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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Thraen, A.: Sekundäre Maxima und Minima usw. an der deutschen Seeküste (1876 bis 1910). 263 
während das Durchschnittsdatum für die Minima an der Nordsee der 18, Januar 
zu sein scheint, 
Dem Fall des Luftdrucks nach dem 19. d. M. entspricht größerer Regen- 
reichtum, besonders nach der Wahrscheinlichkeit, wie ja auch vor dem 19. der 
Niederschlag häufiger und intensiver fällt. Neben dem erörterten Minimum gibt 
es noch mehrere tertiäre, die aber von Ort zu Ort stark schwanken, 
Zwei gute relative Maxima heben sich. noch aus unseren Diagrammen 
heraus mit den mittleren Daten am 20. und 28. Januar, zu denen aber beim 
Luftdruck keine Analoga zu finden sind. 
Februar. Wir finden drei in Abständen von rund zehn Tagen aufeinander- 
folgende gut ausgeprägte Luftdruckmaxima, die sich auch in den Diagrammen 
der Niederschlagshöhe wiederfinden, während die Wahrscheinlichkeit des 
Niederschlags mehr darauf hindeutet, daß nur dem dritten Maximum um. den 
23. Februar eine mehr einschneidende Bedeutung zukommt, insofern als wir 
wieder — ähnlich wie im Januar — zwei Tage vorher, um den 21. d. M., eine 
bedeutende Talsohle im Niederschlag zu verzeichnen haben. 
Als Niederschlagsmaximum von einer guten Konstanz hebt sich der letzte 
Februar in unserer Figur ab. Die anderen relativen Maxima, die den Minima 
unseres Luftdruckdiagramms entsprechen, zeigen geringere Regelmäßigkeit. 
März. Ähnlich wie im Februar wetteifern miteinander drei wiederum im 
Abstande von rund zehn Tagen aufeinanderfolgende Maxima des Luftdrucks, 
die auch der Höhe und der Wahrscheinlichkeit des Niederschlags deutliche 
Kerben relativer Minima aufzwingen. Den markantesten Einschnitt ruft im März 
das mittlere Luftdruckmaximum vom 14. Februar hervor, Die ihm entsprechenden 
Niederschlagstäler, die fast ausnahmslos auch die absoluten Minima für den 
März sind, liegen ebenfalls um den 14. März herum. 
Das hervorstechendste Luftdruckminimum vom 26. März, das zugleich der 
niedrigste Tagesbetrag für das ganze Jahr ist, findet sich deutlich wieder in 
den Niederschlagsdiagrammen und ruft dort ein gutes Maximum um den 28, d, M. 
hervor. Die übrigen Maxima des Niederschlags sind auch im März von Ort zu 
Ort schwankend, stehen aber offenbar in Beziehung zu den Minima des Luftdrucks, 
April. Am deutlichsten macht sich bemerkbar das Luftdruckmaximum vom 
20.April, das auch die Niederschlagsminima für diesen Monat an der Nordsee hervor- 
ruft, sowohl bei der Höhe als auch bei der Wahrscheinlichkeit des Niederschlags. 
Die Ostseestationen hingegen zeigen ihre monatlichen Minima um die Mitte 
der ersten Monatsdekade, offenbar unter dem Einflusse des gleichzeitigen tertiären 
Luftdruckmaximums. 
Der deutlichen Abnahme des Luftdrucks nach dem 20. März entspricht — 
am deutlichsten an der Nordsee — wiederum eine starke Zunahme des Nieder- 
schlags, der sich zu Anfang Mai zu einem deutlichen Maximum verdichtet, 
Dieser Monat der »Eisheiligen« zeigt an drei Stellen deutlich Luftdruck- 
maxima, gegen Schluß der ersten Dekade, um den 22. und um den 29, Diesen 
Luftdruckbergen entsprechen zugehörige Niederschlagstäler nach Wahrschein- 
lichkeit und absoluter Höhe, . 
Den markantesten Einschnitt ruft der mittlere Luftdruckberg hervor und 
zeitigt an der Nordsee zugleich die absoluten Niederschlagsminima für den Mai, 
während diese absoluten Minima für die Ostsee offenbar unter dem Einfluß 
unseres dritten Luftdruckberges entstehen, 
Vor unserem Luftdruck-Hauptmaximum wölben sich Regenberge auf in 
derartiger Stärke, daß sie bei den absoluten N.-Werten sogar deutlich in der 
Jahreskurve auffallen. Diese gewaltigen Regenbeträge dürften ihren Grund 
wohl darin haben, daß die Zeit zwischen den »Eisheiligen« um den 11. und den 
22, Mai ausgefüllt wird durch Tage, die warm und (nach dem Ausweise unseres 
Luftdruckdiagramms) gleichzeitig von niedrigem Luftdrucke sind — zwei den 
Niederschlag begünstigende Momente in inniger Vereinigung!‘) 
1) Näheres über den Einfluß der »Eismänner« auf den Niederschlag im Mai ist zu finden in 
den folgenden Aufsätzen des Verfassers: »Met. Zeitschr.«, Jahrgang 1913, 5. 380; »Das Wetter«, 
Jahrgang 1913, S. 247 und Jahrgang 1914, S. 54.
	        
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