer 
Tiefe von 740 mm von Südnorwegen heranziehendes Teiltief rief an diesem Tage 
ostwärts bis Mecklenburg vielfach steife und vereinzelt stürmische südwestliche 
Winde hervor. 
Nachdem sich am 10. hoher Luftdruck im Rücken eines über Südschweden 
nordostwärts abziehenden Teiltiefs in einem Keil über die Nordsee bis Nord- 
skandinavien ausgebreitet hatte, erhielt sich vom 11. bis 15. zwischen Tief- 
druckgebieten über dem Nordmeer und dem Osten Kontinentaleuropas in 
wechselnder Mächtigkeit ein langsam südwärts weichender Hochdruckkeil, der 
für unsere Küste Winde meist aus Ost bis Nord und weit verbreitet nebliges, 
teilweise heiteres, vom 12. ab meist trockenes Wetter im Gefolge hatte, 
‚Am 15, verlagerte sich der Hochdruckausläufer südwärts nach Kontinental- 
europa, während sich das Tiefdruckgebiet über dem Nordmeer in einem Ausläufer 
über Skandinavien und unsere Küste ausbreitete, so daß wieder Winde aus west-
	        
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