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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Ludewig, P.: Der Einfluß meteorologischer Faktoren auf die drahtlose Telegraphie, IL. 253 
die sie gut empfangen können, zuerteilt. Diese haben sie in erster Linie zu beobachten 
und zu registrieren. . Sollte eine Station so gut funktionieren, daß sie außerdem 
noch andere der Sendestationen beobachten kann, desto besser. Nebenbei sollen 
auch, wenn möglich, im Sinne der Versuche der British Association die atmosphärischen 
Störungen registriert werden. Jedoch darf unter dem Empfang der anderen Stationen 
und der atmosphärischen Störungen unter keinen Umständen. die Beobachtung 
der obligatorischen Stationen leiden. . 
Die Vorversuche haben bisher ergeben, daß Nauen und Norddeich überall 
in Deutschland mit sehr großer, Paris mit genügender Intensität empfangen wird. 
Die russischen Stationen meistens leider recht schwach. Naturgemäß werden daher 
die weitentfernten russischen Stationen den größeren deutschen Empfangsstationen, 
Nauen, Norddeich, und Paris den kleineren Stationen zuerteilt werden. 
Die Beobachtung soll, wenn irgend möglich, mit Spiegelgalvanometern 
erfolgen, die nicht zu lange Schwingungsdauer haben dürfen, damit während des. 
Sekundenstrichs das Maximum des Ausschlages erreicht und eine Zeitlang bei- 
behalten wird. Je kürzer die Schwingungsdauer des Galvanometers ist, um so größer 
ist die. Wahrscheinlichkeit, daß trotz atmosphärischer Störungen noch brauchbare 
Werte für diesen oder jenen Strich erhalten werden (vgl. Fig. 24). In zweiter Linie 
käme das Fadengalvanometer in Betracht, das bezüglich der atmosphärischen 
Störungen im Vorteil ist; dafür ist bei loser Fadenspannung der Ausschlag bekanntlich 
inkonstant und nicht proportional der Stromstärke, so daß es eigentlich dauernd 
geeicht werden müßte, was bei den beabsichtigten Versuchen kaum möglich wäre. 
Fig. 24. 
1 1. A NBrmalen  AUSSCHEG Sr 
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„1 | 7 Null-Linfe_\ TA 1. ; 
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Wenn die atmosphärischen Störungen allzuschlimm sind oder sonst die Beobachtung 
mit dem Galvanometer unmöglich ist, so muß auf die Parallelohmmethode zurück- 
gegriffen werden. Jedoch sollte diese Methode wegen ihrer großen Unsicherheit 
nur im äußersten Notfall angewandt werden. 
Das genauere Programm, Mitteilungen über Vorversuche, Ratschläge zur 
Vermeidung von Fehlerquellen u, s. w. werden den Beobachtern noch direkt zugehen. 
Die Ergebnisse der Beobachtungen werden in den einzelnen Ländern ge- 
sammelt — in Deutschland in Jena — und dann von der internationalen Kommission 
zusammen bearbeitet.‘ . 
Der entsprechende Aufruf der British Association lautet: 
; „Die bevorstehende totale Sonnenfinsternis bietet eine seltene und wichtige 
Gelegenheit, unsere Kenntnisse bezüglich der Ausbreitung elektrischer Wellen durch 
die Luft bei Sonnenlicht und Dunkelheit und bei Überschreitung der Grenzen von 
hellen und dunklen Regionen zu erweitern. Total ist die Finsternis auf einem 
Streifen, der sich von Grönland über Norwegen, Schweden, Rußland und Persien 
nach der Indusmündung hinzieht. Ihre Dauer beträgt in Rußland etwas mehr 
als zwei Minuten. . 
Vor allem sind es zwei. Punkte, die untersucht werden sollen. Erstens werden 
im Kern- und Halbschatten für die Ausbreitung der radiotelegraphischen Wellen 
wahrscheinlich andere Absorptions- und Brechungsgesetze gelten als in beleuchteter 
Luft. Zweitens kann sich Stärke, Häufigkeit und Charakter der natürlichen elek- 
trischen Wellen und der atmosphärischen. Entladungen ändern. Solche Änderungen 
können entweder eintreten, weil die Ausbreitung der natürlich aus fernen Quellen 
stammenden Wellen durch die Sonnenfinsternis erleichtert oder gehemmt wird, 
oder vielleicht weil das Entstehen der natürlichen Wellen oder der atmosphärischen
	        
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