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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Ludewig, P.: Der Einfluß meteorologischer Faktoren. auf die drahtlose Telegraphie. Il. 9247 
Die zweite Gruppe der Irrgänger läßt sich auf Schwankungen des 
Potentialgefälles in unmittelbarer Nähe der Empfangsstation zurückführen, 
Durch gleichzeitige Registrierung des Potentialgefälles und der Irrgänger ist eine 
derartige Beziehung einwandfrei nachgewiesen worden.‘ . 
Fig. 21 zeigt eine Registrierung des Antennenstromes mit Hilfe eines 
registrierenden Galvanometers, die von M. Dieckmann aufgenommen ist. 
Fig. 21. 
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Es ist natürlich schwer, die eine Gruppe der Irrgänger von der anderen voll- 
kommen zu trennen. ; 
Die Kurven, die man bei einer Registrierung erhält, weisen starke 
Schwankungen auf, Es ändern sich nicht nur die Zahl der Irrgänger in der Zeit- 
einheit, sondern auch ihre Stärke, so daß die ganze Erscheinung einen recht 
komplizierten Charakter besitzt. . 
Es ist nicht leicht, die Stärke, die Eigenart und die Zahl der Irrgänger durch 
quantitative Messungen zu bestimmen. Entweder kann man sie so registrieren, 
wie es in der Fig. 21 geschehen ist; dazu gehört aber eine ziemlich komplizierte 
Apparatur, die nur in wenigen, gut eingerichteten Laboratorien vorhanden sein wird. 
Diese Methode kann also nicht dort in Betracht kommen, wo etwa eine sehr große 
Anzahl von Beobachtungsstationen gleichzeitige Messungen ausführen will (siehe 
den X. und XI. Abschnitt). 
Die Stärke der Signale könnte man unter Berücksichtigung der im Kapitel II 
gemachten Einschränkungen nach der Parallelohmmethode bestimmen. Allerdings 
sind die einzelnen Geräusche so sehr verschieden in ihrer Stärke, daß man auch 
damit nicht viel erreichen wird. Man kann höchstens für die stärksten Signale an- 
geben, bei welchem Parallelwiderstand sie zum Verschwinden gebracht werden. 
Die Kommission für Radiotelegraphie der British Association, 
deren Tätigkeit wir unten noch zu besprechen haben, hat folgende Methode vor- 
geschlagen: 
„Eine auf Papier gezogene Linie wird so eingeteilt, daß sie die Zeit darstellt — 
z. B. 10, 20, 30 ..;.. Sekunden; in die Nähe der geteilten Linie legt man eine 
Taschenuhr mit einem Sekundenzeiger, und der Beobachter, der die Telephone 
trägt und auf die Uhr sieht, bewegt seinen Schreibstift so auf der geteilten Linie 
entlang, daß die Spitze des Stiftes in dem Augenblick durch den Teilstrich 10 oder 
20 oder 30 hindurchgeht, wo der Sekundenzeiger auf seinem Zifferblatt durch die- 
selbe Zahl hindurchgeht. So oft der Beobachter eine Störung hört, zeichnet er über 
der Linie eine Marke ein, welche die Störung darstellt, und verzeichnet somit den 
Augenblick ihres Eintreffens. Ein Knacken wird durch einen Auf- und Niederstrich 
dargestellt, der nahezu senkrecht zur Linie steht; ein Knarren durch eine unregel- 
mäßige Marke oberhalb der Linie, und zwar so, daß sie von der Linie ausgeht und 
auf ihr endet und eine Fläche einschließt. Ein Summen oder Pfeifen kann durch 
eine niedrige, gewellte Marke dicht über der geteilten Linie dargestellt werden. Eine 
sehr starke Störung mag etwa einen halben Zoll (etwa 12!/, mm) hoch versinnbild- 
licht werden und eine sehr schwache etwa !/,2 Zoll (etwa 1!/, mm) oder weniger u. s. f.““ 
Um Sonnenauf- oder -untergang findet man in der Zahl der Irrgänger besonders 
starke Schwankungen. Nach dem erwähnten Verfahren hat Eccles Versuche bei 
Sonnenuntergang gemacht, Er findet ein Minimum der Irrgängertätigkeit ungefähr 
10 Minuten nach der kalendermäßigen Sonnenuntergangszeit. Diese Tatsache und 
die Schwankungen lassen sich nach Ececles folgendermaßen erklären:
	        
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