Die Häfen der britischen Kolonie Neufundland.
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Die Notre Dame-Bucht
ist eine große, nach Nordosten offene Bucht, in der viele Inseln und zum Teil
tief ins Land einschneidende Förden liegen und es stellenweise gefährlich machen,
sie ohne Lotsen zu befahren. Ihre Einfahrt, zwischen South Bill von Kap
St. John im Nordwesten und Fogo-Eiland im Südosten, ist etwa 47 Sm breit.
Häfen oder Buchten darin werden im Sommer und Herbst, wenn es die. Eis-
verhältnisse gestatten, regelmäßig von Dampfern angelaufen.
Die Eisverhältnisse in und vor der Notre Dame-Bucht sind namentlich im
Juni unsicher; deshalb ist es ratsam für Schiffe, die um diese Zeit nach der
Bucht wollen, vorher St. Johns anzulaufen und einen Lotsen zu nehmen, der die
Stag Harbour- und Change-Eiland-Durchfahrten kennt und in unmittelbarer Nähe
des Landes Schutz vor dem Eise suchen kann, das der Polarstrom zwar ge-
wöhnlich 50 bis 100 Sm außerhalb Fogo-Eilands, zuweilen aber auch in größerer
Nähe des Landes südwärts setzt. Das kann auch noch im Juli vorkommen,
Bei Kap St. John ist gewöhnlich im Juni Eis, es kann dort aber, wie wohl
selten, auch schon im Mai verschwinden; es kann strichweise, es kann auch in
unabsehbaren Massen auftreten, die so dicht an die Küste kommen, daß man
irgendwo Schutz suchen muß. Dazu braucht man Ortskenntnis. Kap St. John
hat telegraphische Verbindung mit St. Johns und meldet die Eisverhältnisse
dahin; die Auskunft hat aber natürlich nur bedingten Wert, da das Eis
gelegentlich sehr schnell südwärts treibt. Es kann tagelang kein Eis von
Kap St. John aus gesehen, trotzdem aber die Bucht in wenigen Stunden durch
Eis geschlossen werden; dies kommt im Juni häufig vor, und es scheint deshalb
selbst für eiserne Schiffe nicht ratsam, Kap St. John vor dem 10. Juni anzulaufen,
Von Osten her kann die Notre Dame-Bucht, auch wenn zwischen Fogo-
Eiland und der Insel Funk (32.5 Sm rechtweisend etwa OzN von Fogo-Eiland)
noch festes Eis liegt, manchmal schon im Mai durch die Durchfahrten von Stag
Harbour und Change-Eiland erreicht werden, In der Bucht setzen die Strömungen
aus den Förden das Eis oft vom Lande frei. Nördliche Winde häufen das Eis
vor den Inseln Fogo und Toulinquet, östliche treiben es nach Kap St. John und
der Green-Bucht.,
Shoe Cove.
Dieselben Quellen und Karten wie für Paquet Harbour S. 269. Außerdem Brit. Adm-Krt. Nr. 3092,
Shoe Cove to Green Head.
Shoe Cove, eine offene Bucht an der Nordwestseite der Notre Dame-Bucht,
ist 1 Sm breit und 3 Kblg tief und gewährt Ankerplatz auf 20 m bis 26 m (11 bis
14 Fad.) Wasser, Mäßiger Nordweststurm, bei dem es nicht möglich war in der
Tilt-Bucht, 3 Sm weiter südwestlich, zu bleiben, ist in Shoe Cove zu Anker liegend
bequem ausgehalten worden. Die geographische Lage der Shoe-Bucht ist
49° 55’ N-Br. und 55° 33’ W-Lg., die Migweisung für das Jahr 1915 ist 31.4° W,
ihre jährliche Abnahme etwa 4.
Landmarken, Middle Bill des Kaps St. John, 1!/, Sm von North Bill ent-
fernt, endet ebenso wie North Bill in bemerkenswerten, spitzen Klippen. South
Bill, 1 Sm südlich von Middle Bill, hat steile, 74 m (244’) hohe Küstenabhänge,
Gull-Eiland, 5:4 Sm ostnordöstlich von South Bill, ist in ostsüdöstlicher Richtung
etwa !/, Sm lang, es ist 3 Kblg breit und 141 m (463) hoch. Bishop Rock, 2.3 Sm
südsüdöstlich von South Bill, ist eine kleine kahle Klippe von 9.1 m (30°) Höhe.
Verschiedene Erdrutsche kennzeichnen die Hügel um Shoe Cove und sind in
nördlichen Peilungen auffällig.
An- und Einsteuerung. Etwa 5.5 Sm nordnordöstlich von Gull-Eiland liegt
eine in östlicher Richtung 3 Kblg lange und 2 Kblg breite Untiefe mit 19,2 m
{101/, Fad.) geringster Wassertiefe, die bei schlechtem Wetter durch Brandung
kenntlich wird. Eben nördlich und südlich von der Untiefe ist 110 m (60 Fad.)
Wasser. Brandung wurde bei schlechtem Wetter auch. in der ungefähren recht-
weisenden. Richtung WzN von Gull-Eiland, !/, Sm davon entfernt, gesehen. Gull-
Eiland selbst fällt fast überall unter Wasser steil ab, nur dicht vor seiner Nord-
seite liegen: zwei Klippen.