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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1915,
wird, um vier Einheiten der letzten Stelle fehlerhaft sein. Durch Differentiation
der Gleichung (1) ergibt sich:
dz’ == 2. cosec z + cosec 1’ - 0.00004
und man erhält für:
h= 0° 10° 20° 30° 40° 50° 60° 70° 80° 85° 90°
dh= 03’ 03‘ 03 03° 0.4 0.4’ 0,6 08 16° 3.2’ co
Da der durch das Vernachlässigen der Dezimalbruchteile beim Heraus-
nehmen von h aus Tafel II entstehende Fehler 0.5’ nicht überschreitet, ergibt
sich somit der Gesamtfehler im Maximum zu:
h=0° 10° 20° 30° 40° 50° 60° 70° 80° 85° 90°
dh= 13 189 138 13 14 14 16 18 280 42 co
Wird bei der Entnahme von h aus Tafel II eingeschaltet — die Inter-
polation ist im Kopfe leicht auszuführen, da die Differenzen der natürlichen
Semiversus 15 nicht übersteigen —, so wird jeder einzelne Wert der zuletzt für
dh gegebenen Reihe um 0.5’ kleiner und man erhält:
h=0° 10° 20° 30° 40° 50° 60° 70° 0° 85° 0°
dh=08 08 08 08 0Y 09 11’ 13 2.1’ 3.7 oo
Die logarithmische Rechnung (fünfstellig) nach den Marineformeln gibt
dp= dt=diö=0
gesetzt !), folgende Maximalfehler:
h=0° 10° 20° 30° 40° 530° 60° 70° 80° 90°
ih=12 1° 1 12 12 12° 13 13 16° co
Stellt man sich 2’ als Grenze für die einzuhaltende Genauigkeit der zu
berechnenden Höhe, so kann diese Grenze bei Höhen von 80° ab beim Gebrauche
der Soekenschen Tafel überschritten werden. Für h = 838° erhält man dh = 2,8’,
und man würde die Tafel bis hierher etwa gebrauchen können. Für Höhen
über 83° würde sich die Konstruktion der Höhengleiche durch einen Zirkel
empfehlen.
Der Fehlerverlauf ist nach dem Vorstehenden günstig, denn die Tafel gibt
die genauesten Resultate für kleine und mittlere Höhen, und gerade diese
kommen einmal häufiger vor, als Höhen in der Nähe des Zenits, und zweitens
ist ihre Beobachtung auch sicherer als diejenige großer Höhen.
Daß die zu leistende Schreib- und Rechenarbeit bei der Anwendung der
Soekenschen Tafel geringer wäre als bei der Ausrechnung nach den Marine-
formeln, war wegen der beiden vorzunehmenden Interpolationen und den damit
verknüpften Multiplikationen nicht zu erwarten. Gerade die Ausführung der
vdeiden Multiplikationen, wobei Produkte mit den Faktoren 1 bis 30, multipliziert
mit 0.1 bis 14.6, auftreten können, muß als recht störend empfunden werden. Es
bedarf daher wohl keines Beweises, daß der Gebrauch der Tafeln bequemer und
sicherer würde, wenn durch eine besondere Tabelle — es sind nur 48380 Werte,
die sich auf acht Seiten unterbringen ließen — die beiden Zusatzwerte für A
and B gegeben würden,
Mit Benutzung einer solchen Zusatztafel wäre eine Schreibarbeit von
höchstens 36 bzw. 41 Ziffern zu leisten, je nachdem ob die algebraische Summe
der beiden Schaltwerte positiv oder negativ ist. Bei der logarithmischen Aus-
wertung nach den Marineformeln (fünfstellig) hat man insgesamt 52 Ziffern
zu schreiben,
Die zu leistende Rechenarbeit umfaßt im ungünstigsten Falle 24 ele-
mentare Rechenoperationen, während in dem oben zitierten Aufsatz von Dr, Kohl-
schütter für die Marineformeln 34 Operationen berechnet sind.
Es ist allerdings nicht zu verkennen, daß man bei der Anwendung der
Marineformeln mehr nach »Schema F« arbeiten kann, insofern als keine Inter-
polationen vorzunehmen sind und es daher keiner Überlegungen bedarf, ob
1) Vgl. den Aufsatz in der »Marine-Rundschau« 1902: »Vierstellige oder fünfstellige Logarithmen
für nautische Tafeln«? Von Dr. Kohlschütter.