accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Ludewig, P.: Der Einfluß meteorologischer Faktoren auf die drahtlose Telegraphie. II. 9249 
am 4. und 13. März war es ähnlich. Am 17. März wurden zwischen 8 p. m. und 
11 p. m. keine Signale gehört. Nach der Wetterkarte war am 17. März der ganze 
östliche Teil des Landes unbedeckt. Über‘die Verhältnisse am 18. März gibt er 
folgendes an: . en . . 
„Die Wetterkarte vom 18. März schien anzuzeigen, daß die Wolken ostwärts 
ziehen würden. Auf Grund dieser Annahme verbrachte ‚der. Verfasser den Abend 
des 19. März auf der Station, in der Erwartung, Zeichen von zahlreichen östlichen 
Stationen aufzufangen. Zu seinem größten Erstaunen waren keine zu hören. Als 
am nächsten Morgen die Wetterkarte ankam, zeigte es sich, daß die Wolken umge- 
kehrt und durch das Tal des Mississippi gezogen waren und daß der Osten klar 
geblieben war. Dies scheint ein endgültiger Beweis dafür zu sein, daß Bewölkung 
und gute Übertragung direkt miteinander verbunden sind.“ . 
Er zieht aus diesen Versuchen den Schluß: Wenn am Tage über einer 
großen Fläche Bewölkung geherrscht hat, dann folgt eine Nacht, 
in der besonders große. Reichweiten zu beobachten sind. Es muß 
daher nach seiner Ansicht ein atmosphärischer Einfluß vorhanden sein, der in den 
geringen: Höhen, in denen Wolken vorkommen, vor sich: geht. 
X. Die internationale Kommission für wissenschaftliche drahtlose 
Telegraphie (T.S. F.S.) und der Ausschuß für funkentelegraphische 
Untersuchungen der British Association for the Advancement 
of Science. 
Es ist eingangs bereits darauf hingewiesen, daß in der Durchforschung der 
hier besprochenen Erscheinungen im letzten Jahre insofern ein wichtiger Fortschritt 
zu verzeichnen gewesen ist, als man versucht hat, in großem Maßstab die Er- 
scheinungen quantitativ zu durchforschen. Das kann natürlich nicht. wie bisher 
dadurch geschehen, daß einzelne Forscher zwischen einzelnen Stationen Versuche 
machen. Die Bewältigung des Problems ist nicht mehr im einzelnen drahtlos-elek- 
trischen Laboratorium zu erreichen, es ist ein selbständiges und wichtiges Kapitel der 
Geophysik und. der Meteorologie geworden. Und wie man in der Meteorologie keine 
nennenswerten Vorteile finden wird, wenn man nur auf einer einzigen Station das 
Wetter beobachtet, wie vielmehr nur dann ein Erfolg erzielt werden kann, wenn 
auf einer großen Anzahl über ein großes Gebiet verteilten Stationen zu gleicher 
Zeit Beobachtungen gemacht werden, so kann auch in der weiteren Durchforschung 
unserer drahtlos-elektrischen Probleme der einzelne kaum mehr Wesentliches 
leisten. Es müssen sich viele Forscher zusammentun und nach einem 
einheitlichen Schema und einheitlichen Gesichtspunkten arbeiten. 
Damit kommt in die drahtlose Telegraphie eine Forschungsmethode, die sie bisher 
noch nicht kannte, die nur in den mehr statistischen Wissenschaften zu Hause 
war und die sich überall dort nicht umgehen läßt, wo es sich um geophysikalische 
Probleme handelt. . 
Es haben sich zwei verschiedene Ausschüsse gebildet, um diese Aufgabe zu 
übernehmen; der eine wurde von deutscher Seite angeregt; der andere ist ein Unter- 
ausschuß der British Association. U 
K.F. E. Schmidt (Halle) hat gemeinsam mit R. B. Goldschmidt (Brüssel) 
die Vorarbeiten bis zur Gründung der Commission Internationale de Tele- 
graphie Sans Fil Scientifique, die in einer Tagung vom 6. bis 8. April 1914 
in Brüssel gegründet wurde, ausgeführt. Als Arbeitsprogramm wurde zunächst 
in Aussicht genommen: ‘ ; 
; l. Untersuchungen über die Mittel zur Konstanthaltung der Emission und 
zur Kontrolle der Konstanz. . ; 
2. Messungen an einer großen Anzahl von Empfangsstationen über die 
Abhängigkeit des Empfanges von der Art der Emission (Wellenlänge, Dämpfung, 
Funkenlänge). | 
3. Vergleich der Empfangsstärke der verschiedenen Stationen untereinander 
in. Rücksicht auf Entfernung und Lage und die Zustände der Atmosphäre, 
4, Gleichzeitige Messungen der atmosphärischen Störungen an verschiedenen 
Stationen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.