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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1915, 
Juni. Ein deutliches Maximum des Luftdrucks findet sich um den 
28, d. M. und ihm entspricht auch eine kleine Kerbe in den Niederschlags- 
diagrammen, während das monatliche Minimum des Niederschlags auf die ersten 
Tage im Juni fällt, offenbar noch unter dem Einfluß des letzten Luftdruck- 
maximums im Mai, 
Um die Mitte des Monats findet sich noch ein beachtenswerter Einschnitt 
in den Niederschlagsdiagrammen, der sein kleines Analogon in einem schwachen 
Luftdruckmaximum um den 17. Juni hat und der diesmal an der Ostsee am 
besten zur Geltung kommt. 
Im ganzen ist für den Juni hier festzustellen, daß die Beziehungen zwischen 
Luftdruck und Niederschlag nach Tagesmitteln weniger innige sind als in den 
früheren Monaten, zeigt doch der Luftdruck vom 7. ab im ganzen eine steigende 
Tendenz und der Niederschlag entgegen sonstigen Erfahrungen ebenfalls. 
Juli. Der Luftdruck zeigt uns drei an sich unbedeutende relative Maxima, 
von denen aber nur das erste vom 15. Juli eine verhältnismäßig gute Kerbe in 
unseren Diagrammen bewirkt. Die Talsohle der Niederschläge schwankt vom 
14, bis zum 16, Juli. 
Ein guter Niederschlagsberg, ein Maximum, entspricht genau unserem 
Luftdruckminimum um den 24, d. M. 
August. Wie in den beiden vorangehenden Sommermonaten ist auch im 
August die Parallelität zwischen Luftdruck und Niederschlag eine sehr 
geringe, entsprechend der täglichen Erfahrung, wonach die den Hauptnieder- 
schlag ergebenden Wärmegewitter auch in einem Druckhoch gar nicht selten sind. 
Unserem Luftdruckmaximum am 12, d. M. entsprechen daher auch nur 
unbedeutende Regentäler einige Tage nachher. 
September. Der Luftdruck weist ein markantes Maximum am 16. Sep- 
tember auf. Ihm entsprechen — diesmal etwas später — vom 18. bis zum 19. d. M. 
Regentäler, die aber fast durchweg nicht die absoluten Minima für diesen Monat 
sind. Letztere liegen vielmehr zum Schluß, in einigen Fällen auch zu Beginn 
des Monats und entsprechen wohl zwei anderen, zahlenmäßig weniger hedentenden 
Maxima des Luftdrucks, 
Die Niederschlagsmaxima zeigen noch größere Unregelmäßigkeiten. 
Oktober. Das Hauptmaximum des Luftdrucks am 19. Oktober zeichnet 
sich merklich ab auf den Niederschlagsdiagrammen der Nordseestationen, 
bei denen sich auch an den Tagen vorher entsprechend dem schroffen Luftdruck- 
minus gewaltige Niederschläge zeigen nach absoluten Höhen und nach ihrer 
Wahrscheinlichkeit, so gewaltig, daß sich der Oktober ähnlich dem Mai aus der 
gesamten Niederschlagskurve abhebt. Wir haben hier die krassen Oktobernieder- 
schläge vor uns, die für den Herbst an der See so charakteristisch sind, 
An der Ostsee zeigen sich diese Maxima des Niederschlags um einige 
Tage später. 
Ein zweites scharfes Niederschlagstal zeigt sich vor der Zeit jener starken 
Regenfälle um den 9. Oktober, an der Ostsee wiederum einige Tage später. 
November. Das stark hervorstechende Luftdruckmaximum am 18. No- 
vember findet seine Abbildung in Niederschlagstälern um den 17. November. 
Die eigentlichen Niederschlagsminima liegen jedoch zu Beginn des Monats 
und folgen kurz auf ein zweites Luftdruckmaximum am 1, November, 
Dem nach dem 18, November einsetzenden Barometerfall entspricht ein 
erhöhter Niederschlagsreichtum, besonders nach der Wahrscheinlichkeit. 
Dezember. Dem gewaltigen Luftdruckmaximum am 22. Dezember (das 
Maximum der zugehörigen Wahrscheinlichkeit verzögert sich um 1 bis 2 Tage) 
entsprechen deutliche Kerben in unseren Niederschlagsdiagrammen um den 
21. Dezember, die (abgesehen von dem am weitesten 5Sstlich liegenden Neufahr- 
wasser) zugleich die absoluten Minima für diesen Monat sind. 
Dem Barometeranstieg von der zweiten Pentade des Monats Dezember ab 
entspricht im allgemeinen getreu das Nachlassen des Niederschlags, wie auch 
dem Barometerfall nach dem 22. Dezember ein gehäufter Niederschlag parallel geht.
	        
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